Zweibrücken Roboter, Heilmittel und KI: Was sich Zweibrücker für die Zukunft wünschen
Felix Drescher sieht den „Rückschritt als Fortschritt“ und wünscht sich, dass alte Erfindungen noch mal zurückkommen. „Zum Beispiel von Tesla die Übertragung von Strom durch die Luft“, erklärt er. Auch für die Medizin hat er einen Wunsch: „Dass weniger von der Pharmaindustrie gecopyrighted wird und mehr frei zugänglich wird für die Menschen.“ Drescher hofft auch, dass durch auslaufende Patente mehr medizinisches Wissen genutzt werden kann. Auch in eigene Tierhaltung und Kompostierung „zurück zu den Menschen, im Kleinen“, setzt er seine Hoffnung.
„Ich hab schon alles. Elektro-Auto, Solaranlage, Energieprobleme haben wir keine. Aber medizinische Versorgung würde ich mir eine bessere wünschen“, findet Rosemarie Pendt. Auch eine elektrische Seilbahn wie in Paris oder Carsharing in Zweibrücken würde sie gutheißen. „Da bin ich auch zuversichtlich, dass sowas noch kommt“, ergänzt sie. Besonders ein Heilmittel gegen Demenz wünscht sie sich, die Raumfahrt hingegen interessiert sie weniger. „Es gibt auf der Erde so viele Baustellen, die sollte man eher bearbeiten als wahnsinnig viel Geld für die Raumfahrt zu nutzen.“
Medizinisch glaubt Thorsten Mootz besonders im Hinblick auf Krebsforschung und Antibiotikaresistenz an Fortschritt in der Zukunft. In seinem Studium der Mikrosystemtechnik hat er gemerkt, dass sich alles in Richtung kleinere Maßstäbe entwickelt. „Und da sind wir noch nicht an der Grenze angekommen, da geht noch was“, findet er. Gerade an Festplatten würde man das sehen. In Bezug auf Autos denkt Mootz, dass längere Akkulaufzeiten und bessere Produktionen zur Durchsetzung von E-Autos führen könnten.
Rico Olifirenko denkt, dass „durch die KI vieles schneller passieren kann“. Das bemerkt er auch in seinem Informatikstudium, da viele Programme nicht mehr selbst geschrieben werden müssen, sondern das von der KI übernommen wird. Auch in der Biologie sieht er Fortschrittmöglichkeiten: „Man kann damit viel schneller Proteine entschlüsseln, da hat man mehrere Hundert gefunden. Da kann man auch in der Medizin viel schneller Sachen finden.“ Dem autonomen Fahren könnte seiner Meinung nach die Bürokratie im Wege stehen, weshalb Olifirenko in diesem Bereich weniger erwartet.
Auch Sarah Kaufmann erwartet, dass die KI weiterhin eine Rolle spielt. „Grundsätzlich wird sich unsere Vorstellung von Arbeit, Gemeinschaft und Zusammenleben dadurch verändern“, glaubt sie. Sie hofft, dass die Menschen dadurch wieder anders miteinander interagieren. „Ich bedaure sehr, dass momentan viel auf Rüstung und sich gegenseitig bekämpfen ausgelegt ist, aber das ist im Rückwärtstrend. Der Mensch ist ja ein soziales Wesen.“ Allerdings befürchtet sie auch, dass die KI missbraucht werden könnte, „aber das ist irgendwann auch mal fertig. Die KI ist nur ein Werkzeug.“ Wie man dieses Werkzeug nutzt, käme immer auf die Menschen an. Medizinisch hofft sie auf einen Fokus auf die Gesundheit und beobachtet: „Die Menschen wollen zurück zu sich kommen und Verantwortung für ihr Sein übernehmen.“
„KI wird die Industrie und den Haushalt komplett verändern, die größte Frage ist, wie wir als Menschen damit umgehen, wenn die Arbeit nicht mehr die Nummer 1 ist“, vermutet Viktor Schuhmacher. Neben Haushaltsrobotern, Robotern in der Industrie und von Einkaufshilfe bis Möbelschlepper kann er sich bei allen körperlich anstrengenden Tätigkeiten Roboter vorstellen. „Ich sehe das ganz positiv, der Roboter nimmt mir die Sachen ab, auf die ich keinen Bock habe“, erklärt er und denkt besonders ans Putzen. Aber: „Der Mensch muss sich fragen, was er macht, wenn die KI den Job ersetzt. Viele definieren sich durch die Arbeit und das ist dann eine Chance, sich anderen Werten zuzuwenden wie Literatur, Kunst und Liebe.“ In der Medizin könnte die KI laut Schuhmacher womöglich Operationen durchführen im Nano- bis Millimeterbereich. „Ein Roboter zittert nicht.“ Insgesamt sieht er die Thematik der Roboter sehr positiv, denkt aber auch an Risiken: „Ein Terminator-Szenario kann auch kommen. Der Mensch ist groß darin, sich selbst zu zerstören. Aber es kann auch Star Trek sein: Eine gemeinsame Welt und eine gemeinsame Zukunft.“