Schwimmen
Rettungsschwimmer Leo Baumann gewinnt mit Jugend-Weltrekord
Der 30. internationale Deutschlandpokal in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf war am Wochenende der Saisonabschluss für die Rettungsschwimmer. „Das ist mit der größte Wettkampf in Deutschland“, sagt Leo Baumann, Schwimmer der Wassersportfreunde Zweibrücken, der als Rettungsschwimmer für die DLRG-Ortsgruppe Völklingen startet. In der offenen Klasse der Männer traten dabei 99 Schwimmer an, bei den Frauen gingen 104 Teilnehmerinnen auf die Startblöcke. Baumann schwamm in Warendorf für die deutsche Nationalmannschaft. Es waren auch Teilnehmer aus China, Dänemark, den Niederlanden, Polen und Japan am Start – und der 16-Jährige schlug sie mit 3621,85 Punkten im Mehrkampf allesamt. Wohl noch nie siegte ein so junger Sportler in der offenen Mehrkampfwertung. Der zweitplatzierte Felix Hoffmann aus Hessen (3607,73) war drei Jahre, der Dritte Timo Zembold aus Niedersachsen (3537,06) sechs Jahre und der Vierte Samuel Lawman aus Großbritannien sogar 13 Jahre älter als er.
Dabei profitierte Baumann auch von einem Coup, der ihm gleich am Freitag, dem ersten Wettkampftag, gelang. Mit 28,96 Sekunden zauberte er über 50 Meter Retten einen neuen Jugend-Weltrekord ins Wasser. Die alte Bestmarke hatte bei 28,99 gelegen. „Dafür habe ich sehr, sehr viele Punkte bekommen, die ich danach nur noch verteidigen musste“, sagt der Schüler der elften Klasse des Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasiums dazu. Die DLRG-Betreuer der Nationalmannschaft – Teammanager Holger Friedrich, Nationalcoach Urs Schirbel und Jasmin Hassemeier – „fanden das toll, haben mir aber auch gesagt, dass ich beim Start sogar noch Zeit liegengelassen habe“. In der Tat: Auf den ersten 25 Metern war Baumann noch gar nicht vorne dabei, drehte dann aber mächtig auf.
Notwendige Dopingkontrolle dauert eine Stunde
Nach dem Rennen begab er sich so schnell wie möglich zur Dopingkontrolle. „Dazu hat man nur 24 Stunden Zeit, wenn der Rekord anerkannt werden soll“, erklärt der Junioren-Doppelweltmeister der Rettungsschwimmer vom August in Australien. Eine Stunde brauchte er dann, bis es endlich geklappt hatte.
Eine neue Bestzeit schwamm Baumann zudem noch über 100 Meter kombiniertes Retten (1:03,93 min) am Samstag, über 200 Meter Super Lifesaver (2:17,94) kam er nah an seine Bestmarke heran. Beim Super Lifesaver verschenkte er allerdings drei bis vier Sekunden beim Einklinken des Gurts in die Puppe. „Da hätte ich schneller sein können“, findet er. Dazu kamen noch 100 Meter Retten mit Flossen, 200 Meter Hindernisschwimmen und die deutschen Staffeln über 4x50 Meter Hindernis und 4x25 Meter mit der Puppe. Auch das mit großem Erfolg: Die Deutschen gewannen alle Staffeln und auch die Nationenwertung.
Vorm nächsten Wettkampf noch zwei Klausuren
Bevor seine Zweibrücker Teamkollegen Michael Raje, Lukas Fritzke und er nun am kommenden Wochenende in Essen beim deutschen Mannschaftswettbewerb an den Start gehen, stehen für den Oberstufenschüler (Leistungsfächer Englisch und Sport) unter der Woche aber erst mal noch andere wichtige Dinge an: „Eine normale Klausur in Sporttheorie und eine in Psychologie, die ich noch nachholen muss.“