Zweibrücken
Profitiert die SPD in Zweibrücken vom Wosnitza-Effekt?
Bei den Zweitstimmen, die über die Sitzverteilung im Mainzer Landtag entscheiden, haben die Zweibrücker Wähler am Sonntag der sonst so stark abgestraften SPD in der Rosenstadt ein Resultat beschert, das über dem Landesergebnis liegt. Anders als im gesamten Rheinland-Pfalz hatte die SPD in Zweibrücken die Nase vorn – mit 28,1 Prozent der Zweitstimmen; vor CDU und AfD, die sich in der Rosenstadt mit je 26,3 Prozent den zweiten Platz teilen. Mit Blick auf die parallel abgehaltene erste Runde der Oberbürgermeisterwahl könnte sich da die Vermutung aufdrängen, dass die Landes-SPD in den Zweibrücker Wahlkabinen ein Stück weit vom Zuspruch für den sozialdemokratischen Amtsinhaber Marold Wosnitza (SPD) profitiert hat.
Den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg der Rechtspopulisten in Zweibrücken haben die Wähler am Sonntag etwas gebremst. Hatte die AfD bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 in der Rosenstadt noch die meisten Zweitstimmen errungen – nämlich mit 27,8 Prozent vor CDU (24,1) und SPD (19,9) –, so musste sie sich hier diesmal auf Landesebene mit 26 Prozent und Platz 3 begnügen. Gut drei Prozentpunkte hinter der CDU und knapp hinter der SPD.
AfD in zwei Stadtteilen vorn
In den Stadtteilen Ixheim (29,1 Prozent) und Bubenhausen (28,8) holte die AfD jedoch die meisten Zweitstimmen. Der rheinland-pfälzische Wahlsieger CDU wurde Erster in Mittelbach mit 29,1 Prozent. Dagegen verteidigte die SPD ihre Hochburg Rimschweiler bei den Zweitstimmen mit bärenstarken 37,2 Prozent gegenüber 26,5 Prozent für die CDU und 18,2 Prozent für die AfD. Auch in den übrigen Stadtteilen wurde die SPD stärkste Partei.
Stauch (SPD) in Zweibrücken vor Weber (AfD)
Doch im Rennen ums Direktmandat im Wahlkreis gelang dem CDU-Kandidaten Christoph Gensch das Kunststück, auch im traditionell „roten“ Rimschweiler die meisten Erststimmen zu holen. Ohnehin hat der Zweibrücker CDU-Politiker bei seiner Wiederwahl in den Landtag auch in seiner Heimatstadt obsiegt. Zwar blieb er am Sonntag Zweibrücken-weit unter seinem Wahlkreis-Gesamtergebnis von 38,1 Prozent, doch hielt der Mediziner mit 36,6 Prozent der Erststimmen seine Konkurrenz auch hier deutlich auf Abstand. Einen Achtungserfolg in der Stadt verbucht Daniela Stauch: Dass sich die 35-Jährige aus Rieschweiler-Mühlbach Monate vor der Wahl im SPD-internen Ringen um die Direktkandidatur gegen die Zweibrückerin Adriana Storero durchgesetzt hatte, wurde ihr von den Zweibrückern nicht verübelt. Mit 24,7 Prozent der Erststimmen wurde Stauch in der Rosenstadt Zweite hinter Gensch. Damit schnitt sie hier sogar noch besser ab als auf Wahlkreisebene: Dort fand sie sich am Ende mit 23,5 Prozent nur auf dem dritten Platz wieder – hinter dem AfD-Kandidaten Sergej Weber, der es auf 24,1 Prozent brachte. In seinem Wohnort Zweibrücken musste sich Weber mit 23,8 Prozent hinter Daniela Stauch einreihen.