Zweibrücken
Pop-up-Store soll zum größeren Schaufenster werden
Oberbürgermeister Marold Wosnitza hatte es im vergangenen Oktober abgekündigt: Das vom Verein „Zukunftsregion Westpfalz“ 2022 mit angeschobene, im Januar 2023 dann auf 44 Quadratmetern in Räumen der ehemaligen Hypovereinsbank gestartete Projekt der städtischen Wirtschaftsförderung wird fortgesetzt, das Konzept aber an die Nachfrage angepasst. Waren es zunächst nur gründungswillige Einzelhändler und Dienstleister, die sich mit einem Exposé bei der Stadt bewerben konnten, um für zwei bis acht Wochen günstig zu mieten, praktische Marktforschung zu betreiben, sollen nun mehr Interessierten Gelegenheit bekommen. Etwa Zweibrücker Gewerbetreibende, die ihr Geschäft in eher Publikumsverkehr ferneren Lagen betreiben, mit einem Aktionsangebot in der höher frequentierten Fußgängerzone aber einmal auf sich aufmerksam machen wollen. Die „Schaufenster-Idee“ habe sich aus Anfragen ergeben, sagt Anne Kraft, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung. Voraussetzung für eine Einmietung im Pop-up-Store, Ecke Hauptstraße/Mühlstraße, sei aber: Das Sortiment oder Angebot muss in den Innenstadtmix passen. Man werde etwa nicht an private Flohmarktbetreiber vermieten oder an Firmen, die nur an einer reinen Präsentation, keinem Verkauf, interessiert seien. Baulich bedingt – das seit zwei Jahren der städtischen Wohnungsgesellschaft Gewobau gehörende Gebäude verfügt über keine Küche – gibt es auch Einschränkungen für gastronomische Nutzungen.
Wechselndes Angebot nutzt dem bestehenden Gewerbe
Zahlen gründungswillige „Testmieter“ nur einen geförderten Mietpreis von fünf Euro pro Quadratmeter (mit Nebenkosten 55 Euro die Woche; Mindestmietzeit sind zwei Wochen), so sind es bei den Kurzzeitnutzern 15 Euro. Sechs Wochen längstens können sie mieten. Abwechselung soll damit gesichert sein. Das ist auch ein wesentlicher Gedanke der Konzeptanpassung. Neue, wechselnde Angebote sollen die Innenstadt für Kunden interessant machen, Neugierige anziehen. Das nutzt dann auch dem bestehenden Einzelhandel und der Gastronomie.
Die Miete von 15 Euro pro Quadratmeter sei für die sogenannte 1a-Lage Fußgängerzone marktüblich, sagte die Wirtschaftsförderung.
Im ersten Jahr: Fünf Mieter, 110 Tage Belegung
Im Januar 2023 mit einem Kostümverkauf der Spielwarenhändlerin Sandra Cleemann gestartet, hatte der sich die Räume mit dem Innenstadtkoordinator und dem Stadtmarketing teilende Pop-up-Store im ersten Jahr fünf Mieter mit ganz unterschiedlichen Angeboten, von Kunsthandwerk über Maßhemden bis Secondhand. An 110 Tagen – etwa ein Drittel des Möglichen – habe es eine Belegung gegeben, erklärt Anne Kraft von der städtischen Wirtschaftsförderung. Der Erfolg sei nachweislich: Mit dem „Genussladen“ von Gewürze Schwabe gibt es eine „Ausgründung, einen Dauerbetrieb mit Warenverkauf und gastronomischem Angebot nur wenige Meter weiter in der Mühlstraße, am Schloss. Aus einem Sonderverkauf zum Firmenjubiläum wurde ein dauerhaftes, die zentrale Einkaufslage aufwertendes Angebot.
Den Effekt sieht man auch bei der Zukunftsregion Westpfalz gerne. Die Erweiterung des Konzepts, sagt der Geschäftsführer der Zukunftsregion, Hans-Günther Clev, habe dazu geführt, dass man die für 2024 vorgesehene Förderung verdoppelt habe. Ein guter Teil der fixen Kosten für die Stadt Zweibrücken sie damit zu decken. Die Zukunftsregion unterstützte ein ähnliches Projekt in Pirmasens.
Mietgelegenheit
Auf ähnliche, folgende Erfolgsstorys wie den „Genussladen“ hofft die Wirtschaftsförderung. Möglichkeiten, sich ähnlich wie die Familie Gab von Gewürze Schwabe erst mal auszuprobieren, gibt es. In den kommenden Wochen stehen die Räume in der Hauptstraße 52 zur Verfügung, es gebe Mietinteressenten, aber noch keine fixe Belegung. Interessierte können sich bei der Zweibrücker Wirtschaftsförderung melden.
Pop-up-Store Zweibrücken
Wirtschaftsförderung Stadtverwaltung Zweibrücken
Telefon: 06332/871230; E-Mail: wirtschaftsfoerderung@zweibruecken.de