Zweibrücken vor der OB-Wahl
OB-Kandidat Hofer: Notfalls auch mal Klage einreichen
„Wie wird Zweibrücken aussehen, nachdem Sie acht Jahre Oberbürgermeister waren?“ Diese Frage haben wir allen vier OB-Kandidaten gestellt. Die drei Bewerber und eine Bewerberin sollten im Gespräch mit der RHEINPFALZ aufzeigen, welche Themen, Bereiche, Projekte und Maßnahmen ihnen wichtig sind, was unter ihrer Führung angepackt würde und was Zweibrücken 2034 erreicht haben soll. Hier zeigt Christian Hofer (AfD) seine Vorstellungen auf.
Nach acht Jahren unter seiner Führung hätte die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt, weil das Land mehr gegenfinanziert, sagt Hofer. „Weil darauf bestanden wird, dass das Konnexitätsprinzip eingehalten wird. Wenn das Land das nicht macht, wird geklagt, so wie es der Landkreis Südwestpfalz gemacht hat.“ In der Verwaltung gebe es weniger Bürokratie, etwa, was Auflagen für Bauwillige angeht. Anliegen der Bürger würden schnell bearbeitet. Die Stadtpolitik sei transparent. Die Zweibrücker nutzten rege die Einwohnerfragestunde und würden gehört.
Die Straßen seien nach acht Jahren OB Hofer alle ausgebaut und saniert. Die Glasfaseranbindung sei vollendet, die Schäden seien beseitigt und von den verursachenden Firmen bezahlt. Die Stadt setze Regressansprüche durch, notfalls auch hier mit rechtlichen Schritten. Im OB-Hofer-Zweibrücken von 2034 prüfe das Bauamt Auftragsvergaben sehr viel sorgfältiger als jetzt, weshalb der Stadtrat nicht mehr ständig mit Mehrkosten konfrontiert werde. Bei Ausschreibungen nehme die Stadt nach dem Schweizer Modell nicht das günstigste, sondern das zweitgünstigste Angebot, damit die Firmen realistische Angebote abgeben.
Die Grundsteuer will Hofer senken, um es Gewerbetreibenden – vorhandenen und solchen, die sich ansiedeln wollen – leichter zu machen. „Gewerbetreibende und Handwerker sollen hier eine Heimat finden.“ Mit Stadtchef Hofer gebe es genügend gut bezahlte Arbeitsplätze und bezahlbaren Wohnraum, „wobei die Gewobau hier sehr gute Arbeit leistet“. Fachkräfte könnten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen.
Stabile Arbeitsplätze und ein Kindernotdienst
Zweibrücken sei nach acht Jahren Hofer eine Stadt, die junge Familien hier hält und weitere anzieht, weil sie sichere Arbeitsplätze und eine funktionierende Kinderbetreuung hat, sagt der Bewerber. Amazon habe sich dauerhaft am Steitzhof angesiedelt, dazu zwei, drei weitere Firmen. Freie Gewerbeflächen würden deutschlandweit intensiv beworben. Die großen Arbeitgeber wie John Deere, Tadano und Pallmann seien noch da und stabil. Und: „Ein Kinderarzt-Notdienst Westpfalz mit Standort Zweibrücken würde aufgebaut“, auch das entspricht Hofers Zukunftsvisionen.
Der AfD-Mann würde als OB das Radwegenetz ausbauen, Lücken in der Innenstadt schließen und alle Vororte anschließen, wie er sagt. Auch das Wanderwegenetz würde ausgebaut und gepflegt. Hofer schwebt außerdem vor, dass die Stadt mit Partnern neben Großveranstaltungen wie dem Stadtfest auch kleinere Events anbietet. Er denkt etwa an ein Allee-Fest mit Ständen oder Foodtrucks. Die Stadtbusse fahren im Hoferschen 2034 flexibel, auf den Bedarf abgestimmt.
Kulinarische Meile in der Innenstadt
Hofers weitere Vorstellungen: In der Innenstadt gibt es kaum noch Leerstände, weil Geschäftsleute angelockt wurden, etwa durch eine kulinarische Meile, so dass die Menschen im Outlet einkaufen und in der Innenstadt essen. Alexanderplatz und Herzogplatz seien keine „Steinwüsten“ mehr, nachdem er zehn Jahre das Sagen hatte. In Hofers Idealvorstellung von 2034 gibt es noch beide Schwimmbäder. „Sollte deren Sanierung für die Stadt zu teuer werden und man müsste auf eins verzichten, wäre es sinnvoller, das ganzjährig nutzbare Hallenbad zu erhalten“, auch wegen des nicht weit entfernten Contwiger Freibads.
Wenn ein Bad fällt, dann das Freibad
Zweibrücken sei nach acht Jahren OB Hofer komplett barrierefrei. Alle Schulen seien ausgebaut, saniert und vernetzt, digitales Lernen werde effektiv genutzt. Jedes Kind, das einen Kita-Platz braucht, habe einen. Es gebe sichere Kernzeiten, indem die Kitas als Einheit gesehen werden und Erzieherinnen vorübergehend in eine andere Kita wechseln, wenn dort Not am Mann ist. Alle Eltern könnten sich bei einem OB Hofer sicher sein, dass ihre Kinder zuverlässig betreut werden, stellt der AfD-Kandidat in Aussicht.
Zu seiner Vision gehört auch, dass die Bahnstrecke nach Homburg Facharbeiter von außerhalb nach Zweibrücken spült.
Zur Person
Christian Hofer aus Ernstweiler wird am 11. März, also elf Tage vor der OB-Wahl, 40 Jahre alt. Der Kfz-Mechatroniker ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit der Kommunalwahl 2024 sitzt er für die AfD im Zweibrücker Stadtrat.