Zweibrücken Nur 20 Tage im Jahr am Campus
Die ersten neun Absolventen am Zweibrücker Hochschul-Campus haben das vor fünf Jahren gestartete Fernstudium IT-Analyst abgeschlossen. Die Studierenden, die von Kiel über Hamburg bis München und aus Belgien kommen, absolvierten den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang papierlos und mit 20 Anwesenheitstagen pro Jahr innerhalb von neun Semestern.
Dabei hatten die Studenten zu Beginn bereits eines gemeinsam: Alle verfügten über Praxiserfahrung im IT-Bereich, stießen jedoch ohne Hochschulabschluss an Karrieregrenzen. Studieren und kommunizieren über eine digitale Lernplattform, ähnlich den Foren und Newsblogs in sozialen Netzwerken − das ist laut Hochschule eine Besonderheit des Fernstudiengangs IT-Analyst. Und die sorgt dafür, dass Zweibrücken trotz seiner Randlage für Studierende von weither attraktiv ist. Studiengangsleiter Jörg Hettel spricht von einem zukunftsweisenden Konzept, zumal auch der berufsbegleitende Ansatz neue Studentengruppen erschließe. IT-Analysten betreuen Software-Projekte, haben dabei Kontakt mit Kunden. Dass sie Inhalte ihres Studiums unmittelbar im Arbeitsalltag einsetzen können, beschreiben Studierende als besonderes Plus: „Ich habe schon zwei, drei Module gehabt, aus denen ich Teile in Projekte einbringen und damit glänzen konnte“, erklärt der 35-jährige Thorsten Lang. Entsprechend groß sei die Bereitschaft von Arbeitgebern, ihren Beschäftigten die Teilnahme an den Präsenz-Wochenenden zu ermöglichen. Von den aktuell fast 100 Fernstudierenden im Fach IT-Analyst sind die meisten Fachinformatiker. Quereinsteiger mit Informatik-Grundlagen bilden aber laut Studiengangskoordinatorin Sabine Geigenmüller keine Ausnahme. Was die Inhalte angeht, folgen auf das Einüben wesentlicher Lern- und Selbstlerntechniken Grundlagen der Informatik, aber auch Geschäftsprozessmanagement oder Konfliktlösungsstrategien. Die Besonderheit: Alle Themen werden – der beruflichen Verpflichtung Rechnung tragend – aufeinander folgend vermittelt und nicht parallel, wie in anderen Studiengängen üblich. Wie im klassischen Studium gehe es im zwischenzeitlich auf acht Semester verkürzten Studiengang familiär zu; das gelte auch für den Umgang mit den Dozenten. Das gelingt laut Hochschule etwa durch Skype und wöchentliche Video-Sprechstunden, die ein persönliches Erscheinen auf dem Zweibrücker Kreuzberg prinzipiell verzichtbar machen.