Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Niklas Betz gelingt auf Million Dollar Baby schnelle und fehlerfreie Traumrunde

Flogen fehlerfrei durch den Parcours – und das auch noch in einer unglaublich schnellen Zeit: Sieger Niklas Betz vom RFV Limbach
Flogen fehlerfrei durch den Parcours – und das auch noch in einer unglaublich schnellen Zeit: Sieger Niklas Betz vom RFV Limbach auf Million Dollar Baby.

Million Dollar Baby machte seinem Namen alle Ehre und gewann unter Niklas Betz das S*-Springen beim Turnier im Landgestüt.

Million Dollar Baby heißt eines der Pferde von Springreiter Niklas Betz, der für den Reit- und Fahrverein Limbach startet. Am Sonntagnachmittag hat das braune 14-jährige belgische Warmblut seinem Namen alle Ehre gemacht, indem es mit Betz im Sattel das S*-Springen beim Turnier des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter im Landgestüt gewann. Millionen waren zwar nicht als Preisgeld zu gewinnen, aber beim zweiten Springturnier 2026 des Clubs unter freiem Himmel haben Betz und seine Stute eine schnelle und fehlerfreie Traumrunde auf dem anspruchsvollen Parcours hingelegt.

26 Nennungen standen auf der Starterliste für die S*-Prüfung auf dem Flut-Ebbe-Boden im Landgestüt. Darunter auch der Vorsitzende des gastgebenden Clubs, Steffen Hauter, der auf Chanetto ritt und den 22. Platz erreichte. Einige Starter traten mit verschiedenen Pferden mehrmals an.

410 Pferde in elf Prüfungen

Insgesamt 410 Pferde starteten zwischen Freitag und Sonntag in elf Prüfungen, wobei Niklas Betz die mit Abstand größte Auswahl der Starter aus der Region hatte: Er hatte insgesamt 24 verschiedene Springpferde gemeldet. Nur Sebastian Kirst vom Reitclub Mittelmosel bot mit 30 Pferdenamen eine längere Auswahlliste. Doch nicht alle diese Pferde traten auch an. Denn die Auswahlliste besagt lediglich, dass die Tiere startberechtigt sind. Für welches Pferd sich der Reiter oder die Reiterin entscheidet, hängt unter anderem von der Tagesform ab. Und die stimmte bei Niklas Betz genauso wie bei seiner Million Dollar Baby.

Die Parcours-Chefs Dirk Eicher und Frank Andreas machten es den Startern nicht leicht in der elften Prüfung, die aufgrund geringer Nennungen in der Prüfung zuvor eine halbe Stunde vor der eigentlichen Startzeit 16 Uhr anfing. Lange Geraden, enge Kurven, eine Streckenführung, die volle Aufmerksamkeit benötigte, verlangten den Reiter-Pferd-Kombinationen alles ab. Dazu die Höhen von 1,40 Meter, die übersprungen werden mussten.

Oxer Nummer vier besonders anspruchsvoll

Sind S*-Springen grundsätzlich nichts für Anfänger, war dieser Parcours besonders anspruchsvoll. Vor allem Oxer Nummer vier, an der Geraden zur Gestütsallee aufgebaut, erwies sich als Auslesepunkt. Kein anderes Hindernis selektierte so klar, wer strafpunktfrei die restlichen sieben Hindernisse in Angriff nehmen konnte. Daher mussten die Richter Werner Staub und Kurt Pfister des Öfteren Strafpunkte verlesen.

Niklas Betz und seine Stute Million Dollar Baby hingegen flogen durch den Parcours. Nicht nur, dass beide den Oxer vier mit Leichtigkeit nahmen, auch die restlichen Balken blieben unangetastet. Das klassische „Klong“, wenn ein Huf oder Schienbein die armdicken Rundbohlen berührt oder gar zu Fall bringt, blieb aus. Doch nicht nur das. Zuvor erreichte Niklas Betz mit seinem ersten Pferd Catching Fire mit 80,81 Sekunden nicht die schlechteste Rundenzeit, landete aber wegen vier Strafpunkten letztlich auf Rang elf. Mit Million Dollar Baby hingegen durchritt er den Parcours nicht nur mit Leichtigkeit, sodass unter dem Pferd noch einiges an Luft war beim Überqueren der Hindernisse, sondern auch noch unglaublich schnell. Nur 71,28 Sekunden brauchte das Duo für den perfekten Ritt, während die Zweitplatzierte, Anuschka Spanrath vom RV Tholix auf Cancun, knapp sieben Sekunden länger brauchte. Die längste gemessene Zeit waren 97,30 Sekunden.

Platz sieben für Fabiano Meyer-Giulini

Ein Fakt, der nicht nur einige der rund 100 Zuschauer ungläubig schauen ließ, sondern auch für die ein oder andere Nachfrage sorgte. „Sag’ mal, stimmt das, Einundsiebzigkommazweiacht?“, fragte ein Reiter im Publikum, der bereits abgeritten hatte, seine Zuschauer-Nachbarin ungläubig. Doch auch in der Ergebnisliste war diese Zeit genauso angegeben und somit ganz offiziell richtig.

Niklas Betz und Million Dollar Baby hatten sich bei bestem Wetter gegen Starter aus Luxemburg, Fußgönheim, Billigheim, Honzrath, Heiligenwald, Meißenheim und den einzigen Reiter aus Zweibrücken durchgesetzt. Fabiano Meyer-Giulini erreichte in 85,01 Sekunden Platz sieben. Dritte wurde Diane Kettmann (Cavaliers Réunis Luxembourgeois) auf First Vleut in 79,25 Sekunden, ebenfalls strafpunktfrei.

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