Zweibrücken Neuer Discounter soll 4,3 Millionen Euro Jahresumsatz machen
Bei einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern geht das Büro Junker + Kruse davon aus, dass der neue Lebensmitteldiscounter am Rande der Canada-Siedlung jährlich rund 4,3 Millionen Euro umsetzen wird. 3,9 Millionen Euro entfallen auf Nahrungs- und Genussmittel, 0,4 Millionen auf Gesundheits- und Körperpflegeartikel. Der Stadtrat will den Bebauungsplan „Canadasiedlung-Nahversorgung“ heute wieder einen Schritt voranbringen.
Die knapp 34 000 Zweibrücker haben eine Kaufkraft von 74,5 Millionen Euro bei Nahrungs- und Genussmitteln, weitere 11,7 Millionen bei Gesundheits- und Körperpflegeartikeln. Das geht aus der Untersuchung des Büros Junker + Kruse aus Dortmund über die Auswirkungen des Discountermarktes auf die Zweibrücker Nahversorgungsstruktur hervor. Durch den neuen Markt mit einem Jahresumsatz von 4,3 Millionen kommt es zu Umsatzverlagerungen. Prozentual am stärksten davon betroffen werden die Märkte in Niederauerbach sein, Edeka und Lidl verlieren nach den Berechnungen je neun Prozent), der Penny-Markt acht. Aldi und Rewe am Etzelweg würden laut Junker + Kruse jährlich 600 000 Euro an Umsatz verlieren, das Hilgard-Center als Nahversorgungszentrum in der Stadtmitte 700 000 Euro. Das entspricht fünf Prozent des Jahresumsatzes von hochgerechnet 14 Millionen im Hilgard-Center. Junker+ Kruse hält eine Umsatzverteilung von bis zu neun Prozent für maximal zumutbar. Wahrscheinlicher Mieter des Einkaufsmarktes, den die Gewobau errichten will, wird der Discounter Netto. Die Gespräche mit der Gewobau sollen weit fortgeschritten sein, ein Vertrag ist allerdings noch nicht unterzeichnet. Mit dem neuen Markt will die Stadt vor allem die wohnortnahe Versorgung im Südosten der Stadt rund um den Fasanerieberg sicherstellen. Hier hatten in den letzten Jahren einige Lebensmittelversorger ihren Betrieb aufgegeben, etwa in der Canadastraße. Im Kerneinzugsgebiet des Marktes am Rande der Siedlung leben gut 5000 Zweibrücker, von denen jeder durchschnittlich im Jahr 2200 Euro für Nahrungs- und Genussmittel ausgibt. Da das Gelände in Richtung Nordwesten stark abfällt, muss es für den Bau des Marktes neu modelliert werden, zudem muss auch eine 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. Zum einen sind da nämlich pro Tag bis zu 1500 Autos, die den Parkplatz mit 75 Stellplätzen anfahren, zum anderen beliefern zwei Lastwagen täglich den Markt und entladen laut Planern zwischen 40 und 50 Paletten. Der Stadtrat soll in der heutigen Sitzung – ab 17 Uhr im Rathaus – die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden beschließen. Eine Anregung der Industrie- und Handelskammer, die Umsatzverteilung des Hilgard-Centers nach den einzelnen Märkten auszuweisen und den geplanten Lebensmitteldiscounter neben dem ehemaligen City Outlet zu berücksichtigen, nimmt die Stadt zur Kenntnis. Der innerstädtische Discounter wirke sich auf den Bebauungsplan nicht aus. (ts)