Zweibrücken
Neue Bänke in der Stadt: Hässliche Hippo-Wannen oder moderne und nachhaltige Hingucker?
„Meine Güte, es verschlug mir fast die Sprache“, sagt Ruth Nord. Sie kann nichts Gutes an den neuen Sitzgelegenheiten auf dem Alexanderplatz finden. Bunte Sitzelemente unterschiedlicher Größe ersetzen seit einigen Tagen die klassischen Holzbänke, die zuvor zur Rast einluden. „Die Form-Farbe-Material-Gebung ist grandios hässlich: Schönes Türkis mit ,Dünnpfiff-Rosabraun’. Der honigfarbene Sitzflächen-Lattenrost toppt das Farbenspiel“, begründet Nord ihre Kritik. Das könne Zweibrücken unter die „Top 10 der hässlichen Innenstadt-Utensilien“ bringen, meint Nord.
Die Form erinnere sie an „alte freistehende Badewannen für Babynilpferde mit Wasserüberlauflöchern rundum“. Dies seien übrigens „tolle Löcher, um Zigarettenkippen oder Ähnliches spielerisch reinzufrickeln“. Auch das Material sieht ihrer Meinung nach „total unwertig aus“. „Ich persönlich finde sie hässlich und gerade dort deplatziert. Sie scheinen mir eher geeignet für einen Kinderspielplatz, fürs Freibad, im Skaterpark von der Farbwahl, der Form und dem Material her“, fasst Nord zusammen. Sie frage sich, warum man für den Alexanderplatz nicht die schönen Bankformen vom Rest der Fußgängerzone genommen habe.
Stadtverwaltung: Viele positive Rückmeldungen
Die Stadtverwaltung hingegen habe laut eigener Aussage positive Rückmeldungen erhalten, „sowohl von älteren Bürgerinnen und Bürgern als auch von Eltern mit Kleinkindern“, teilt Stadtpressesprecher Jens John auf Anfrage mit. Die Sitzelemente passten auf den Alexanderplatz; der Kontrast zwischen Historie und Moderne sei gewollt. Aufgestellt wurden die Möbel vom Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ). Gekostet haben die Sitzelemente laut John knapp 26.000 Euro; 90 Prozent finanziert über Fördergelder des Programms ZIZ (Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren) und zehn Prozent städtischer Eigenanteil.
John: „Im Rahmen des Förderprogramms ZIZ wurde am 11. Februar 2025 im Bauausschuss beschlossen, dass neue Möbel und mobiles Grün auf den Alexanderplatz kommen sollen. Der Vorschlag resultierte aus der Bürgerbefragung vom November 2024.“ Die Elemente mit dem mobilen Grün werden in den nächsten Wochen aufgestellt; auch die Sitzelemente seien mobil, ergänzt John.
Mannheimer Firma hat nachhaltige Bank entworfen
Die Bänke kommen von der Firma City Decks Livable Cities aus Mannheim. Die Produkte werden dort entwickelt und gefertigt, erklärt John. Sie haben keine Lehnen, bestehen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff und Lärchenholz aus regionaler Forstwirtschaft, sind zu 100 Prozent FSC-zertifiziert und wetterfest. Die Elemente seien „extrem pflegeleicht“, die Holzfläche könne nachgeölt werden, informiert John. Die Module der Firma City Decks seien „moderne, umweltfreundliche Eyecatcher, Hingucker, welche die Aufenthaltsqualität erhöhen und damit den Platz beleben“, resümiert John. Im gesamten Innenstadtbereich seien Bänke sowohl mit als auch ohne Lehne vorhanden.