Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 20 Jahren, fünf Kindern und einem Enkel wird geheiratet

Eric Linzmann und Rebekka Hensel sind noch in ihren 30ern, aber schon Oma und Opa.
Eric Linzmann und Rebekka Hensel sind noch in ihren 30ern, aber schon Oma und Opa.

Rebekka Hensel und Eric Linzmann haben schon vor langer Zeit Ja zueinander gesagt. Jetzt wollen sie ihre Liebe besiegeln, unter anderem bei einer Aktion im Rosengarten.

„Das wurde auch Zeit“, bekommt Rebekka Hensel derzeit öfter zu hören, wie sie lachend erzählt. Was meinen Freunde und Verwandte damit? Nun, Hensel und ihr Lebensgefährte Eric Linzmann sind seit über 20 Jahren ein Paar, die beiden haben zusammen fünf Kinder und sind bereits Großeltern. Doch jetzt erst wird geheiratet: am 15. April standesamtlich, am 9. Mai kirchlich. Letzteres im Rosengarten bei der Aktion „Blessed“ („Gesegnet“) der evangelischen Landeskirche, die kirchliche Zeremonien im Schnelldurchlauf anbietet und Geistliche, Musik sowie Deko mitbringt.

Rebekka Hensel und Eric Linzmann sind seit Schulzeiten ein Paar, er war 17, sie 18 Jahre alt, als mit Joshua das erste Kind zur Welt kam. Joshua ist heute 19 und selbst bereits Vater des einjährigen Elio, der somit mit der 38-jährigen Oma und dem 37-jährigen Opa äußerst junge Großeltern hat. Das baldige Hochzeitspaar hat außerdem die Kinder Emylie (18), Felix (12), Maximilian (10) und Sophia (6). Seit fünf Jahren lebt die siebenköpfige Familie in Contwig. Rebekka kommt ursprünglich aus Hermersberg, Eric aus Schmalenberg. Nach Contwig zogen sie, weil Eric zunächst bei einer Kranvermietung in Zweibrücken Arbeit fand und jetzt bei Steil Kranarbeiten in Blieskastel-Bierbach angestellt ist.

Wie gefällt’s der Familie in Contwig? „Es war die beste Entscheidung unseres Lebens, hierher zu ziehen“, ist Rebekka Hensel voll des Lobes für den neuen Heimatort. Das Paar und seine Kinder seien herzlich empfangen worden, die Kinder seien über Schulen, Vereine und Freunde voll integriert, auch die Eltern hätten neue Freundschaften geschlossen, und mit den Nachbarn funktioniere es prima. „Wir fühlen uns pudelwohl hier und wollen nicht mehr weg“, sagt die baldige Braut, die drei Brautkleider in der engeren Auswahl hat, „alle drei in Weiß“.

Über 20 Jahre verlobt

Dass das Paar nicht längst verheiratet ist, hat „eigentlich keinen besonderen Grund“, wie Rebekka sagt. Vorgehabt hätten es beide schon immer, „aber dann kamen die fünf Kinder, und da erschien die Hochzeit erst mal nicht mehr so dringend“. So vergingen über 20 Jahre als Verlobte. Dann habe sie zu ihrem Lebensgefährten gemeint, sie wolle noch vor dem 40. Geburtstag heiraten, „um eine schöne, faltenfreie Braut zu sein“, wie sie schmunzelnd sagt. Gesagt, getan, der Termin fürs Standesamt wurde festgelegt. Auf die Möglichkeit, die Verbindung zusätzlich kirchlich im Rosengarten zu besiegeln, habe sie ihre beste Freundin aufmerksam gemacht. „Ich glaube, wir waren dort die ersten, die sich angemeldet haben“, sagt Rebekka.

Für die kirchliche Zeremonie hat das baldige Ehepaar den Hochzeitspavillon im Rosengarten gebucht. Wer sie traut, wie die Deko aussieht und ob die Live-Musiker eins ihrer Lieblingslieder spielen können – „Das Beste“ von Silbermond oder „Weiße Haare“ von Florian Künstler – wissen die beiden noch nicht. „Wir sind zuversichtlich“, meint Rebekka. Die fünf Kinder seien natürlich bei beiden Trauungen dabei, die kirchliche Trauung im Rosengarten falle etwas größer aus mit weiteren Familienmitgliedern und Freunden. Nach dem Sektempfang im Rosengarten gehe es weiter nach Contwig zum Feiern.

Am Alltag des Paares werde sich nichts ändern, so Rebekka. Dennoch empfänden beide die Hochzeit als Symbol ihrer innigen Beziehung. „Es ist einfach schön, dass es jetzt klappt, wir freuen uns sehr, auch die Kinder.“ Es sei nicht immer leicht gewesen, vor allem als sie beide noch sehr jung und die Kinder sehr klein waren, „aber wir haben das alles zusammen gemeistert“. Und das werde nun gefeiert.

Paare haben freien Eintritt

Die Aktion „Blessed“ wurde ins Leben gerufen von Pfarrerin Diemut Meyer aus Speyer, die dort das Segensbüro leitet. „Wir wollen ein niedrigschwelliges Angebot für Paare machen, sich kirchlich trauen oder segnen zu lassen“, sagt Meyer. Die Paare hätten so keinen großen Organisationsaufwand, alles laufe sehr stressfrei ab. Bei den je 15-minütigen Zeremonien am 9. Mai im Rosengarten haben die Paare selbst laut Meyer freien Eintritt, weitere Gäste zahlen den Eintritt für den Rosengarten. Für das Paar gibt’s Sekt von „Blessed“, für die Gäste kann ein Sektempfang im Rosengarten aufgebaut werden. Am 9. Mai gebe es im Rosengarten, im Trauzimmer, auch standesamtliche Trauungen. „Wer will, kann sich direkt danach bei uns auch noch kirchlich trauen lassen“, so Meyer.

Die Zweibrücker Dekanin Silke Gundacker habe die Idee für die „Blessed“-Aktion in Zweibrücken gehabt, und Rosengartenleiter Heiko Hübscher sei gleich Feuer und Flamme gewesen. Fünf bis sieben evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer werden an dem Tag zugegen sein, schätzt Meyer. Sie würden vorher mit den Paaren für ein persönliches Gespräch zusammengebracht. Die Zeremonien würden untermalt mit Live-Musik, ein Geiger und eine Sängerin seien dabei. Auf einer Playlist könnten Paare sich vorher ein Lied aussuchen.

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