Zweibrücken Mit „Ladi“ auf den Spitzenreiter vorbereitet

Einen besonderen Trainingsgast hatten diese Woche die Oberligahandballerinnen des SV 64 Zweibrücken: Ladislav Kovacin, Torwart des Zweibrücker Drittligateams, stand am Montag beim Training der Frauen zwischen den Pfosten. „Das war großartig“, freute sich SV-Trainer Rüdiger Lydorf, dem ausgerechnet vor dem Spiel am Samstag beim Tabellenführer TSV Kandel (Anwurf: 17.30 Uhr), die Spielerinnen, inklusive Torhüterinnen, ausgehen.

ZWEIBRÜCKEN. „Ladi“ mitnehmen, um beim Spitzenreiter mit einer Geheimwaffe zwischen den Pfosten zu punkten, „das wäre natürlich klasse, wenn das eine Option wäre“, sagt Lydorf lachend. Dass Kovacin Hilfe leistete und sein Trainingspensum nach oben schraubte, hat aus Sicht der Zweibrücker Oberligahandballerinnen allerdings einen weniger schönen Hintergrund. Die Verletzung, die sich Torfrau Daphne Huber beim Warmmachen vor dem Oberligaspiel gegen Wittlich zuzog, entpuppte sich als Zehenbruch. „Für Daphi ist die Saison zu Ende“, bestätigt Lydorf. Ihrer Torwartkollegin Jana Specht, die gegen Wittlich im zweiten Abschnitt stark spielte, ist es berufsbedingt derzeit nur möglich, am Freitag zu trainieren. „Umso schöner, dass ich mit „Ladi“ einen Torwart im Training hatte“, freut sich Lydorf. Zumal das für seine Spielerinnen beim Wurftraining gezeigt habe, dass sie mit Konzentration im Abschluss auch einen Klasse-Keeper wie Kovacin überwinden können. Die Zweibrückerinnen erwartet am Samstag eine ganz schwere Aufgabe. Die Kandeler Mannschaft um Ex-Zweitbundesligaspielerin Christina Wilhelm kann, vorausgesetzt Verfolger Ottersheim-Bellheim verliert in Bassenheim, im Siegfall vorzeitig die Meisterschaft perfekt machen. „Die sind in eigener Halle mit Sicherheit extrem motiviert“, ahnt Lydorf. Zumal die Hiobsbotschaften beim SV nicht abreißen. Bei Nadine Zellmer deuten alle Vorzeichen darauf hin, dass sie sich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hat. Bestätigt sich der Verdacht, ist auch für sie die Saison vorzeitig beendet. Positiv aus Zweibrücker Sicht ist, dass Levke Worm wieder aus dem Urlaub zurück ist und damit eine weitere Rückraumspielerin zur Verfügung steht. „Wir müssen uns ganz sicher etwas gegen Christina Wilhelm und das Kandeler Spiel über den Kreis einfallen lassen“, sagt Lydorf. Im Hinspiel, das Zweibrücken 28:36 verlor, „haben wir zumindest phasenweise gezeigt, dass wir Kandel das Leben durchaus schwer machen können“, resümiert er. Einer konzentrierten Leistung, einer deutlichen Reduktion der technischen Fehler, bedürfe es dazu, steht für Lydorf fest. Die hohe Fehlerquote im Spiel gegen Wittlich kostete sein Team zwei Punkte. Technische Fehler, Ballverluste, die bestraft Kandel mit sehr schnellen und sehr sicheren Konterspiel. „Vielleicht fällt uns ja was Besonderes ein. Etwas um Kandel zu überraschen, um sie mal ins Grübeln zu bringen“, überlegt Lydorf eventuell von der bewährten 5-1-Deckung abzurücken, und in der Abwehr mal etwas auszuprobieren, „was keiner von uns erwartet“, sagt er. (add)

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