Zweibrücken
Mit über 80 durch die 50er-Zone: Wo die meisten in der Stadt rasen
Von Montag bis Sonntag waren die Beamten laut Polizei zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten vergangene Woche in elf unterschiedlichen Gebieten in Zweibrücken unterwegs und haben die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge kontrolliert. Dabei haben sie keine stationären Messanlagen genutzt, sondern bewegliche Lasermessgeräte mit denen die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge flexibel an unterschiedlichen Punkten erfasst werden können. Mit diesen mobilen Geräten können sie in der Regel die Geschwindigkeit von Fahrzeugen auf bis zu einem Kilometer Entfernung erfassen. Zum Beispiel in der Rosengartenstraße: Dort standen die Polizisten mit dem Messgerät an der Heilig-Kreuz-Kirche, konnten aber messen, wie schnell die Autos fuhren, kurz nachdem sie von der Saarlandstraße in die Allee eingebogen waren.
Laut Nicolai Zöller, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, hat die Polizei an den Stellen die Geschwindigkeiten der Fahrer gemessen, „bei denen wir aus vorangegangenen Kontrollen wissen, dass wiederholt die Höchstgeschwindigkeit überschritten wird“. Oder an sogenannten Beschwerdestellen, die Bürger der Polizei gemeldet haben, weil Autos dort ihrer Meinung nach zu schnell fahren. Das sei unter anderem in der Gottlieb-Daimler-Straße, der Homburger Straße sowie die Altheimer Straße in Mittelbach der Fall gewesen.
Jeder Siebte fährt zu schnell
„Bei den Stellen handelt es sich nicht um Unfallschwerpunkte oder um Bereiche, die die Polizei als ,Brennpunkte’ bezeichnen würde“, ergänzt Zöller. In den 30er-Zonen in der Vogelgesangstraße am Hauptfriedhof sowie an der Thomas-Mann-Schule in der Römerstraße wurden ebenfalls die Geschwindigkeiten gemessen. „In allen diesen Bereichen herrscht regelmäßig ein hohes Aufkommen an Fußgängern, die durch überhöhte Geschwindigkeiten gefährdet werden könnten“, erklärt Zöller.
Am Hauptaktionstag, dem sogenannten Speedmarathon am Mittwoch, sei die Polizei Zweibrücken an drei Kontrollstellen im Einsatz gewesen. Über die Woche verteilt haben die Polizisten die Geschwindigkeiten von rund 700 Fahrzeugen gemessen. „Davon fielen 106 Verkehrsteilnehmer mit einer zu hohen Geschwindigkeit auf“, berichtet Zöller. Ihm zufolge wurde der negative Spitzenreiter am Donnerstag in der Landauer Straße gemessen. „Bei erlaubten 50 Stundenkilometern war der Mann mit erstaunlichen 83 Stundenkilometern unterwegs.“ Annähernd so schnell seien zwei weitere Fahrer gewesen, die am Freitag mit 82 Stundenkilometern in der Steinhauser Straße und mit 77 Stundenkilometern in der Homburger Straße gemessen wurden.
Keine Verstöße am Flugplatz
In der Gottlieb-Daimler-Straße seien die meisten Verstöße festgestellt worden. Auf alle beanstandeten Fahrer kämen nun Verwarnungs- oder Bußgelder zu. Laut Bußgeldkatalog müssen die, die innerorts 26 bis 30 Stundenkilometer zu schnell waren, 180 Euro zahlen. In der Europa-Allee auf dem Flugplatz habe die Polizei bei ihren Messungen keine Verstöße festgestellt. Außerdem wurden die Geschwindigkeiten in der Höhenstraße in Mörsbach und in der 70er-Zone auf der Straße Richtung Outlet am Mitfahrerparkplatz gemessen.
Wie geht die Zweibrücker Polizei damit um, wenn viele Fahrer an manchen Stellen in der Stadt zu schnell unterwegs sind? „Hat die Polizei den Verdacht, dass an einer Stelle viele Geschwindigkeitsübertretungen vorkommen könnten oder vermuten wir aufgrund von Unfallgeschehen, dass Geschwindigkeit an einer Stelle eine besondere Rolle spielen könnte, trifft die Polizei zunächst Maßnahmen, um diesen Verdacht aufzuklären“, erklärt Polizeichef Zöller.
Optionen seien beispielsweise der sogenannte Traffic-Counter – ein Gerät, das ohne „Blitzen“ die Anzahl und Geschwindigkeit der Vorbeifahrenden misst und aufzeichnet – oder zuerst Kontrollen mit Geschwindigkeitsmessgeräten. „Kommen wir zum Ergebnis, dass an einer solchen Stelle tatsächlich vermehrt die Geschwindigkeit überschritten wird, treffen wir zu der Stelle passende Maßnahmen. Dies können vermehrte und regelmäßige Kontrollen oder auch bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitssenkung in Zusammenarbeit mit der Stadt sein.