Zweibrücken Live-Musik gehört schon immer dazu

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Während einer Amerikareise 1990, auch mit einer Harley Davidson über die Route 66, entstand bei Manfred Behrend der Traum von einer eigenen Bikerkneipe in Zweibrücken. Zwei Jahre später machte er ihn unter dem Namen „Route 66“ wahr. Nächstes Wochenende feiert er mit Gästen, die unter Umständen sogar aus Amerika einfliegen, Geburtstag. Nicht nur mit lauter Musik.

Für Freitag, 17. Februar, lädt Manfred Behrend, den sie in seiner Kneipe nur Manni nennen, zuerst zu einem geruhsamen Feierabend ein: „Einige meiner Gäste sind älter geworden und wollen es langsamer angehen.“ Das erste Konzert bestreiten deshalb Pepe Pirmann und Markus Wille als MP Akustikduo, zwar ohne ihre rote Couch, aber vielleicht mit Gästen. Laut geht es erst einen Tag später zu. Neben Smokestack und Voltbeat darf man sich auf Gastmusiker von Sin City, Purple Haze und Ozzburn freuen. Ob es ein gemeinsamer Jam wird oder ob sie nur zwischendurch mal mitspielen, steht noch nicht fest. Manni Behrend hofft aber, dass sich zu seinem Jubiläum einmalig eine kleine Zweibrücker Supergroup formiert. Das wäre ein beeindruckendes Dankeschön an einen Gastronom, der dem Thema Rockmusik in allen Facetten seit einem Vierteljahrhundert viel Platz einräumt. Gefragt nach seinen Lieblingskonzerten, sagt Behrend: „Letztens hatten wir Dynamite hier, aus Schweden. Das war schon was. Natürlich sind unsere Zweibrücker Bands alle gut. Ich mag Sin City und Ozzburn. Aber Dynamite, das sind Berufsmusiker. Die hat mir der Dschürgen von Sin City vermittelt. Ich sage mal, die spielen musikalisch in der Zweiten Bundesliga.“ Als ebenfalls herausragend hat er ein Konzert von Hary Wetterstein, einem Bluesmusiker, erlebt. Das war zu Beginn der 90er Jahre. Der Österreicher baut seine Gitarren selbst. Besonders beeindruckend war damals ein doppelhalsiges Exemplar. Wer aber nur wegen der Konzerte in die „Route“ kommt, übersieht, dass die Kneipe mittlerweile selbst ein Stück Zweibrücker Kultur ist. An den Wänden hängen Gitarren, Becken und echte Tankdeckel von Motorrädern der Marke Harley Davidson, die mit Autogrammen auftretender Rockgruppen versehen sind. „Wir haben uns da mit der Ausstattung für die ,Route’ an den Hard Rock Cafés orientiert. Auf den Sachen haben da Leute wie Guns’n’Roses unterschrieben. Bei uns sind das halt Sin City und Ozzburn“, erklärt der Gastronom. Ein Rundgang durch seine Kneipe lohnt sich aber nicht nur deshalb. Als Bikerkneipe für Biker und für Leute ohne Vorurteile ist sie für Soldaten aus allen Kasernen des erweiterten Umkreises ein beliebtes Ausflugsziel. Amerikaner und Deutsche haben Manfred Behrend deshalb Flaggen, Kappen und dergleichen als Erinnerungsstücke überlassen. Andere Gäste haben Andenken aus den USA mitgebracht, darunter eine Regimentsflagge der Amerikaner vom Zweibrücker Kreuzberg samt Echtheitszertifikat. Es kommt vor, dass Besucher etwas davon kaufen wollen – keine Chance. Was bedeutet eigentlich die Bezeichnung „Bikerkneipe für tolerante Menschen“? „In den USA haben berüchtigte Motorradclubs, zum Beispiel die Hells Angels, morgens im Seniorentreff gehockt. Die haben den alten Leuten ein supergeiles Frühstück gemacht. Das hat mir so richtig gut gefallen. Dann habe ich mir überlegt: Ich probiere in Zweibrücken mit Motorradfahrern das Gleiche.“ So kam es dann auch. Da, wo sich jetzt die „Route 66“ befindet, war einst eine Kneipe namens „Mainstreet“, betrieben von einem US-Amerikaner. Bis die Airforce aus der Rosenstadt abgezogen wurde. Danach stand das Lokal zwei bis drei Jahre leer. Behrend bekam schließlich den Zuschlag für das Gebäude. Am 15. April 1992 öffnete die „Route 66“. „Erst habe ich die ,Route’ gemietet. Nach zehn Jahren habe ich sie gekauft.“ Zwölf Jahre blieb Manni hauptberuflich Maler. Dann wurde er Vollzeit-Gastronom. Unterstützt wird er von seiner Lebensgefährtin Monika Noé. Kennengelernt hat sich das Paar vor 22 Jahren. Nicht in der „Route 66“, sondern am Faschingsdienstag im Bierbrunnen. Live-Musik gehörte immer zum Konzept der „Route 66“. Zweimal im Monat, etwa jeweils im 14-Tage-Rhythmus, gibt es deshalb einmal Rock, Blues oder Metal. „Und dann was Ruhiges wie Fetlock Jones.“ Alle Schichten spricht der Kneipier mittlerweile auch mit dem Motorradthema an. Denn: „Jeder fährt Motorrad. Vom Outlaw über den Anwalt bis hin zum Doktor.“ An einer Wand hängt deshalb in der „Route“ eine übergroße Landkarte der USA, um die sich Behrends Gäste gerne versammeln. Dann wird über Routen gesprochen, die Amerikareisende auf der legendären Straße genommen haben. Stolz macht Behrend seine gute Verbindung zu Soldaten der Niederauerbach-Kaserne und zu Amerikanern aus Ramstein. Die geben USA-Reisenden Tipps. Zum Beispiel darüber, in welchen Bundesstaaten es noch erlaubt ist, ohne Helm Motorrad zu fahren. „Zum 25-Jährigen wollen zwei ehemalige Stammgästekommen, der Mac und der Chief Joe.“ Doch wie heißen die beiden mit richtigem Namen? „Das ist eine gute Frage“, antwortet Manni, grinst und muss passen. Zu ihnen werden sich ehemalige Fallschirmjäger gesellen. „Die haben die ,Route’ als Uffzheim-Außenstelle bezeichnet“ – Uffz wie Unteroffizier. Wie lange wird Behrend seine „Route“ offen halten? „Da bin ich schon oft danach gefragt worden. Ich bin jetzt 53. Meine Lebensgefährtin ist ein Jahr älter. Wir machen das noch ein paar Jahre. Die 30 machen wir auf alle Fälle voll. Dann sehen wir weiter. Solange ich gesund bin und es mir Spaß macht, mache ich es noch.“ Info Ihr 25-jähriges Bestehen feiert die Bikerkneipe „Route 66“ in der Gewerbestraße in Niederauerbach nächstes Wochenende mit zwei Konzertabenden. Am Freitag, 17. Februar, spielen Pepe Pirmann und Markus Wille als MP Akustikduo. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet drei Euro. Am Samstag, 18. Februar, spielen Smokestack und Voltbeat mit Gästen von Sin City, Purple Haze und Ozzburn. Beginn ist um 21 Uhr, der Eintritt kostet acht Euro.

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