Sparen mit der Rheinpfalz
Likör und Marmelade schnell selbst gemacht
Dass Lauer mit dem Herstellen von Likören und Gelee begonnen hat, ist der Corona-Pandemie geschuldet. „Vor Corona hätten Sie mich niemals in der Küche mit dem Entsafter gesehen“, sagt sie und zeigt auf das Küchengerät auf dem Herd. Der Entsafter sieht aus wie ein hoher, aus drei Teilen zusammengesetzter Kochtopf. Ganz oben ist eine Siebschüssel, darin die zu entsaftenden Früchte; als die RHEINPFALZ zu Besuch war, lagen darin geschnittene Äpfel. Aus dem Topf in der Mitte ragt ein kleiner Gummischlauch, im untersten, der im direkten Kontakt mit der Herdplatte ist, köchelt Wasser.
„Normalerweise bin ich viel unterwegs. Während Corona ging das nicht“, erzählt Lauer. Und nach und nach fing es dann im Garten an zu blühen: Hagebutten, Schlehen und so weiter. „Es wird einem bewusster, was im Garten oder der Natur überhaupt wächst“, kommentiert die Landfrau. Die Hengstbacherin fing an, mit den Früchten herumzuprobieren, hat Rezepte für Liköre und Gelees zusammengesucht. Und mit dem, was dann im Garten gewachsen ist, wurden Liköre gemischt. Dazu gehört auch viel Probieren, fügen die beiden Damen lachend hinzu. Manche Früchte für Lauers Liköre wachsen aber nicht im eigenen Garten, aber dafür gibt es die Nachbarschaft. Hier gibt es dann mal Quitten oder Äpfel.
Likör und Schnaps sind zwei Paar Schuhe
Letztlich entscheidet der eigene Geschmack, wie die Liköre und Gelees anzusetzen sind. Wer es etwas süßer mag, gibt Zucker bei, wer weniger Alkohol will, gibt mehr Fruchtsaft dazu. Und auch zusätzliche Gewürze sind kein Problem. Etwas weihnachtlich schmeckt etwa der Likör aus Apfel und Zimt, erklärt Lauer. Ganz wichtig für die Damen: Likör und Schnaps ist nicht das gleiche. „Likör ist für uns eher ein Nachtisch“, sagt Lauer. Zu viel Alkoholgehalt sollte das Gebräu nicht haben. „Wir wollen ja auch die Frucht schmecken“, sagt Watson. Im Gegensatz zur alten Schule nehmen die Frauen daher nur regulären Korn, Alkoholgehalt 32 Prozent. Damit sind die Liköre bei richtiger Lagerung zwei bis drei Jahre haltbar. „Omas Rezept zur Folge sind die Liköre umso länger haltbar, je mehr Alkohol drin ist“, ergänzt Lauer. Streng genommen könne mit den höher alkoholisierten Likören auch Jahre später noch angestoßen werden. „So lange wollen wir aber nicht warten“, sagen die beiden Damen lachend.
Watson und Lauer beginnen in der Küche mit dem Ansetzen eines Apfellikörs. Faustformel: etwa ein halber Liter Korn auf 1,2 Liter Fruchtsaft. Übrigens: Der Korn hat pro Flasche drei Euro gekostet, das reicht für mehrere Flaschen. Der Alkohol wird jedoch nicht auf einen Schlag in den Fruchtsaft gegossen. Immer wieder schmecken Watson und Lauer ab. „Jetzt passt es perfekt“, sagt Watson, nachdem Lauer etwas mehr als 400 Milliliter Korn hinzugegeben hat. Zum Schluss werden die Liköre dann noch in zuvor sterilisierte Flaschen abgefüllt.
Mit den Gelees gutes Geld sparen
Mit den Likören kann bereits gutes Geld gespart werden, allerdings steht hierbei eher das Experimentieren und Abschmecken im Fokus, sagt Lauer. Bei den Gelees ist das anders. 500 Milliliter Fruchtsaft und ein halbes Päckchen Gelierzucker – der kostet pro Packung etwa drei Euro – ergeben drei Gläser Gelee. Watson: „Im Geschäft kostet bereits ein Glas so viel. Damit lässt sich richtig was sparen“. Und wer nun noch Angst hat, für die Entsafter-Ausrüstung viel Geld auf den Tisch zu legen, den kann Lauer beruhigen. Ihr Entsafter hat etwa 30 Euro gekostet. Durchaus also eine etwas kleinere Investition.
Rezept
- Likör
Das geschnittene Obst auf dem Herd entsaften, das dauert etwa eine bis eineinhalb Stunden. Den Saft abfüllen und mit Korn vermischen. Faustformel: 500 Milliliter Korn auf 1,2 Liter Saft. Nach Belieben den Likör mit weiteren Gewürzen vermischen und in zuvor sterilisierte Flaschen abfüllen. Kosten: Je nach Obst und Alkohol wenige Euro für mehrere Flaschen Likör.
- Gelee
Den Saft aus dem Entsafter abfüllen und abkühlen lassen. Zusammen mit dem Gelierzucker nach dessen Anleitung aufkochen, abfüllen und abkühlen lassen. Kosten: Mit einem Päckchen Gelierzucker und einem Liter Saft ergeben sich sechs Gläser Gelee. Kosten pro Glas etwas weniger als einen Euro.