Zweibrücken / Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Krankenhaus bereitet sich auf einen neuen Corona-Herbst vor

Das scheint alles schon wieder so lange her zu sein: Corona-Teststation im März 2021 auf dem Zweibrücker Herzogsplatz.
Das scheint alles schon wieder so lange her zu sein: Corona-Teststation im März 2021 auf dem Zweibrücker Herzogsplatz.

Das Nardini-Klinikum wappnet sich für eine neue Corona-Welle. Wer hätte gedacht, dass 2023 der infektionsreichste Monat in der Westpfalz überhaupt registriert wurde?

Niemand kann ausschließen, dass im Herbst eine neue Corona-Infektionswelle über die Südwestpfalz schwappt. Deshalb wollen die Verantwortlichen im Nardini-Klinikum auf Nummer sicher gehen und Vorbereitungen treffen. Allgemeine Lebensgefahr wie vor zwei Jahren, als ein völlig neues Virus eine ungeschützte Bevölkerung heimsuchte, werde zwar nicht mehr erwartet. Gleichwohl könnte eine stark erhöhte Anzahl an Krankheitsfällen entscheidende Bereiche der Arbeitswelt lahmlegen.

„Um Leib und Leben müssen wir heute wohl nicht mehr fürchten“, meint Detlev Christiansen, Ärztlicher Direktor des Nardini-Klinikums. Die Bevölkerung sei in hohem Maße durchgeimpft und immunisiert. „Mit Corona müssen wir künftig eher wie mit der alljährlich wiederkehrenden Grippe umgehen.“ Doch auch diese löse Tausende Erkrankungen aus, die für Risikogruppen tödlich enden können.

Masken, Schutzausrüstung und Tests auf Lager

Um für einen neuen Corona-Herbst gewappnet zu sein, habe das Verbundklinikum für seine beiden Standorte in Zweibrücken und Landstuhl „ausreichend Masken, Schutzausrüstung und Tests gelagert“, sagt Nardini-Geschäftsführer Frank Banowitz. Und berichtet, dass – für viele überraschend – „der Februar 2023 in der Westpfalz der Monat mit den meisten Corona-Infektionen überhaupt war“. Wohlgemerkt zu einer Zeit, in der die Pandemie längst als weitgehend abgehakt galt. Die stark gehäuften Krankheitsfälle hätten auch am Nardini die Personaldecke stark ausgedünnt.

„Für den Herbst haben wir eine Strategie ausgearbeitet, um auch bei verstärktem Personalausfall die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten“, erinnert Christiansen an die Corona-Hochphasen ab 2021, „in denen uns das ebenfalls gelungen ist“. Damals habe man gute Erfahrungen damit gemacht, dass das Klinikum auf zwei Standorte verteilt ist. „Gab es in der Westpfalz einen größeren Ausbruch, haben wir unsere Covid-Station in Landstuhl eingerichtet. War die Südwestpfalz besonders betroffen, nutzten wir den Standort Zweibrücken. So geriet unser Personal weniger in Gefahr, sich selbst anzustecken.“ Auch jetzt habe man wieder Stationen verfügbar, die bei Bedarf „sofort aktivierbar“ wären, so der Ärztliche Direktor.

„So ähnlich wie beim Stadtfest“

Checklisten, Test-Strategien und Notfalldienstpläne für den hausinternen Umgang mit einer neuen Infektionswelle lägen in der Schublade. „Auch hier verfahren wir wie beim alljährlichen Umgang mit der Grippe“, sagt Frank Banowitz. „Wir haben da eine gewisse Routine entwickelt. So ähnlich wie im Sommer, wenn das Zweibrücker Stadtfest ins Haus steht: Da schadet es auch nichts, für das betreffende Wochenende den ein oder anderen zusätzlichen Chirurgen vorsorglich zum Dienst einzuteilen.“

Detlev Christiansen befürwortet die derzeitige Praxis, dass neuerliche Auffrischungsimpfungen momentan nur für Vorerkrankte und über 60-Jährige empfohlen werden. Trotzdem hält es Geschäftsführer Frank Banowitz für denkbar, dass eines Tages eine erneute Immunisierung für das Personal der sogenannten kritischen Infrastruktur empfohlen oder gar vorgeschrieben werden könnte. „Zu diesem Personenkreis gehören wir Krankenhausmitarbeiter ja auch.“

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