Zweibrücken
Kinder planen Zweibrückens Mitte: Lego-Modelle zeigen Wünsche für die Innenstadt
„Ihr dürft bauen, wie ihr euch Zweibrücken wünscht, das ist Demokratie“, erklärte die Innenstadtkoordinatorin (Iko) Elena Burgard Ende März mehr als 20 Kindern und ihren interessierten Eltern im Stadtsalon. Bei der Aktion „Kinder an die Macht – Lass mal Stadt machen“ bauten die Kinder an verschiedenen Thementischen mit Lego-Steinen das auf, was ihnen für die Innenstadt in Zukunft wichtig erscheint. Dabei blieb kein Bereich unberührt. Der Alexanderplatz, der Verkehr, die Stadt in 100 Jahren, Sicherheit, die grüne Stadt und ein Tisch zum freien Gestalten gaben den Kindern Raum, ihre Ideen im sogenannten „serious play“ – so nennen sich diese Workshops – mit Lego bildlich darzustellen.
Unter der Leitfrage „Was braucht ihr, um gut in der Stadt leben zu können?“ stellten die Kinder anschließend ihre Ideen vor. Das niederschwellige Angebot hatte regen Zulauf, der Stadtsalon war voll. „Wir wollen die hören, die sonst etwas hinten runter fallen“, erklärte Burgard. Die Kinder sammelten queerbeet zahlreiche Ideen: ein Mega-Kletterturm, Wasserspiele und sichere Spielgeräte. Jetzt und in Zukunft wünschen sich die Kinder Toilettenhäuschen an den Spielplätzen, viel Grün, Natur, Wasserspiele und Schatten – „um die Hitzebelastung zu senken“. Sicherheit ist ein wichtiger Teil aller Szenarien, ebenso Klimaerwärmung und Nachhaltigkeit. Hängende Gärten, Papageien, viel Bepflanzung, ein begrünter Herzogplatz, mobile Platten, auf denen man am Stadtfest vor der Bühne tanzen kann, um Strom zu erzeugen, Solarpaneelen auf dem ZOB als Raum für erneuerbare Energien.
Bereiche nur für Kinder
Das soziale Miteinander nimmt für den Zweibrücker Nachwuchs auch viel Platz ein. Sitzgelegenheiten mit Sichtachsen in alle Richtungen „symmetrisch, angelehnt an die Barockstadt“: damit beeindruckte eines der Mädchen. Auch Liegeflächen zum Picknicken und ein Aquarium soll es im Idealfall geben. Hängende Gärten stellten sie ich vor, damit der Biodiversität auch genüge getan wird. In puncto Sicherheit bedenken die jungen Köpfe Aufsichtspersonal am ZOB, „damit sich die Fußgänger, Kinder und Senioren sicher fühlen, wenn die Radfahrer und Autos durchbrausen“. Außerdem wollen sie dort viel Beleuchtung und Kameras. Generell wünschen sich die Kinder in der Innenstadt Bereiche, die nur für sie bestimmt sind. Sie erklären: „Wir wollen einen Zerquetscher für Müll; für das, was man nicht recyceln kann. Wir bauen viel oben, weil jetzt unten so viel Müll ist.“ Und wünschen sich „einen Alarm zum Drauftreten“.
Wie geht es nun mit den Ideen der Kinder weiter? Die Aktion wurde gefilmt, die Lego-Bauwerke werden ins Rathaus gebracht, wo man sie noch eine ganze Weile bestaunen kann. Die Ideen der Kinder sollen aufgenommen und im Innenstadtentwicklungskonzept fortgeschrieben werden.
Da die Stadt über einen entsprechenden Fonds verfügt, ist es momentan auch allen Bürgern möglich, ihre eigenen Ideen mitzuteilen. Dafür liegen überall in der Stadt – im Rathaus, den Geschäften und im Stadtsalon – entspreche Postkarten aus. Projekte bis 5000 Euro könnten so auf kurzem unbürokratischem Weg umgesetzt werden. Bedingung ist nur, dass sie der Allgemeinheit nützen. „Einfach eintragen und mitmachen, abgeben kann man sie bei mir im Rathaus oder im Max 1“, ermutigte Elena Burgard.