Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Punkte bei der Rückkehr für Zweibrückens Torwart Dentzer

 Die Zweibrücker Abwehr – mit (von links in schwarz-roten Trikots) Julian Kreis, Thomas Jung und Robin von Lauppert, dahinter VT
Die Zweibrücker Abwehr – mit (von links in schwarz-roten Trikots) Julian Kreis, Thomas Jung und Robin von Lauppert, dahinter VTZ-Torwart Norman Dentzer – versucht, die Offenbacher Felix Kästel (mit Ball) und Mario Fuchs (links daneben) zu stoppen.

An der Leistung von Norman Dentzer lag es an alter Wirkungsstätte nicht , dass seine VTZ Saarpfalz am Sonntag beim TV Offenbach verlor. In der „Hölle Süd“ war er am Ende stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, die derzeit personell arg auf dem Zahnfleisch geht. Warum es letzten Endes nicht zu einem Auswärtssieg reichte.

Ein 28:22 flimmerte am Sonntagabend nach 60 umkämpften Minuten Oberliga-Handball in der Offenbacher Queichtalhalle an der Anzeigetafel. Die VTZ Saarpfalz verlor nach einer Aufholjagd und dem knappen 20:21-Rückstand noch zehn Minuten vor dem Ende gegen heimstarke Südpfälzer.

Für VTZ-Keeper Norman Dentzer war es die Rückkehr nach Offenbach. Hier hatte er bereits in der Jugend gespielt, zu Regionalliga-Zeiten und mit Unterbrechung zuletzt bis Frühjahr 2020 auch aktiv in der ersten Mannschaft. „Ich komme gerne wieder hierher“, sagte Dentzer nach dem Spiel in der „Hölle Süd“, „hier habe ich viel erlebt und viele Erfolge gefeiert.“ Ein weiterer Erfolg am Sonntag blieb ihm zwar verwehrt, persönlich konnte er dennoch auf einen gelungenen Auftritt zurückblicken: 16 Paraden waren ihm gelungen. „Nicht schlecht für 35 Jahre“, meinte er mit einem Schmunzeln.

Privatduell und ein Ausraster

Um das Spiel sei es schade, dennoch war er vom Auftritt seiner Mannschaft in Offenbach nicht enttäuscht. „Das habe ich auch nach Abpfiff im Spielerkreis gleich gesagt: Es macht mich unglaublich stolz, dass wir hier mit sieben, acht Leuten so mithalten.“ Seinem Team habe es an Glück im Angriff gefehlt, Chancen wurden nicht genutzt und der Gegner in der entscheidenden Phase nicht geknackt.

Großen Anteil daran hatte auch sein Offenbacher Torwartkollege Florian Pfaffmann, dessen Leistung Dentzers in keiner Weise nachstand. Pfaffmann war mit neun Paraden in der zweiten Hälfte der beste Offenbacher an diesem Abend, konnte sich auch mit einer wichtigen Doppelparade in der heiklen Schlussphase auszeichnen (50.).

VTZ nach Wiederanpfiff voll da

Doch der Reihe nach: Zwei Führungswechsel sahen die 175 Zuschauer bis zum 5:4 (8.). Dann schaffte es der TVO, sich erstmals mit drei Treffern zum 8:5 (12.) abzusetzen. In der Folge blieben die Hausherren auch nach einer VTZ-Auszeit t auf dem Gaspedal und erhöhten auf 13:7 (20.). Zweibrückens Linksaußen Hendrik Rolshausen lieferte sich auf der Gegenseite derweil ein Privatduell mit Pfaffmann. Gleich drei VTZ-Angriffe in Serie endeten mit seinem Abschluss, aber nur der letzte Wurf saß (13:9) auch. Dennoch, die Halle merkte: Trotz des Rückstands bekamen die Gäste aus der Westpfalz durchaus ihre Möglichkeiten im Angriff.

Nach dem Wiederanpfiff war die VTZ dank Dentzers Paraden dann voll da: Tomas Kraucevicius erzielte vier Treffer in Folge und brachte die Zweibrücker nach einem Gegenstoßtor zum 18:17 (43.) in Schlagdistanz. Offenbach legte fortan immer ein Tor vor, der VTZ-Linkshänder traf aber auch zum 20:19 (49.). Eine Gleichzahl fünf gegen fünf nutzte der TVO dann für sich, zwei Siebenmeter und ein Treffer aus dem Rückraum (25:21) stellten die Weichen auf einen Heimsieg der Offenbacher.

Dann erwies Kraucevicius seiner Mannschaft auch noch einen Bärendienst: Nach einem Foul beim Gegenstoß samt Zeitstrafe ließ er sich zu einer Schiedsrichterbeleidigung hinreißen. Die Blaue Karte und VTZ-Unterzahl für die restliche Spielzeit waren die Folge (57.). Diese Überzahl nutzte der TVO aus und machte den Sack endgültig zu.

Zweibrücker vergeben zu viele Chancen

„Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte Offenbachs Trainer Michael Übel. Er sah Abstimmungsprobleme im Innenblock und unvorbereitete Würfe seiner Mannschaft. „Erst durch Flos Paraden und die Siebenmeter sind wir am Ende wieder in die Spur gekommen.“

„Personell gehen wir auf dem Zahnfleisch“, sagte VTZ-Coach Kai Schumann. Zu allem Überfluss verletzte sich Ersatzkeeper Lukas Weishaar beim Warmmachen auch noch am Knie. „Wir dürfen einfach nicht so viele Chancen vergeben, auch wenn Pfaffmann ein guter Torwart ist“, haderte Schumann aber auch mit der Chancenverwertung. „Am Ende ist es dann auch egal, ob wir mit sechs Toren Unterschied verlieren oder mit zwei. Wenn wir die Tore machen, haben wir eine Chance, hier zu gewinnen.“

So spielten sie

TV Offenbach: Pfaffmann - Niklas Klein (2), Lukas Klein (9/4), Mohra (5) - Metz (1), Kunz (3) - Graap (4) – Gläßgen (1), Kästel, Fuchs, Staats, Daum (2), Gensheimer (1)

VTZ Saarpfalz: Dentzer - Kraucevicius (6), Jung (2/1), von Lauppert (5) - Stauch (2), Rolshausen (2) - Kreis (4) – Wiese (1), Michel, Flockerzi, Hauck

Spielfilm: 2:0 (3.), 2:3 (5.), 9:5 (14.), 13:7 (20.), 15:12 (Halbzeit), 15:14 (34.), 18:17 (43.), 21:20 (51.), 28:22 (Ende) - Zeitstrafen: 3:4 - Blaue Karte: Kraucevicius (57., Schiedsrichterbeleidigung) - Siebenmeter: 4/4 - 4/3 - Beste Spieler: Pfaffmann, Lukas Klein - Dentzer - Zuschauer: 175 - Schiedsrichter: Esdar/Vasek (HSG Hunsrück).

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