Kolumne: Ich sag’s mal so RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Soundtrack zu Ostern

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„Zum Glück gibt es kein Osterlied von Wham“, den Spruch habe ich gerade irgendwo gelesen und erst mal halblaut gelacht. Und dann darüber nachgedacht, warum es eigentlich keine Osterlieder gibt. Also, es gibt natürlich Osterlieder, aber mit denen wird man zur Osterzeit nirgends beschallt, nicht beim Einkaufen, nicht im Restaurant und auch zu Hause nicht.

Denkt man hingegen an die Weihnachtszeit, oh jesses, da sieht die Sache ganz anders aus, da wird an der Käsetheke in C-Dur von der weißen Weihnacht geträumt, beim Schnitzel kommt Santa Claus to Town und wenn’s ganz dumm läuft, behauptet auch noch Mariah Carey „All I Want for Christmas is You“. Ja ja. Wer’s glaubt. Und dann natürlich „Last Christmas“ von Wham. Immer und überall. Sogar in der Autowaschanlage.

Außer Stups läuft nicht viel

Zu Ostern dagegen? Fehlanzeige, was die musikalische Untermalung dieser Jahreszeit angeht. Gut, in Kindergarten und Grundschule wird „Stups, der kleine Osterhase“ besungen, der die Eier in den Schuh von Frollein Meier legt, das ist wirklich süß, genau wie das althergebrachte „Has, Has, Osterhas“. Kinderosterlieder gibt’s auch auf CD, meist sind auch allgemeine Frühlingslieder dabei, aber so einen internationalen Wahnsinns-Soundtrack wie Weihnachten hat Ostern nicht zu bieten. Und das obwohl es doch das höchste Fest der Christen ist und gar nicht Weihnachten. Was ist da los? Wieso läuft beim Friseur keine Oster-Playlist?

Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass die österlichen Kirchenlieder zuweilen ein wenig, nun ja, wie soll man sagen, gruselig daherkommen. „Das Grab ist leer, der Held erwacht“ heißt da zum Beispiel eins, ein anderes „Preis dem Todesüberwinder“, und das möchte man nun ja wirklich nicht im Blumenladen beim Osterglocken- und Tulpenkauf hören, also ich jedenfalls nicht, das wäre mir dann doch zu sakral. Gut, „Last Christmas“ will ich auch nicht hören, aber man wird da ja so oder so nicht gefragt, denen im Radio ist das auch egal, die können nicht auf Einzelschicksale Rücksicht nehmen, sehe ich ja ein.

Beyoncé und der Easterbunny? Lieber nicht

Alles in allem kann man wirklich froh sein, dass die Osterzeit doch etwa ruhiger daherkommt als Weihnachten, liedtechnisch gesehen. Man stelle sich vor, Beyoncé würde einen R’n’B-Osterhit mezzosopranen, in dem es um den Easterbunny und painted eggs geht oder so was, dazu viel „yeah“ und „a-ha“ im Hintergrund, also ich weiß nicht, ob das was wäre. Oder wenn Bruce Springsteen auf die Idee käme, mit der – Achtung, Wortspiel – Easter-Street-Band „Last Easter“ zu schmettern. Nee, nee, das kann man nicht wollen, das ist dann halt so, dass Ostermusik nicht so omnipräsent ist. Es wird ja bald Sommer, und da werden wir wieder die beliebten Sommerhits hören. Immer und überall.

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