Zweibrücken Kameras verjagen Taschendiebe

So nicht: Wer beim Einkaufen seine Tasche unbeobachtet lässt, hat momentan gute Chancen, seinen Geldbeutel an Taschendiebe zu ve

Kurz mal den Einkaufswagen aus den Augen gelassen – schwupps klauen Diebe den Geldbeutel aus der Tasche, die an dem Wägelchen hängt. Nach Angaben der Polizei passiert das in Zweibrücker Märkten regelmäßig. Die Diebe bevorzugen vor allem ältere Frauen als Opfer. Auch Edeka Ernst und der Cap-Markt hatten mit den Taschendieben zu kämpfen und ihre Sicherheitstechnik deshalb verschärft. Seither habe es keine Probleme mehr gegeben.

„Aktuell gibt es solche Vorfälle bei uns nicht mehr“, berichtet Marco Dobrani, Vorstand der Heinrich-Kimmle-Stiftung, die den Cap-Markt in der Hallplatz-Galerie betreibt. Vor einiger Zeit seien die Taschendiebe jedoch ein Thema im Markt gewesen. „Durch unsere Kameratechnik wurden alle Täter erkannt und von der Polizei dingfest gemacht“, berichtet Dobrani. Seither sei das Problem mit den Taschendieben erledigt. Auch Dieter Ernst, der Betreiber der Edeka-Märkte am Hilgardplatz und in Niederauerbach, hatte in seinen Läden mit Dieben zu kämpfen und deshalb vor einem Dreivierteljahr die Videoanlage aufgestockt. „Von dem ein oder anderen Täter konnten wir Aufnahmen an die Polizei schicken. Die Täter waren wunderschön zu erkennen. Man sah, ob es ein Mann oder eine Frau war und wer mit wem zusammenarbeitet“, berichtet Ernst. Wie viele der aufgenommenen Diebe von der Polizei gefasst wurden, weiß er nicht. In der neuen Videotechnik vermutet Ernst allerdings den Grund, weshalb er nach eigenen Angaben in seinen Märkten keine Probleme mehr mit Taschendieben hat. „Ich kann es mir nur damit erklären. Die Kameras sind gut zu sehen, und das wird sich herumsprechen“, so Ernst. Die Aufzeichnungen helfen dem Unternehmer auch, Ladendiebe zu entdecken – selbst wenn die Tat erst gar nicht bemerkt wurde. „Wenn wir zum Beispiel leere Verpackungen finden, schauen wir uns die Videos für diesen Zeitraum an und können im Nachhinein feststellen, was passiert ist“, erzählt Ernst. Wie gestern berichtet, klauten Diebe am Dienstag einer 78-jährigen Kundin eines Einkaufsmarktes den Geldbeutel aus der Handtasche, die im Einkaufswagen lag. Erneut handelte es sich im einen Markt am Etzelweg in Ixheim, wo die Ketten Lidl, Aldi und Rewe mit Filialen vertreten sind. Die Handelskette Rewe beantwortete die Anfrage der RHEINPFALZ denkbar knapp: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu sicherheitsrelevanten Aspekten und Angelegenheiten der Polizei grundsätzlich nicht äußern.“ Unsere scheinbar so „sicherheitsrelevanten“ Fragen lauteten: „Ist dieses Problem bekannt?“, „Wird von Rewe etwas dagegen unternommen?“ und „Nimmt das Ausmaß der Taschendiebstähle zu?“ Die gleichen Fragen stellten wir gestern auch Aldi Süd und Netto. Von beiden steht eine Antwort noch aus. Nach Angaben der Polizei sind die Taschendiebe allerdings nicht nur am Etzelweg unterwegs. Vielmehr ereigneten sich solche Fälle jüngst regelmäßig im gesamten Stadtgebiet. Die Polizei rät deshalb dringend, den Geldbeutel beim Einkaufen sicher zu verwahren. Ihn mitsamt der Tasche im Einkaufswagen liegen zu lassen, ist – wie sich zeigt – eine denkbar schlechte Idee. Wie jeder weiß, ist es unmöglich, sein Wägelchen beim Gang durch die Regale stets im Blick zu halten. |mco

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