Barrie
Junge Hornissen trainieren in Kanada wie die NHL-Profis (mit Bildergalerie)
Sportlich war die Reise in die Zweibrücker Partnerstadt Barrie ein echter Gewinn. Dafür sorgte das Trainingsprogramm, das Jamie Babcock mit Vertretern der örtlichen Hockeyvereinigung auf die Beine gestellt hatte. Profitrainer kümmerten sich um die Fähigkeiten der Nachwuchsspieler des EHC Zweibrücken, geschult wurden die Hockeyfähigkeiten und die Schlittschuhtechnik.
Ein Höhepunkt im Trainingsbetrieb war der Besuch von Paul Matheson. Der Trainer für Schlittschuhtechnik arbeitet normalerweise mit den NHL-Profis der Toronto Maple Leafs und den Top-Nachwuchsspielern der Barrie Colts. Beim Hockeyaustausch leitete er eine Skating-Einheit und gab den jungen „Hornets“ Tipps. Er begeisterte nicht nur die Spieler mit seinem Wissen, als er die Skatingtechniken einiger NHL-Profis auf dem Tablet analysierte. Auch EHC-Trainer Ralf Wolf war beeindruckt. „Ich hätte mich wochenlang mit ihm weiterunterhalten können“, sagte er lachend. Er stand in der Mittagspause und nach der Einheit lange mit Matheson zusammen. „Er ist ein Detailbesessener im positiven Sinne. Und er hatte auf viele meiner Fragen besondere Antworten“, fügte Wolf an. „Für mich hat sich dadurch eine neue Perspektive angedeutet“, bemerkte er.
Den Zweibrücker Nachwuchscracks fiel der Abschied schwer. „Die Gastfamilien waren sehr nett“, bemerkte Joline Klein. Die 14-Jährige war eine von drei EHC-Spielerinnen, die am Austausch teilnahmen. Spielerisch habe sie Fortschritte erzielt: „Mein Schuss ist viel besser geworden“, erzählte sie. Klein genoss den Aufenthalt in Kanada. Ausflüge führten die Zweibrücker unter anderem zu den Niagarafällen, nach Toronto und zu einer Ahornsirup-Farm.
Im Vorprogramm der Eishockey-Profis
Der 15-jährige Lukas Srnka betonte, vom Training profitiert zu haben. „Ja, mich hat das weitergebracht“, sagte er. Er habe viel Neues gelernt. Beeindruckt habe ihn die Trainingseinheit mit Matheson. „Vor ihm hatte ich schon Respekt“, ergänzte er. Eindruck hinterlassen hat bei ihm auch das Coca-Cola-Coliseum in Toronto, in dem die Toronto Marlies, das Farmteam der Maple Leafs, ihre Heimspiele austragen. Rund 8000 Zuschauer fasst die große Arena.
Das Trainingsspielchen der Zweibrücker mit kanadischen Nachwuchsspielern verfolgten zwei Dutzend mitgereiste Familienmitglieder. Am Abend, als die Marlies-Profis den Charlotte Checkers mit 2:3 unterlagen, waren es dann rund 5000 Zuschauer, die ein schnelles Spiel sahen. „Das ist schon etwas anderes als in Deutschland“, sagte Sranka mit Blick auf die Partie. Die Eisfläche ist kleiner als in Deutschland, das Tempo im Vergleich zur Deutschen Eishockey-Liga höher.
Colts-Coach sieht positive Entwicklung
Mike White, einer der Nachwuchstrainer bei den Barrie Colts, war angetan von den Zweibrücker Nachwuchsspielern. „Man konnte schon eine Entwicklung erkennen“, sagte er mit Blick auf die Zeitspanne zwischen dem ersten Training und der Einheit zum Abschluss des Austauschs. Die Zweibrücker maßen sich mit kanadischen Nachwuchsspielern, unter denen denen drei in der höchsten AAA-Kategorie aktiv sind. „Wir haben hier Spieler mit unterschiedlichen Fertigkeiten gesehen, die Jüngeren konnten sich von den Älteren etwas abschauen“, ergänzte White.
EHC-Coach Wolf hat seinen Kollegen genau zugeschaut. „Die haben vieles nicht so kompliziert gemacht. Das ging Schritt für Schritt. Wenn etwas nicht klappte, ging man noch einmal zurück“, berichtete er. „Sie fangen einfach an und kommen dann zum Schweren. Kinder brauchen Zeit, um sich die Fähigkeiten anzueignen“, ergänzte Wolf.
Herzlichkeit und große Gastfreundschaft
Mike White war nicht nur einer der Trainer, er war auch Gastvater für gleich vier Hockeyspieler. „Daniel hat es geliebt“, sagte er mit Blick auf seinen 13-jährigen Sohn und die vier Gäste, „sie waren Teil der Familie.“ Die Herzlichkeit und die große Gastfreundschaft genossen alle 26 junge „Hornissen“, die sogar Einblicke in den Schulalltag erhielten.
Der gebürtige Zweibrücker Jean Maurice Pigeon sorgte derweil mit dem engagierten Team des International Relations Committee um Mark Sachkiw für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für die zwei Dutzend Eltern und Geschwister, die die Reise über den Atlantik mitgemacht hatten.