Basketball
Im Abstiegskampf fehlt der VT Zweibrücken die Cleverness
Fünf Minuten im dritten Viertel reichten den Gästen, um in einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel die Weichen auf Sieg zu stellen. Mehr Konsequenz auf Heidesheimer Seite unter dem Korb und das Quäntchen Glück, das es braucht, damit der Ball durch das Netz geht, waren ausschlaggebend.
Halbzeitführung aus der Hand gegeben
Die letzte Spielsekunde vor dem Ende des dritten Viertels lief. Gerade noch rechtzeitig verließ der Ball die Hand des Heidesheimer Spielers und senkte sich genau in den Korb der VTZ. 56:47 für die Gäste, nachdem diese zur Halbzeit noch hinten lagen. Während sich der Heidesheimer Ball perfekt gesenkt hatte, durften die Zweibrücker Spieler bei etlichen ihrer Würfe einen erfolglosen Tanz des Balles auf dem Ring verfolgen. Mit Glück habe das nichts zu tun, stellte VTZ-Trainer Igor Gjorgjievski fest, der in seinem zweiten Spiel an der VTZ-Seitenlinie die erste Niederlage hinnehmen musste. Was es brauche, sei harte Arbeit – und das Team habe phasenweise nicht hart genug gearbeitet, sei zu entspannt gewesen.
Unterm Korb fehlte es den Zweibrückern vorne wie hinten an der nötigen Aggressivität. Die langen Kerls aus Heidesheim – Henning Borggräfe (18 Punkte) und Frank Göltzer (19) nutzten hier ihre Längenvorteile – erzielten zusammen die Hälfte der Gästepunkte. Da müsse aggressiver verteidigt werden, daraus müsse man Lehren für die nächsten Spiele ziehen, unterstrich Gjorgjievski.
Nicht konsequent den Korb gesucht
Dabei hatte es gut begonnen für die VTZ. 12:7 Mitte des ersten Viertels. Nach Ballgewinn in der Defensive war es Tim Bukholder (24 Punkte), der mit Tempo durchstartete, den Ball versenkte. In puncto Tempo hatte die VTZ Vorteile, spielte diese aber nicht konsequent aus. „Wir müssen einfach cleverer spielen“, sagte VTZ-Spieler und Abteilungsleiter Denis Rendgen. Bereits in dieser Phase blitzte immer mal wieder auf, was der VTZ letztlich zum Verhängnis werden sollte: die Lust am schönen Spiel, die wenig Zählbares bringt.
Unterm Strich hätte die Mannschaft schon in dieser Phase konsequenter den Weg unter den gegnerischen Korb suchen müssen, statt es aus der Distanz zu probieren. So wurde Heidesheim immer wieder eingeladen, durch die bessere Effektivität unter dem Korb das Spiel offen zu gestalten. 20:20 nach dem ersten Viertel, 34:32 zur Halbzeit. Zu entspannt, resümierte Gjorgjievski, sei die Mannschaft dann in die zweite Halbzeit gegangen. Immer wieder wurden Dreier probiert – nur zwei Mal erfolgreich. Immer wieder wurde nach außen gepasst, nicht der Zweikampf unterm Korb gesucht, um sich auch foulen zu lassen. Die Gäste nutzten das, setzten sich spielentscheidend von 48:47 auf 56:47 ab, erhöhten mit Beginn des Schlussviertels auf 58:47. Theoretisch ein aufholbarer Rückstand, praktisch nicht, weil Zweibrücken nicht konsequent spielte. „Heidesheim hatte im letzten Viertel das Mannschaftsfoullimit erreicht. Jedes Foul wäre mit einem Freiwurf geahndet worden und wir schaffen es nicht, das zu nutzen“, zeigte Rendgen ein Beispiel für die fehlende Cleverness auf der VTZ im Abstiegskampf.