Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel „Hornets“ in den Play-offs schon unter Druck

Torwart Tim Schweitzer rettet gegen den Heilbronner Eetu Santanen und verhindert Schlimmeres. Allerdings stand es da schon 1:8.
Torwart Tim Schweitzer rettet gegen den Heilbronner Eetu Santanen und verhindert Schlimmeres. Allerdings stand es da schon 1:8.

Der EHC Zweibrücken liegt in den Play-offs gegen Heilbronn hinten. Noch geben sich die „Hornets“ nicht geschlagen. Sie hoffen auf Spiel drei.

15 Sekunden fehlten dem EHC Zweibrücken am Freitagabend beim Favoriten EHC Heilbronn um das erste Play-off-Halbfinalspiel der Baden-Württemberg-Liga zu gewinnen, und in der Serie in Führung zu gehen. Dem Gastgeber gelang aber noch der Ausgleich und im Penaltyschießen der Sieg. Und auch am Sonntagabend kam es in Spiel zwei in der Eishalle in Zweibrücken nicht zur Revanche. Vor über 800 Zuschauern war Heilbronn deutlich überlegen und siegte 8:3 (5:1, 3:0, 0:2). Damit steht Zweibrücken am kommenden Freitag in Heilbronn unter Druck, bei einer weiteren Niederlage ist die Saison vorbei.

Zu viele Strafzeiten

Trotz des herben Rückschlags mit dem unglücklich verlorenen Spiel am Freitagabend begann die Partie in Zweibrücken für die „Horntes“ perfekt. Heilbronns Kanadier Aiden Wagner musste nach 49 Sekunden schon auf die Strafbank. Knapp über zwei Minuten waren gespielt, Baylay Kubara gewann ein Bully und legte auf Adam Spurny ab, dessen verdeckter Schuss an Rika Törnqvist vorbei ins Netz rauschte: Zweibrücken führte.

Aber statt mit der Führung im Rücken ruhig weiter zu spielen, füllte sich die Zweibrücker Strafbank. Erst Marco Trenholm, danach Erik Betzold und anschließend Adam Spurny mussten in die Kühlbox. Die dritte Strafe war dann eine zu viel: Der Finne Jesse Lottonen glich nach acht Minuten aus. Wenig später vielleicht der erste Knackpunkt: Zweibrücken spielte schnell nach vorne, Simon Klemmer lief bei zwei gegen eins über rechts aufs Tor, anstatt zu schießen, entschied er sich für einen Pass in die Mitte. Dieser ging am Angreifer vorbei, und Heilbronn konterte über Marco Haas, der legte clever auf Nico Horter, die Gäste lagen in Führung. Nur eine Minute später traf erneut Lottonen, drei Minuten danach sein Landsmann Eetu Santanen.

Torwartwechsel fruchtet nicht

Mit dem 1:4 war gegen bärenstarke Heilbronner das Spiel vorentschieden. „Klar, das unglückliche 1:2 war schon ein Nackenschlag. Wir haben die Chance, in Führung zu gehen, der Gegner trifft. Aber kein Vorwurf an Simon, er hat sich für den Pass entschieden, das hätte genauso gut klappen können“, sah auch Zweibrückens Trainer Ralf Wolf nach dem Spiel hierin eine Schlüsselszene. Simon Rupp schoss sogar noch das fünfte Heilbronner Tor im ersten Drittel.

Der bei einigen Gegentoren unglückliche Zweibrücker Torhüter Michael Seitz machte ab dem zweiten Drittel für Tim Schweitzer Platz. Aber auch das half nicht mehr. Die Gäste hatten im zweiten Drittel alles im Griff. Weitere Treffer von Wagner und zweimal Lottonen ließen ein zweistelliges Debakel erwarten. „Aber meine Mannschaft hat im letzten Drittel noch mal alles aus sich raus geholt, das war wichtig“, so Wolf. Denn anstatt die erste zweistellige Heimniederlage seit langem zu kassieren, machten der Finne Joona Rikkinen und der Neuseeländer Jacob Ratcliffe das Endergebnis mit 3:8 erträglicher.

Keine Ausreden

„Im Endeffekt ist es egal, ob wir knapp oder hoch verlieren. In den Play-offs zählt nur Sieg oder Niederlage. Am Freitag war’s knapp, heute klar. In der Serie haben wir drei gute Drittel gespielt, drei total schlechte. Im Endeffekt steht es jetzt 0:2 und nur das zählt“, sieht Wolf die Höhe der Niederlage als nebensächlich an. Am Sonntag fehlten auf Zweibrücker Seite die aus dem Freitagspiel verletzten Verteidiger Frederic Hellmann und Leon Kremer. „Klar ist das bitter, aber wir spielen mit dem, was wir haben, und wir haben noch genügend andere Spieler“, will Wolf das nicht als Ausrede gelten lassen.

So klar es Sonntag war, so knapp und unglücklich war es am Freitag in Heilbronn. Zweibrücken war über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft, führte 4:2. Auch nach dem dritten Gegentor hielt die Defensive um Torhüter Schweitzer bis 15 Sekunden vor Schluss die Führung, ehe Aiden Wagner doch noch ausgleichen konnte. In der fünfminütigen Verlängerung hatte Zweibrücken nach einer Strafe für Heilbronns Cedric Platz in Überzahl noch mal die Chance auf den Auswärtssieg. Ein Tor gelang aber nicht mehr. Im Penaltyschießen scheiterten Erik Betzold und Michael Outzen, die entscheidenden Penaltys für Heilbronn verwandelten Claudio Schreyer und Marco Haas.

Am Freitag unter Druck

„Das war ein hart erkämpfter Erfolg“, blickte auch Heilbronns Trainer Kai Sellers nach dem Sieg am Sonntag auf den Freitag zurück. „Wir tun uns komischerweise zuhause gegen Zweibrücken viel schwerer als in Zweibrücken. Während der Hauptrunde haben wir in Zweibrücken gewonnen, aber zuhause eins von zwei Spielen verloren. Ich spiele echt nicht gern in Zweibrücken, aber diese Saison läuft es für uns dort gut.“

Trotzdem will er eine weitere Auswärtsfahrt in die Pfalz vermeiden, und im Heimspiel am Freitag mit einen Sieg die Serie zu entscheiden. Ansonsten kommt es am Sonntag zu Spiel vier in Zweibrücken. „Wir liegen jetzt 0:2 zurück, aber egal. Haken dran. Wir werden diese Woche im Training die Spiele noch mal genau analysieren, und fahren nach Heilbronn, um zu gewinnen“, so der Zweibrücker Trainer.

In der anderen Halbfinalserie steht es ebenfalls 2:0 für den Favoriten aus Reutlingen gegen den amtierenden Meister Hügelsheim. Zuhause gewann Reutlingen 6:4, in Hügelsheim legten sie ebenfalls am Sonntagabend ein mehr als deutliches 9:1 nach.

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