Nachruf Homburgs Alt-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke ist gestorben
„Ich habe mich bemüht, die mir anvertraute Stadt zu behüten wie einen Schatz, den es zu mehren gilt”, hat Reiner Ulmcke im November 2003 gesagt, als ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. 25 Jahre lang Chef der Stadtverwaltung, genoss der CDU-Politiker in Bevölkerung und Politik parteiübergreifend hohes Ansehen. Seine Stadt hat er skandalfrei geführt und nachhaltig geprägt. Mehrere Angebote, als Landesminister nach Saarbrücken zu wechseln, schlug der überzeugte Homburger aus. Als Reaktion auf seinen Tod am Donnerstag hisst die Stadt Homburg nun drei Tage lang vor dem Rathaus ihre Flagge mit Trauerflor. Ab Montag kommender Woche liegt im Rathaus ein Kondolenzbuch aus.
Mit großem Erfolg engagierte sich Reiner Ulmcke für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Homburg. Bei seinem Ausscheiden aus dem Amt wies die 46.000 Einwohner große Stadt mit 31.000 Arbeitsplätzen die höchste Arbeitsplatzdichte im Saarland und in der Pfalz auf. In seine Amtszeit fielen die Ansiedlung eines dritten Bosch-Werks 1980 sowie zahlreicher Klein- und Mittelbetriebe. Unter Reiner Ulmcke wurde die Innenstadt mit Fußgängerzone und Plätzen umgestaltet; mit ihm sind prägende Projekte der Altstadtsanierung und ein hochwertiges Kulturprogramm mit Gastspielen von Weltstars der klassischen Musik verbunden. Ulmcke war engagierter Förderer und Aufsichtsratsmitglied des FC Homburg, der 1987 bis 1990 in der 1. Fußball-Bundesliga spielte.
Kultur, Verkehr und Kämpfe ums Outlet
In den 1980er Jahren wurden der Stadtpark angelegt, die Ruinen der Hohenburg auf dem Schlossberg freigelegt und das Römermuseum Schwarzenacker erweitert. 1983 entstand das Forumsgebäude als gemeinsamer Amtssitz von Kreis- und Stadtverwaltung. Die B423 wurde vierspurig ausgebaut, die Erbach-Umgehungsstraße errichtet und die Talstraße verkehrsberuhigt. Impulse für Homburg als Einkaufsstadt setzten der Bau des Talzentrums und des Saarpfalz-Centers.
In die Spätphase von Reiner Ulmckes Amtszeit fielen ein harter Rechtsstreit mit Zweibrücken um das Outlet auf dem Flugplatz sowie das gescheiterte Projekt, am Homburger Forum eine große Einkaufsgalerie anzusiedeln. Mit dem späteren Versuch, letzteres Vorhaben auf dem Enklerplatz anzusiedeln, hatten Ulmckes Nachfolger keinen Erfolg.
Langjähriger OB und Ehrenbürger
1937 in Saarlouis geboren, trat Reiner Ulmcke nach dem Jurastudium 1967 in den Dienst der saarländischen Landesregierung, zuletzt als Vorsteher des Homburger Finanzamts. 1974 wurde das CDU-Mitglied in den Stadtrat gewählt, drei Jahre später gewann Ulmcke die Wahl zum Oberbürgermeister. 1986 und 1996 wurde er im Amt bestätigt bis 2005, verabschiedete sich aber 2002, als er 65 Jahre alt wurde. 2007 erhielt er die Ehrenbürgerwürde seiner Stadt.