Zweibrücken
Helexier und Co. wollen Klinik am Himmelsberg verkaufen
Man sei mit dem angestrebten Verkauf „schon recht weit“, habe einen Käufer an der Hand, wie Stefan Reichert von Reichert Immobilien Investment Düsseldorf am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Sein Büro ist mit dem Verkauf beauftragt, bietet bereits Mietflächen im ehemaligen Evangelischen Krankenhaus an.
Im Angebot heißt es, der künftige Eigentümer werde die Liegenschaft sanieren und plane mit „weiteren Fachärzten etwa aus den Bereichen Zahnklinik und Gynäkologie“. Vor dem Verkauf wolle man aber noch „alte Zöpfe“ abschneiden, so Reichert in Anspielung auf die schlagzeilenträchtigen Kapriolen der vergangenen Jahre rund um Helexier und die Himmelsberg Fachklinik GmbH.
Aktuell steht die GmbH wieder unter vorläufiger Insolvenz, wie Richter Sebastian Brüßel vom Zweibrücker Amtsgericht auf Anfrage bestätigte. Die vorläufige Verwaltung des Vermögens sei am Donnerstag angeordnet worden. Beantragt habe sie ein Gläubiger wegen ausstehender Sozialversicherungsbeiträge. Ob aus der vorläufigen eine endgültige Insolvenz wird, hängt laut Brüßel unter anderem von Insolvenzverwalter Robert Schiebe aus Saarbrücken ab. Würden die Forderungen beglichen, könne die vorläufige Insolvenz wieder aufgehoben werden.
Robert Schiebe erklärte auf Anfrage, die Fachklinik sei bestrebt, „das Verfahren kurzfristig zu beenden“. Auch sei es grundsätzlich möglich, dass das Klinikgebäude auch unter vorläufiger Insolvenz verkauft wird, sofern er als Insolvenzverwalter zustimmt.
Schon die zweite Insolvenzverwaltung
Im März vergangenen Jahres stand die Himmelsberg Fachklinik GmbH schon einmal unter vorläufiger Insolvenz. Auch hier ging es um ausstehende Sozialbeiträge, die schließlich doch gezahlt wurden, so dass das Amtsgericht die Insolvenzverwaltung wieder aufhob.
Dass das Krankenhaus-Gebäude weiterverkauft werden soll, hatten Alexander Jüllig, Geschäftsführer der Himmelsberg Fachklinik GmbH, und Helexier-Sprecher Klaus-Dieter Hielscher in den vergangenen Wochen anklingen lassen. Über seine künftige Rolle im Haus und die der zweiten Fachklinik-Geschäftsführerin Lisa Kallenbach wollte Jüllig nichts sagen, auch nicht über die von Fateh Maqsaa, neben Jüllig zweiter Geschäftsführer der Firma Helexier, die das Gebäude 2020 gekauft hatte. Nach unseren Informationen wollen sich die Genannten nach dem Verkauf vom Himmelsberg zurückziehen.
Zwangsversteigerung und Schließung drohen
Seit dem Kauf des Gebäudes 2020 füllten Helexier und Co. immer wieder Gerichtsakten. In den juristischen Auseinandersetzungen ging es unter anderem um Eigentumsverhältnisse, Hausfriedensbruch, Arbeitsverträge und Sozialbeiträge. Vergangenes Jahr hat die Stadt wegen ausstehender Schulden die Zwangsversteigerung des Gebäudes beantragt. Laut Amtsgericht geht es um einen hohen fünfstelligen Betrag. Das Verfahren zur Wertschätzung läuft. Zuletzt drohte die Stadt mit der Schließung des Gebäudes, weil Brandschutzbestimmungen nicht eingehalten wurden.