Zweibrücken Gegner für das Spektakuläre

Vladislav Kurotschkin, der zuletzt studienbedingt fehlte, steht morgen wieder am Kreis.
Vladislav Kurotschkin, der zuletzt studienbedingt fehlte, steht morgen wieder am Kreis.

«Zweibrücken.» Es kommt die beste Mannschaft der Dritten Handballliga in die Westpfalzhalle. „Eigentlich spielen die schon in einer anderen Liga als der Rest“, sagt Danijel Grgic, Trainer des Handball-Drittligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz, vor dem Duell am Sonntag, wenn der unangefochtene Spitzenreiter HSG Konstanz in Zweibrücken gastiert (Anwurf: 17 Uhr).

Gemeinsam mit Saarlouis hatte Konstanz zum Ende der vergangenen Runde als Absteiger den Gang aus der Zweiten Bundesliga in die Dritte Liga antreten müssen. Dass Konstanz sofort wieder aufsteigt, daran zweifelten Experten kaum, die HSG erfüllt diese Erwartungen nach aktuellem Stand. „Die haben schlicht und ergreifend die beste Mannschaft“, sagt Grgic. Konstanz plant perspektivisch für die Zweite Liga. So wurde beispielsweise in der Weihnachtspause der junge, talentierte Linkshänder Matthias Hild vom Liga-Rivalen Fürstenfeldbruck verpflichtet, um ihn bereits jetzt ans Konstanzer Spielsystem zu gewöhnen. Konstanz stellt neben Dansenberg die zweitbeste Defensive und verfügt über einen Top-Angriff. Allen voran Paul Kaletsch, der 154 Tore verzeichnet, ist brandgefährlich. „Die sind auf allen Positionen top besetzt“, sagt Grgic über den Drittligisten mit Zweitligaformat. Dabei setzt Konstanz durchaus auf Kontinuität. Zum Beispiel beim Trainer. In der 16. Saison trainiert der Ur-Konstanzer Daniel Eblen das Team vom Bodensee. Und deshalb saß Eblen – im Gegensatz zu Grgic – auch bei einem legendären Spiel zwischen der VTZ und Konstanz auf der Bank: am 20. Oktober 2013, die Partie war gleichfalls um 17 Uhr angepfiffen worden, in der ersten Drittligasaison der VTZ. Die VTZ hatte bis zu dieser Partie gerade einen Sieg verzeichnet. Und sie bot dem hohen Favoriten sehr gut Paroli, bis die Schiedsrichter auf den Plan traten. Die Referees begannen an den Pressevertretern herumzumäkeln. Beanstandeten, dass ein Fernsehteam in Auszeiten auf dem Feld stand, regten sich auf, als ein Pressefotograf nach der Auszeit zu langsam vom Spielfeld ging und sorgten für ein Novum in der deutschen Handballgeschichte, als sie der VTZ-Bank eine Zwei-Minuten-Strafe verpassten, weil ein Pressefotograf während des Spiels einmal hinter der Bank entlanglief. Eine damals spielentscheidende Strafe, denn die VTZ geriet in Unterzahl in Rückstand. Ob es wieder ähnlich Spektakuläres zu erleben gibt? Nicht ausgeschlossen, denn die Konstanzer sind oft an besonderen Handballmomenten beteiligt. Beim Saisonauftakt verpassten sie in der Schlusssekunde den Ausgleich, weil der geharzte Ball einfach zwischen Pfosten und Latte kleben blieb. Und vergangenes Wochenende gewannen sie in Kornwestheim, weil sie einen direkten Freiwurf nach Ablauf der 60 Minuten verwandelten. Für Grgic ist entscheidend, „dass sie einen wirklich tollen Handball spielen“. Im Hinspiel hatte die VTZ die Partie bei der 22:29-Niederlage 40 Minuten lang offen halten können. „Weil wir gespielt haben, was wir konnten und unsere Chancen verwertet haben“, sagt Grgic. Im Schlussdrittel blieben dann zu viele Chancen ungenutzt und Konstanz bestrafte diese Ballverluste gnadenlos. Die zu schwache Wurfausbeute war zuletzt ein Problem der VTZ. „Wir müssen einfach begreifen, dass wir das als Mannschaft lösen müssen, dass nicht jeder mal probiert, ob er einen guten Tag hat. Denn hat er den nicht, bestrafen die Gegner das konsequent“, warnt Grgic. Mit seiner Abwehr ist er zur Zeit zufrieden. „Man sieht, dass wir kein Kanonenfutter sind“, sagt er. Der Coach geht davon aus, dass die Zweibrücker am Sonntag komplett sind. Kreisläufer Vladislav Kurotschkin, der in Pforzheim studienbedingt gefehlt hatte, wird wieder im Team zurückerwartet.

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