Hornbach RHEINPFALZ Plus Artikel Endgültiges Aus für Parkklinik Hornbach

Zu wenig Patienten, zu hohe Kosten: Die Parkklinik Hornbach ist pleite.
Zu wenig Patienten, zu hohe Kosten: Die Parkklinik Hornbach ist pleite.

Der Betrieb der psychosomatischen Klinik Hornbach wird Anfang nächster Woche eingestellt. Das Personal muss gehen, die letzten verbliebenen Patienten auch.

Die Hoffnung, dass es mit der Parkklinik Hornbach doch noch irgendwie weitergehen kann, hat sich zerschlagen. „Es gibt keine Lösung für den Geschäftsbetrieb“, bestätigte Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann am Donnerstag auf Anfrage. In einer Versammlung am Mittwoch wurden die rund 90 Mitarbeiter informiert, dass der Betrieb der Klinik am Dienstag endgültig eingestellt wird. Die letzten sieben Patienten, die noch dort behandelt werden, werden laut Spiekermann bis Dienstag anderswo untergebracht.

Als Ende Juli bekannt wurde, dass die Hornbacher Parkklinik drei Monate nach der Eröffnung schon vor der Insolvenz stand, äußerte der Insolvenzverwalter zunächst noch die Hoffnung, einen anderen Betreiber zu finden. Dies sei nicht geglückt, bedauert Spiekermann. Das Amtsgericht Zweibrücken werde voraussichtlich am Mittwoch, 1. Oktober, das Insolvenzverfahren eröffnen. Spiekermann sagt, er habe den Betrieb umgehend einstellen müssen, da nur sehr wenig Insolvenzmasse vorhanden sei „und diese allenfalls ein paar Tage zur Deckung der laufenden Geschäftskosten reichen würde“.

Er habe direkt nach seiner Ernennung zum Insolvenzverwalter einen bundesweiten Verkaufsprozess gestartet und 92 potenzielle Betreiber direkt angesprochen, so Spiekermann. Bei 66 habe es sich um Betreiber für Kliniken mit psychosomatischen Erkrankungen gehandelt, bei 26 um Finanzinvestoren aus dem Gesundheitswesen. Mit 13 Interessenten habe es auch vertiefte Gespräche gegeben, doch letztlich hätten alle abgesagt, „der letzte diesen Montag“, sagt der Mannheimer Insolvenzverwalter.

Absagen, weil „baulich nicht geeignet“

Die Interessenten hätten für ihren Rückzug unterschiedliche Gründe genannt. Einer davon sei gewesen, dass das Gebäude von den baulichen Umständen her nicht geeignet sei für einen Klinikbetrieb. Das fehlende Behandlungsspektrum und die Lage seien auch öfter angeführt worden, so Spiekermann. Ein weiterer Grund für Absagen sei gewesen, dass die Parkklinik bislang nur Privatpatienten aufnahm und keine gesetzlich Versicherten. „In einer Gegend wie der Südwestpfalz engt das die Erfolgsaussichten ein“, gibt der Insolvenzverwalter die Einschätzung seiner Gesprächspartner wieder.

Laut Spiekermann stehen momentan bundesweit mehrere solcher Kliniken zum Verkauf. Er erklärt sich das mit der landläufigen Meinung, dass die Anzahl psychischer Erkrankungen immer weiter steige. „Das hat möglicherweise in der Zwischenzeit zu einer Überkapazität an Therapie- und Behandlungsplätzen geführt.“

Von Anfang an zu wenig Patienten

Die psychosomatische Parkklinik Hornbach geriet in die finanzielle Schieflage, nachdem das Pfingsthochwasser 2024 wenige Wochen vor der ursprünglich geplanten Eröffnung Schäden in Millionenhöhe an den Gebäuden anrichtete. Als sie dann im April dieses Jahres eröffnet werden konnte, hatte sie von Beginn an mit zu geringen Belegungszahlen zu kämpfen. Ausgelegt ist die Klinik für 75 Patienten in 57 Zimmern, tatsächlich waren nie mehr als zehn Patienten zum selben Zeitpunkt dort.

Angekündigt worden war das Projekt psychosomatische Parkklinik des Unternehmers Thomas Schiwek und des Architekten Martin Grub bereits 2014. Immer wieder gab es Rückschläge und Verzögerungen. Im Herbst 2018 etwa verbot die Evangelische Kirche Pfalz der Zweibrücker Herzog-Wolfgang-Stiftung (HWS), sich mit mehreren Millionen Euro an dem Projekt zu beteiligen. Inzwischen hat die Landeskirche gegen Verantwortliche der Zweibrücker HWS Anzeige wegen des Verdachts auf schwere Untreue erstattet, weil die Stiftung das Klinikprojekt unerlaubt unterstützt haben soll.

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