Zweibrücken Eingreifen statt wegsehen
„Man denkt da nicht groß“, beschreibt Chiara Litters aus Kleinsteinhausen, wie sie mit ihrer Mutter Christiane sowie dem Stambacher Markus Fercher vergangenen Juli einen älteren Mann vor dem Selbstmord bewahrte. Sie wurden gestern mit zwei Zweibrückern, die beim Rohrbacher-Überfall Courage bewiesen, von Elmar May ausgezeichnet.
May, der Präsident des Polizeipräsidiums Westpfalz, ehrte gestern in Kaiserslautern Bürger für ihr couragiertes Eingreifen mit Medaillen und Urkunden. Es war die achte Ehrung dieser Art. Die Polizei lobt damit das beherzte Eingreifen von Bürgern in unterschiedlichen Situationen. May definierte Courage als Bürgermut, der die eigene Person in den Hintergrund stelle, um anderen zu helfen, jedoch ohne sich selbst übermäßig zu gefährden. Hilfreich sei bereits, andere zu bewegen, sich ebenfalls einzubringen oder als Zeugen auszusagen. Die Polizei könne die Sicherheit der Bürger nicht alleine gewährleisten, sagte May. Sie sei auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Die Zweibrücker Lothar Bundrück und Luca Eckerlein hatten, wie gestern berichtet, beim Überfall auf den Juwelier Rohrbacher in der Zweibrücker Fußgängerzone im November die drei bewaffneten Täter verfolgt. Christiane Litters und ihre Tochter hatten mit Markus Fercher den Selbstmord eines Mannes verhindert, der sich Mitte Juli 2015 von der Autobahnbrücke zwischen Thaleischweiler-Fröschen und der Biebermühle stürzen wollte. Chiara Litters zog den Mann mit Ferchers Unterstützung von der Brüstung herunter. (krh/sbn)