Handball
Ein Europameister zieht den Zweibrücker Löwen den Zahn
Nur kurz währte die Hoffnung der Zweibrücker Fans, dass ihrem Team gegen die SG ein Überraschungscoup gelingen könnte. Der Tabellendritte hatte die Partie vom Anpfiff weg im Griff, lag nach acht Minuten bereits 6:3 vorne. Diesen Rückstand konnte der SV nie egalisieren. Das hatte zwei Gründe: Der eine hieß Nico Schöttle, der andere Bastian Rutschmann.
Schöttle ist amtierender U19-Europameister, hat Zweitspielrecht für den Erstligisten TVB Stuttgart. Warum die Stuttgarter ihn mit einem Vier-Jahres-Vertrag ausgestattet haben, bewies der 18-Jährige nachdrücklich. Jeder Wurf war ein Treffer. Insgesamt 13 Tore erzielte der Zwei-Meter-Mann aus dem linken Rückraum. Oft aus zehn, zwölf Metern. Taktisch habe seine Abwehr genau das gespielt, „was wir uns als Plan zurechtgelegt haben. Wir wollten verhindern, dass die Pforzheimer zu ihren gefährlichen Durchbrüchen kommen. Ziel war es, sie bei zehn, zwölf Metern zu halten“, sagte Bullacher. Dort aber stand Schöttle und gab den SV-Torhütern Alex Dörr und Alex Sema regelmäßig das Nachsehen. „Am Ende ist die Differenz im Ergebnis der Unterschied zwischen den Torhüterleistungen“, resümierte Bullacher.
Im Pforzheimer Tor stand Ex-Bundesligatorwart Bastian Rutschmann. Der nahm den Zweibrücker Rückraumschützen und Außenspielern eben den ein oder anderen wichtigen Wurf weg.
Effektive Pforzheimer Angreifer
„In der ersten Halbzeit hatten wir eine total gute Effektivität im Angriff“, lobte Pforzheims Trainer Alexander Lipps. Insgesamt sei es keine Glanzleistung gewesen, „und Nico Schöttle hat einiges kaschiert“, machte auch er im 18-Jährigen den Unterschiedsspieler aus. Nach 17 Minuten bekam Schöttle eine Verschnaufpause. Die nutzte Zweibrücken prompt, um durch Tim Götz und Fabian Naumann von 8:12 auf 10:12 zu verkürzen. Lipps brachte Schöttle wieder, der Zweibrücker Rückstand wuchs.
Pforzheim wollte früh alles klar machen. Direkt nach der Halbzeit schien das zu gelingen. Binnen vier Minuten zogen die Gäste auf 21:13 weg. Aber das zeichnet die Zweibrücker aus: „Wenn man nur ein bisschen nachlässt, sind sie sofort wieder da. Bis zum Schluss geht das so“, beschrieb Lipps die SV-DNA. Das bestätigten die Zweibrücker Mitte der zweiten Halbzeit. Jetzt parierte Dörr einige Bälle, es konnte schnell umgeschaltet werden und Tom Grieser, neben Tim Götz der Antreiber, verkürzte auf 18:22 (44.). Zum Spielverderber für die Zweibrücker wurde erneut Schöttle, der drei Mal in Folge traf.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Dörr, Sema (12. – 30.) - Ihl (4), Götz (8/2), Kockler (3) - Hammann (1), Meister (2) - Grieser (5) - Bayer (1), Naumann (1), Winter, Hügel
SG Pforzheim/Eutingen: Rutschmann, Löckel (57. – 60.) - Kirchenbauer (2), Broschwitz (6/2), Schöttle (13) - Kusch (4), Lupus (3) - Süsser - Gerstner, Buck (1), Ganz (1), Reisinger, Beyer, Bleh
Spielfilm: 3:3 (4.), 3:6 (8.), 10:12 (22.), 12:17 (Halbzeit), 12:20 (33.), 16:22 (42.), 19:26 (48.), 23:27 (55.), 25:30 (Ende) - Siebenmeter: 2/3:2/3 - Zeitstrafen: 4:4 - Beste Spieler: Götz, Grieser - Schöttle, Broschwitz, Rutschmann - Zuschauer: 300 - Schiedsrichter: Peiser/Schek (Pfälzer HV).
Abstiegsduell gegen Großsachsen
„Für uns das wichtigste Spiel in dieser Woche“, sagt Stefan Bullacher, Trainer des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken, mit Blick auf die Partie am Samstag gegen den TV Großsachsen (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).
Das wichtigste Spiel in der englischen Woche ist es, weil mit Großsachsen ein Gegner kommt, der wie die Zweibrücker um den Klassenverbleib kämpft. Der Tabellenachte empfängt den Zehnten, „und es ist durchaus möglich, dass diese beiden Mannschaften gemeinsam in der gleichen Gruppe in der Qualifikationsrunde für die Dritte Liga spielen werden“, sagt Bullacher auf die mögliche Saisonverlängerung vorausschauend. In diese Runde werden die Punkte aus den beiden Vorrundenpartien mitgenommen. Das Hinspiel verlor der SV 28:32. Abwehrchef Tom Grieser, der damals verletzungsbedingt nicht spielen konnte, hatte die Zweibrücker in Großsachsen aushilfsweise gecoacht, weil Bullacher erkrankt war. Am Samstag rückt Grieser, der in Top-Form ist, wieder ins Abwehrzentrum. Bullacher coacht. add