Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist SV 64 Zweibrücken besiegt Lieblingsgegner Haßloch

SV-Rückraumspieler Philipp Kockler (links, hier beim Versuch Haßlochs Konstantin Herbert zu überwinden) traf achtmal im Pfalzder
SV-Rückraumspieler Philipp Kockler (links, hier beim Versuch Haßlochs Konstantin Herbert zu überwinden) traf achtmal im Pfalzderby gegen die Vorderpfälzer – einmal sogar aus elf Metern.

Mit 21 Paraden avancierte Alexander Dörr, Torwart des Drittligisten SV 64 Zweibrücken, zum Matchwinner im Derby gegen die TSG Haßloch. Mit dem Spruch „Super Alex“ durfte sich in einer entscheidenden Spielszene aber auch sein Zweibrücker Gespannpartner Alex Sema feiern lassen. Das Derby war auf beiden Seiten ein Spiel der Torhüter.

„Jetzt müsste Alex noch einen halten, dann war es das“, hofften die SV-Fans. Und Alex, der Held, hält. Alexander Dörr, Torwart des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken, reckte in der 57. Minute die Faust nach oben: Derby-Sieg gegen die TSG Haßloch gesichert. Dass SV-Regisseur Tim Götz den letzten Wurf auf den Haßlocher Kasten übers Tor zog – geschenkt. Es wurde längst gefeiert. Dass TSG-Rückraumspieler Kevin Seelos noch verkürzte – egal: Mit 24:22 (8:8) gewannen die Zweibrücker ihr letztes Heimspiel im Jahr 2021. Dass Philipp Kockler und Kevin Knieps zusammen 16 Tore für die Zweibrücker erzielten, war ebenfalls wichtig, damit die SV-Torhüter nicht nur eine gute persönliche Leistung, sondern mit der Mannschaft auch einen weiteren Sieg gegen Haßloch feiern konnten.

Tolle Quote von Keeper Dörr

Sie siegten gegen einen Lieblingsgegner: die TSG Haßloch. Zweites Duell in dieser Runde, zweiter Sieg. Mittelpunkt der Zweibrücker Jubeltraube: Alex Dörr. 21 Würfe auf sein Tor hatte er entschärft. Eine Quote von fast 50 Prozent, und ein „Super Alex“ war über die 60 Minuten mehrfach zu hören. „Krasses Spiel, 8:8 zur Halbzeit. Ich kann mich nicht erinnern, ob – und wenn ja wann – ich mal ein Spiel bestritten habe, in dem so wenige Tore nach 30 Minuten gefallen waren“, sagte der SV-Keeper und zollte auch seinem Gegenüber im TSG-Tor Respekt. Marco Bitz spielte auf ähnlichem Niveau wie Dörr, hatte aber nach dem Abpfiff absolut keinen Grund zum Jubeln.

Das Derby war das Spiel der Torhüter. Denn auch die beiden Gespannpartner von Dörr und Bitz erledigten ihre Aufgaben bravourös. Dreimal hatte TSG-Linksaußen Denny Djozic Dörr aus sieben Metern überwunden. In der 48. Minute trat er zum vierten Mal an die Linie. Wieder stand ihm ein Alex gegenüber, diesmal Alex Sema. Der machte das rechte Bein ganz lang und wehrte Djozics Strafwurf ab. Jetzt hatte er sich mal das „Super Alex“ verdient. Der erneute Ausgleich war verhindert, und im Gegenzug traf SV-Kreisläufer Kevin Knieps zum 18:16.

Knieps nervenstark beim Strafwurf

Es folgte noch so ein nervenaufreibendes Duell des Abends: Knieps gegen den zweiten TSG-Torwart Daniel Schlingmann. Zweimal hatte Schlingmann einen Strafwurf von Knieps pariert. „Ich habe zu Tim geschaut, aber der war schon weg“, schilderte der Kreisläufer die Szene in der 49. Minute. „Wenn ich selbst gefoult worden wäre, wäre ich nicht noch mal hingegangen“, sagte er zu seiner Entscheidung, doch zum dritten Mal gegen den wieder genesenen Keeper der TSG anzutreten. War er aber nicht. Also schnappte er sich den Ball, konzentrierte sich und traf: 19:16. Der SV 64 saß im Siegeszug in einem bis zum Abpfiff engen Spiel, das die Torhüter und die Abwehrreihen dominiert hatten. Die Partie gewannen die Gastgeber unterm Strich verdient, weil sie immer spüren ließen, dass sie den Sieg einen Hauch mehr wollten und weil sie letztlich mehr Struktur ins Angriffsspiel brachten.

8:8 zur Halbzeit, das hatte auch damit zu tun, dass SV-Spielmacher Tim Götz in den ersten 30 Minuten nicht richtig ins Spiel fand. In Halbzeit zwei war er präsenter. Dass nach einem kleinen persönlichen Tief zu Beginn der Partie und zu Beginn der zweiten Hälfte Philipp Kockler ein Gewinnfaktor im SV-Spiel war, zeigte sich bei der doppelten Manndeckung, die die TSG in der Schlussphase spielte. Götz und Kockler, der achtmal traf, einmal stark aus elf Metern, wurden eng bewacht. Es nützte nichts. Knieps nutzte den Platz, der sich dadurch auftat. Und weil die SV-Abwehr aufpasste, konnten Sebastian Meister und Tom Grieser erfolgreich kontern. Grieser traf ins leere TSG-Tor. TSG-Trainer Tobias Job hatte auf den siebten Feldspieler gesetzt – schon lange kein effektives Mittel mehr, um die SV-Abwehr ins Schwimmen zu bringen.

Hellwache SV-Defensive

„Der Sieg geht in Ordnung“, befand auch Götz, der zum 23:20 getroffen hatte. Diesem Tor folgte Dörrs anfangs geschilderte, von den Fans herbeigesehnte Parade – ein Big Point. Von denen nutzte der SV die seinen, „und wir haben sie nicht gesetzt“, sagte Job. Das lag auch daran, „dass wir auf alles, was Haßloch taktisch probierte, eine Antwort hatten“, analysierte Götz. Egal ob zwei Kreisläufer, mit denen die TSG ins Spiel gestartet war, der siebte Feldspieler – die Zweibrücker Defensive war hellwach. „Die Jungs haben es überragend gemacht, haben eine überragende kämpferische Leistung gezeigt. Wir haben uns gut vorbereitet auf den Gegner. Die Jungs haben super umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, lobte SV-Trainer Stefan Bullacher.

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