Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Die Staus in Niederauerbach waren tatsächlich vermeidbar – daraus müssen die Planer lernen

So sah die Pirmasenser Straße vor einem Jahr aus. Mittlerweile ist die Durchfahrt ganz gesperrt.
So sah die Pirmasenser Straße vor einem Jahr aus. Mittlerweile ist die Durchfahrt ganz gesperrt.

Vor einem Jahr gab es in Niederauerbach morgens lange Staus, die leicht vermeidbar waren. Das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Monate. Die Planer sollten daraus lernen.

Ach guck mal, so kann’s gehen. Da hole ich mir aus unserem Archiv die Seite vom Ostersamstag 2025, weil ich sie als Vorlage fürs Osterrätsel brauche, und was lese ich am Fuß der Seite? Meine Samstagsmeinung vor einem Jahr: „Ich bin der Meinung, dass ... die Staus in Niederauerbach vermeidbar waren.“

Es ging darum, dass die Autofahrer seit einem Monat nicht mehr auf direktem Weg von Niederauerbach an die Dorndorf-Kreuzung kamen. So wie jetzt auch. Wer nach Contwig, in die Fasanerie oder auf die Autobahn wollte, musste einen Umweg fahren. So wie jetzt auch. Der komplette Verkehr aus Richtung Wallhalbtal, einem Teil der Sickinger Höhe, Ober- und Niederauerbach muss erst durch die Pirmasenser und die Hofenfelsstraße und dann über den Hofenfelskreisel. So wie jetzt auch. An manchem Schultag-Morgen staute sich deshalb der Verkehr über einen Kilometer bis zur Ampel in Niederauerbach. So wie ... ach, lassen wir das.

Die Einbahnstraße war in die falsche Richtung gesperrt

Der Unterschied zu heute: Damals war die Straße einspurig befahrbar. Die Einbahnstraße war aber in die falsche Richtung gesperrt, und die Staus wären vermeidbar gewesen. Wäre sie Richtung Dorndorf frei gewesen, hätten viele Autofahrer keinen Umweg fahren müssen. Und wer aus dem Schwarzbachtal kam, hätte direkt hinter der Dorndorf-Ampel die kleine Einbahnstraße Ölwiese nehmen können.

Auf unsere Nachfrage sagte Stadt-Sprecher Jens John damals, Polizei, Bauamt und alle angefragten Stellen seien sich einig gewesen, dass die damals gewählte Verkehrsführung „die Leichtigkeit des Verkehrs gewährleisten“ soll. Die Planer befürchteten, eine Umleitung in die andere Richtung könnte zu Rückstaus in der Ölwiese führen. Die Angst: Die Autos könnten in die viel befahrene L471 ragen.

Es hätte eine passende Umleitung gegeben

Ich schrieb damals: „Jede Wette: Das wäre nicht passiert.“ Die Ölwiese ist 200 Meter lang, hat Platz für 40 Autos, die meisten aus Richtung Contwig fahren sowieso über den Bahneinschnitt in die Stadt, und der Verkehr aus der Ölwiese hätte sich schnell verteilt. Schließlich gibt es dort drei Möglichkeiten, von der Gewerbestraße hinterm alten Lidl in die Niederauerbacher Hauptverkehrsstraße einzubiegen.

Die Wette hätte ich gewonnen. Das lässt sich seit Sommer 2025 beobachten, seitdem die Straße komplett gesperrt ist und auch der Verkehr aus Contwig und von der Fasanerie her dort nicht mehr durchkommt. Jetzt benutzen zwar einige Autos mehr als sonst die Ölwiese, aber davon, dass dort „die Leichtigkeit des Verkehrs“ (Sie merken, ich mag den Ausdruck) nicht mehr gewährleistet sei, kann keine Rede sein.

Mein Verdacht: Hier wurde anhand einer Landkarte entschieden

Mir drängt sich eher der Verdacht auf, dass irgendjemand auf die Karte geschaut hat, gesehen hat, was die Ölwiese für ein schmales Sträßchen ist, und dann entschieden hat, dass sie möglichst nicht als Umleitungsstrecke herhalten soll. Und danach haben es halt alle so abgenickt. Wäre es anders entschieden worden, hätte das tatsächlich die Leichtigkeit des Verkehrs (Sie merken, ich mag ... ach, lassen wir das) gewährleistet. Und zwar auf der Sickingerhöhstraße Richtung Stadt. Jetzt ist’s zu spät, aber man kann sich das ja mal merken. Im Grunde sollte man das!

Übrigens: Die Pirmasenser Straße, die in drei Abschnitten ausgebaut wird – als letztes ist der von der Contwigerhangstraße bis zur Dorndorfkreuzung dran – soll Ende Mai fertig sein, wenn das Wetter hält. Das bekräftigte Oberbürgermeister Marold Wosnitza noch einmal in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.

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