Pferdesport
Die Reiter-Welt zu Gast bei einem Freund
Auf dem Großsteinhauserhof von Steffen Hauter ging es zwei Wochen lang international zu. Der 46-jährige Pferdeprofi war erneut Gastgeber der Global Amateur Tour (GAT), bei der Reiter aus aller Welt die Möglichkeit haben, ihre springreiterlichen Fähigkeiten bei Trainings und Wettbewerben zu verbessern. Die Südwestpfalz war Teil der Trainingstour, die es auch in Portugal, Italien und Frankreich gibt. Reiter, die an der Wettbewerbstour der GAT teilnehmen, können bei Turnieren in Argentinien, Mexiko und Brasilien starten.
Zwei Gruppen, einmal zehn, einmal neun Reiter, trainierten im Juni und Juli auf dem Hauterschen Hof, untergebracht waren sie in einem Zweibrücker Hotel. Die Teilnehmer kamen aus Südafrika, Neuseeland, den USA und den Bermudas. „Die Reiter haben unterschiedliche Ausbildungsstände“, erzählte Steffen Hauter, der einer von zwei Trainern war. „Am besten ausgebildet sind die US-Amerikaner“, bemerkte er. Im Training lag die Höhe der Hindernisse zwischen einem und 1,20 Metern, das entspricht Anforderungen der Klassen A und L.
Zum zweiten Mal Gastgeber
Hauter war nach 2024 zum zweiten Mal Gastgeber. „Die Nachfrage war so groß, dass wir dieses Mal zwei Touren angeboten haben“, berichtete er. Die erste Gruppe war in der Woche vor dem CHIO Aachen auf dem Großsteinhauerhof, die zweite nach dem CHIO. Beide Gruppen schauten sich gemeinsam Springen in der Aachener Soers an.
Eine der Initiatorinnen der Tour ist die Neuseeländerin Lucy Olphert. „Ich kenne sie bestimmt schon 15 Jahre, wir sind uns zum ersten Mal in Mexiko begegnet“, erzählte Hauter. 2023 kamen beide ins Gespräch über die Global Amateur Tour, 2024 wurde die Südwestpfalz zum ersten Mal Station.
Die zweite Heimat
Chef d’Équipe und verantwortliche Trainerin ist die Neuseeländerin Jaime Campbell-Ward. „Ich bin jetzt zum zweiten Mal dabei. Im vergangenen Jahr hatte ich die Tour in Frankreich begleitet“, erzählte die 37-Jährige, die aus Auckland kommt. Sie freute sich, dass sie wieder in Deutschland sein konnte. „Deutschland ist meine zweite Heimat, ich habe hier viel Zeit verbracht, um zu reiten und an Wettbewerben teilzunehmen“, ergänzte sie. Als Springreiterin habe sie in vier verschiedenen Ställen in Deutschland gearbeitet, fügte sie an.
Ihre Schüler sieht sie auf unterschiedlichem Niveau, „sie reiten über Hindernisse von mindestens 90 Zentimetern Höhe bis zu 1,25 Metern“, berichtete sie. Die Trainingsinhalte sind vielfältig. „Es geht darum, den Raum des Turnierplatzes zu nutzen, die Balance und den Rhythmus beim Reiten und eine gute Linie zum Hindernis zu finden“, erläuterte Campbell-Ward.
Erst Training, dann Urlaub
Steffen Hauter stellte den Teilnehmern die Pferde zur Verfügung. „Für die Reiter ist es eine Herausforderung, sich in kurzer Zeit auf unterschiedliche Pferde einzustellen“, bemerkte Campbell-Ward. „Die Reiter sollen möglichst viele Pferde reiten“, ergänzte Hauter. „Es sind fünf- bis zwölfjährige Pferde dabei, quer durch die Bank. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Die meisten Teilnehmer kombinieren das Trainingsprogramm dann noch mit einem Urlaub in Europa.“
Dabei bietet schon das reguläre GAT-Programm Sightseeing, Kultur und Gemeinschaft. Ausflüge nach Heidelberg, Colmar und Straßburg standen auf dem Programm, es gab einen Abstecher nach Bitsch, gemeinsame Essen und ein bisschen Party. Den Abschluss bildete jeweils ein Parcoursspringen gefolgt von einem Farewell-Diner. Auch im kommenden Jahr gastiert die Global Amateur Tour in der Südwestpfalz, dann werden die Reiter bereits im Mai erwartet.