Sportlerwahl Die Nominierten: Wer wird Mannschaft des Jahres 2025 in Zweibrücken und Umgebung?
Seit 1990 küren die RHEINPFALZ-Leser inzwischen schon die Sportler des vergangenen Jahres. Auch im Jahr 2025 waren Sportler aus Zweibrücken und der Region auf regionalem, nationalem und internationalem Feld erfolgreich. Die Lokalredaktion der RHEINPFALZ stellt Ihnen fünf Sportlerinnen, fünf Sportler, und fünf Mannschaften vor, die aus unserer Sicht im Vorjahr Außergewöhnliches geleistet haben. Unter der Fülle der guten sportlichen Leistungen haben wir eine Vorauswahl getroffen. Wir versuchen dabei, die jeweiligen Titel und Sportarten in Relation zu setzen, manch tolle Leistung bleibt dabei sicher auf der Strecke.
Festgelegte Kriterien für unsere Auswahl sind seit jeher: Die Sportler müssen aus dem Verbreitungsgebiet stammen, hier leben oder für einen hiesigen Verein starten. Titel allein zählen nicht. Wir schlagen nur Sportler vor, die mindestens 15 Jahre alt sind. Das Voting läuft bis zum 8. April.
Bei den fünf nominierten Teams dürfre sich drei Mannschaften aus unterschiedlichen Sportarten über den Gewinn eines Doubles aus Meisterschaft und Pokalsieg freuen. Dazu kommt eine Randsportart groß raus, und ein Dauerbrenner steht auch wieder auf der Vorschlagsliste.
SV Palatia Contwig (Fußball)
Der SV Palatia Contwig hat in der Saison 2024/25 das Double geschafft. Erst bejubelte das Team von Spielertrainer Niklas Kupper im Mai den Kreispokal-Titel in Thaleischweiler-Fröschen gegen den SV Hermersberg II aus der B-Klasse West. Kevin Schmidt, Philipp Koch und ein SVH-Eigentor ebneten den Weg zum 3:1-Erfolg vor 550 Zuschauern. Nur die vom Verband gestellten Pokalsieger-Shirts wollten die Contwiger danach nicht anziehen. Sie ärgerten sich über die Entscheidung des Kontrollgremiums des Südwestdeutschen Fußballverbandes, das sich gegen ein Aufstiegsrecht der Spielgemeinschaft (SG) Contwig/Stambach als Vizemeister der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken ausgesprochen hatte.
In der A-Klasse kamen die Contwiger in 30 Spielen auf bockstarke 74 Punkte (24 Siege, zwei Remis) und 110:34 Tore – und sicherten sich am Wochenende nach dem Pokaltriumph mit sechs Punkten Vorsprung auf den FK Petersberg auch die Meisterschaft. Kuppers neu eingeimpftes System mit viel Ballbesitz, hohem Anlaufen und häufigen Positionswechseln hatte funktioniert. Der Palatia-Coach sprach mit Titel, Pokalsieg und Bezirksliga-Aufstieg von einer „perfekten Saison“. Von 20 Punktspielen und sieben Pokalbegegnungen gingen nur drei (!) verloren.
SVK Blieskastel/Zweibrücken (Volleyball)
Was für eine Leistung: Die Volleyballer des SVK Blieskastel/Zweibrücken wurden im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg Meister der Verbandsliga Saar. Das Team um den Spielertrainer Alexander Hoffmann kommt auf dem Weg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (dann erstmals in der Vereinsgeschichte) in 16 Spielen auf 15 Siege und 44 Punkte – und gibt in der ganzen Spielzeit 2024/25 nur zehn Sätze ab (46:10). „Eine Traumrunde, das hätte nicht besser laufen können“, so titulierte das Hoffmann am Ende. Der einzige kleine Wermutstropfen war die Heimniederlage gegen den TV Wiesbach 2.
Entscheidend für den Titelgewinn war am zwölften Spieltag Mitte Februar der 3:0-Sieg der Zweibrücker Hofenfels-Baggerer beim ärgsten Verfolger TV Saarwellingen. Die restlichen Hausaufgaben in den Spielen danach erledigten die SVK-Spieler dann routiniert. Auch wichtig: Das SVK-Team blieb weitgehend von Verletzungen verschont, Coach Hoffmann hatte so viele taktische Variationsmöglichkeiten. Zuvor hatte das SVK-Team schon für das spätere Double gesorgt: Im Januar besiegten die SVK-Herren beim Final-Four-Turnier des Pokals im Halbfinale erst den TV Saarwellingen 2, dann den TV Wiesbach 2 im Endspiel – jeweils glatt und ohne Satzverlust mit 3:0.
VT Zweibrücken (Basketball)
Sie haben den direkten Wiederaufstieg geschafft: Nach dem Abstieg im Anschluss an die erste Oberliga-Saison der Vereinsgeschichte haben die Basketball-Herren der VT Zweibrücken in der Landesliga Rheinhessen-Pfalz erneut ihr Meisterstück gemacht. Die VTZ-Korbjäger um Aykut Bozdemir in seinem ersten Jahr als Spielertrainer machten es in der Spielzeit 2024/25 aber ganz schön spannend. Sie marschierten mit ihrem schärften Konkurrenten BBC Fastbreakers Rockenhausen fast im Gleichschritt durch die Saison. Am Ende standen für die VTZ-Truppe nach 18 Spielen 32 Punkte zu Buche, Rockenhausen hatte ebenso viele.
Aber die Zweibrücker hatten den direkten Vergleich mit dem Team vom Donnersberg für sich entschieden – das zählte, da fielen die beiden Niederlagen in Kirchheimbolanden und im Heimspiel im März gegen die Fastbreakers nicht ins Gewicht! Denn das Hinspiel in Rockenhausen hatte die VTZ mit 94:82 gewonnen, das Rückspiel mit weniger Punkten (64:70) verloren. Zur Meisterschaft holte das VTZ-Team als Sahnehäubchen auch noch das Double: Sie besiegten im Final Four des Landespokals der Bezirksligen im Halbfinale in Landau erst den TV Kirchheimbolanden und im Endspiel knapp die SG Ludwigshafen/Frankenthal (88:86).
TV Rieschweiler (Prellball)
Das gab’s bei den erwachsenen Prellballern des TV Rieschweiler noch nie: Die Herren 1 des TVR wurden Ende März deutscher Vizemeister. Die Rieschweiler Prellballer hatten sich zuvor nach vier Spieltagen als Vizemeister in der Bundesliga Süd fürs Endturnier in Berlin qualifiziert. Dort waren sie (samt dem Damen 1-Team) dann sogar live zu sehen: Die Endrundenspiele wurden im Internet bei sportdeutschland.tv übertragen. Das TVR-Team startete mit dem 34:34-Remis gegen den MTV Markoldendorf gut ins Turnier.
Der Punktgewinn war Gold wert, denn mit den Siegen gegen den TV Altenbochum (38:29), den VfL Waiblingen (36:28) und den SV Weiler (35:28), bei der gleichzeitigen 27:34-Niederlage gegen Abonnement-Meister TSV Ludwigshafen, behaupteten sie Gruppenplatz zwei und schafften es ins Halbfinale. Dort schlugen die Rieschweilerer den TV Huchenfeld klar mit 34:24. Im Endspiel um die deutsche Meisterschaft unterlagen Niklas Resch, Maic Volnhals, Alexander Volnhals und Kapitän Niklas Speer (im Foto von links) sowie Henrik Speer, Danilo Utess und Ersatzmann Leo Hettrich dann dem TV Meinerzhagen klar mit 27:37. Der Gegner hatte im Halbfinale, etwas überraschend, die Ludwigshafener aus dem Turnier gekegelt.
EHC Zweibrücken (Eishockey)
Der EHC Zweibrücken kämpfte sich trotz eines schwierigen Saisonstarts und zahlreicher Probleme am Ende wieder bis in die Finalserie der Baden-Württemberg-Liga, der vierthöchsten deutschen Spielklasse – zum dritten Mal hintereinander. Erst dort unterlag die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf dem ESC Hügelsheim in der „Best of Five“-Serie in vier Spielen (1:5, 4:3 nach Penaltyschießen, 2:6, 4:5 nach Verlängerung). Dabei hatte die Spielzeit 2024/25 für die „Hornissen“ eher durchwachsen begonnen. Das war auch dem neuen Modus der Liga mit 15 Teams – nach der Verzahnung der Regionalliga Südwest mit der Landesliga Baden-Württemberg – geschuldet.
Gespielt wurde zunächst in drei Vorrundengruppen, der EHC kam da nicht richtig ins Laufen. Zudem hatte das Team einen dünnen Kader, der Mannheimer ERC half daher mit etlichen Förderlizenzspielern aus. Die „Hornets“ gewannen dennoch ihre Gruppe A (18 Punkte), zogen danach als Dritter der Meisterrunde (26 Punkte) in die Play-offs ein, wo sie sich dann deutlich steigerten. Das Viertelfinale entschieden sie gegen die TSG Reutlingen in drei Matches für sich, im Halbfinale schalteten sie die EKU Mannheim in drei Spielen aus. Erst die Finalserie ging laut Coach Wolf „sehr unglücklich verloren“.