Zweibrücken Die Aussichten? Sonnig bis bewölkt

Zweibrücken. Dass der Bezirksliga-Aufsteiger TSC Zweibrücken in der kommenden Saison in der Landesliga spielt, ist für viele Fußball-Anhänger im Kreis kein unwahrscheinliches Szenario. Der Sportclub überwintert mit zwei Punkten Vorsprung auf den SV Schopp als Spitzenreiter. Die VB Zweibrücken haben sich nach einem durchwachsenen Start im vorderen Mittelfeld einsortiert, für die SG Rieschweiler II geht es um den Klassenerhalt.

Hätte man Sanel Nuhic, Spielertrainer des TSC Zweibrücken, vor dem Rundenauftakt gefragt, wo seine Truppe zur Saisonhalbzeit steht, hätte er sicherlich nicht „ganz oben“ gesagt. Oder? „Das ist richtig“, meint der Coach, der die Vorrunde mit zufriedener Miene bilanzieren kann. Seit dem neunten Spieltag führt die Nuhic-Truppe ununterbrochen die Liga an. Der Spielwitz und das Laufvermögen der jungen TSC-Kicker ließen die Konkurrenz zeitweilig verdutzt dreinschauen – wie ein Aufsteiger präsentierte sich der Sportclub nicht. Die Kritikliste des Trainers ist dementsprechend nicht besonders lang. „Es gab ein paar Spiele, in denen wir nicht gut waren. Beispielsweise beim 0:0 in Göllheim, auch die 2:3-Niederlage im Hinspiel war verdient, da lagen wir zur Pause mit 0:3 hinten.“ Ansonsten habe seine Mannschaft aber ein hohes Leistungsniveau gezeigt, der Platz an der Sonne zur Winterpause sei vollkommen in Ordnung. Auf das Stichwort „Druck“ angesprochen, sagt Sanel Nuhic, dass man den am Wattweiler Berg nicht zu sehr ansteigen lasse. „Sicherlich wollen wir jetzt oben bleiben. Aber man muss realistisch feststellen, dass auch die anderen Teams guten Fußball spielen. Als Aufsteiger ist man Einsteiger, und wenn es am Ende nicht reicht, wird uns vom Verein keiner den Kopf abreißen.“ Der dritte Tabellenplatz nach dem zweiten Spieltag war die bislang beste Saisonplatzierung der VB Zweibrücken, danach sorgten nicht sehr konstante Leistungen für ein Abrutschen in der Tabelle. Die Mannschaft von Spielertrainer David Schwartz war zeitweilig sogar mal Elfter, nach dem ersten Saisondrittel ging es aber stetig bergauf. Eine Wellenbewegung soll sich laut Schwartz jetzt nicht mehr einstellen, er möchte mit seinen Jungs im oberen Tabellendrittel bleiben, momentan ist man Sechster. Der Coach fasst die erste Hälfte der Vorrunde so zusammen: „Wir waren nie richtig schlecht, aber auch nie wirklich gut.“ Die ungünstige Verbindung aus zu hoher Fehlerquote und mangelhafter Chancenverwertung habe die Mannschaft nicht richtig Tritt fassen lassen, sie habe aber an sich gearbeitet – mit dem Ergebnis einer kleinen Siegesserie ab dem 14. Spieltag. Ein Dutzend Punkte und 19 Tore aus vier Spielen haben den Bewegungsspielern endgültig den Glauben an sich zurückgegeben. „Wir gaben Gas, der Kopf blieb oben“, beschreibt es Schwartz. Aus dieser Serie stammt die Partie, die ihn am meisten überzeugt hat. „Beim 5:0 gegen Niederkirchen/Morbach hat alles gestimmt, das war richtig gut“, erinnert er an den 15. Spieltag. An das ernüchterndste Ergebnis der bisherigen Saison denkt er allerdings auch. Vor 800 Zuschauern wurden den VB Zweibrücken am achten Spieltag beim Lokalrivalen TSC Zweibrücken mit 0:5 ganz klar die damals gültigen Grenzen aufgezeigt. Bis die SG Rieschweiler II zu Punkten kam, dauerte es eine ganze Weile. Erst nach dem sechsten Spieltag wurde die Elf von Spielertrainer Jörg Lefebre die Rote Laterne los, die Bilanz nach 17 Bezirksligaspielen lautet fünf Siege, drei Unentschieden und neun Niederlagen – Tabellenplatz 13 bedeutet dies. Zwischen die SG und die unmittelbare Abstiegszone passt nicht viel mehr als eine Zeitungsseite, vier Punkte Vorsprung auf den Drittletzten Waldmohr-Dunzweiler sind nichts, was Lefebre wirklich entspannen lässt. Grundsätzlich glaubt er daran, dass im weiteren Verlauf der Runde der Anschluss an das gesicherte Tabellenmittelfeld hergestellt werden kann, die Personalsituation sei mit der vom Rundenanfang nicht zu vergleichen. „Damals musste ich ständig durchwürfeln, so kam keine Konstanz rein“, sagt er und spricht von einer „deprimierenden Phase“, durch die die SG Rieschweiler II damals durch musste. Von diesen schwarzen Wochen hat sich die Truppe allerdings nicht unterkriegen lassen. Jörg Lefebre sieht genug Potenzial in der Mannschaft, um sich von der Abstiegszone deutlich abzusetzen. Zumal sich in der Winterpause der Verbandsliga-Kader noch einmal verstärke, was auch positive Auswirkungen auf seine eigenen personellen Möglichkeiten haben werde.

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