Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Das städtische Kulturprogramm 2025/26

„Voice Passion, Celtic Whispers“.
»Voice Passion, Celtic Whispers«.

Viel Humor bietet das Kulturprogramm 2025/26 der Stadt Zweibrücken. Der Hit der letzten Spielzeit kommt auch wieder.

In Zweibrücken war es wie überall in der Pfalz: Die beiden Krabbelkonzerte der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz für die Kleinsten und ihre Eltern waren im Nu ausverkauft. Deshalb stehen sie in der Spielzeit 2025/26 wieder auf dem Programm: am 6. November und 19. März (der Vorverkauf läuft aber noch nicht). Auch das beliebte Neujahrskonzert mit der Staatsphilharmonie hat seinen Stammplatz: Es ist für 4. Januar 2026 terminiert, das traditionelle „Villa-Musica“-Konzert für 1. Februar. Diese und alle anderen Vorschläge des Kulturamts beschloss der Kulturausschuss am Mittwoch einstimmig und ohne Diskussionen.

Doch der Zweibrücker Kulturamtsleiter Thilo Huble und sein Team testen auch Neues. Dazu gehört die Singer-Songwriterin Sandra Dell’Anna, 1970 in Völklingen geboren, aber in Lecce in Italien aufgewachsen, die eine ungewöhnliche Mischung aus Chanson, Pop, Jazz und Folk bietet.

Theaterfahrten statt Oper und Ballett

Mit ihrer Band Pizzico di Sole wurde sie 2016 beim Deutschen Rock & Pop Preis als beste Popsängerin ausgezeichnet, 2020 als beste Singer-Songwriterin. Sie singt nicht nur Eigenes, Ende 2024 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Akkordeonisten und Pianisten Salvo La Ferrera ihr erstes Coveralbum „Tirami Su“ mit italienischer Musik.

Da es im Musiktheater keine Opern und klassischen Ballette mehr in die Zweibrücker Festhalle geholt werden – Huble erklärte schon in der Kulturaussitzung im November 2024, dass diese teuren Genres nur noch wenig Resonanz finden und es stattdessen Theaterfahrten geben soll – gibt es nun den Bereich Traditional. Als erstes eingeladen wurden Lauren Francis und Franz Garlik mit ihrem Programm „Celtic Whispers – Hiraeth und andere walisische Wahrheiten“ für den 22. Februar. Hiraeth ist ein walisisches Wort, das eine tiefe Sehnsucht nach einer Person, Sache oder Zeit beschreibt.

Alice im verblüffenden Wunderland

Das Duo bringt auch Videoprojektionen mit aus den keltischen Ländern, damit sich alle besser in die Stimmung der Länder und ihrer Musik versetzen können. Dazu gehören die Drehorte der Serie „Outlander“. Die Waliserin Lauren Francis erzählt aber auch Geschichten zu den Liedern aus Irland, Schottland und Wales, die sie in den Originalsprachen singt.

Statt klassischem Ballett wird es am 21. Januar eine Tanzshow geben: „Alice in an Amazing World“ ist eine Kombination aus Theater, Zirkus und modernem Tanz. Natürlich hat das Ganze irgendwie mit „Alice im Wunderland“ zu tun. Versprochen werden „märchenhafte Heldenbilder, ungewöhnliche Landschaften, atemberaubende akrobatische Darbietungen“ und eine Alice, die in einer Traumwelt lebt, in er sich Realität und Illusion mischen.

Mit Babys und für Kinder

Die Komödie „Drei Männer und ein Baby“ nach dem Kinohit von Coline Serreau von 1985 (vom Tourneetheater Thespiskarren) ist die erste der drei Schauspielproduktionen in der Zweibrücker Festhalle am 10. Dezember. Es folgen „Dr. Fischer aus Genf oder Die Bomben-Party“, ein Figurentheater mit Livemusik nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene von 1980 von der Bühne Cipolla als Koproduktion des Altonaer Theaters und des Theaters Duisburg am 18. März. Mehr Spektakel als Schauspiel ist „In 80 Tagen um die Welt“ nach Jules Vernes Roman von 1873 am 22. März vom Ensemble Persona aus München.

Das Kleinkunstprogramm bietet Kabarett mit Rolf Miller („Wenn nicht wann, dann jetzt“, 14. November), Stephan Bauer („Weihnachten fällt aus“, 12. Dezember) und Heinz Gröning („Dr. Laughs beste Medizin“, 13. März) sowie Comedy mit Chako Habekost (19. Dezember), Tim Becker („Die Puppen, die ich rief“, 30. Januar), dem saarländischen Duo Alice Hoffmann/Bettina Koch („Kluger Tratsch und dumme Sprüch’“, 27. Februar) und einem Gastspiel des Berliner „Quatsch Comedy Clubs“ (18. April).

Verneigung vor Cohen und Kiss

Für die Kinder gibt es neben den Krabbelkonzerten noch das Märchenmusical „Rotkäppchen“ im November 2025 und „Anouk - Das Kindermusical“ nach dem Kinderbuchbestseller von Hendrikje Balsmeyer und Peter Maffay im März 2026. Die genauen Termine stehen noch nicht fest.

Zu den Städtischen Konzerten gehören noch ein Abend mit dem Saarbrücker Roland Helm und seiner Band, der sein Leonard-Cohen-Tribute-Programm spielt (10. April) und einer mit der Kiss Forever Band, die wohl authentischste Kiss-Tribute-Band, die sogar Einzug in die „Rock’n’ Roll Hall of Fame“ gehalten hat.

Euroclassic und Mozart

Die Mozartgesellschaft Zweibrücken-Pirmasens steuert vier Konzert bei: „... und doch bin ich hier – Künstler und Künstlerinnen im Widerstand“ (Musik, Lyrik, Bilder; 8. November), einen Abend mit dem Weinert-Ensemble aus Neunkirchen (da sitzt Sebastian Voltz, der Musiklehrer des Hofenfels-Gymnasiums, am Klavier, außerdem Martin Weinert [Bass], Héloïse Lefebvre [Violine] und Daniel Weber [Percussion]) am 11. Januar, dem Amelio-Trio (Johanna Schubert, Geige; Merle Geißler, Cello und Philipp Kirchner, Klavier) im Februar und dem Duo „Les éclats du son“ mit Sebastian Voltz am Klavier und Max Reifer an den Percussions, die eigene Stücke spielen (März oder April).

Der Höhepunkt der Saison − das Euroclassic-Festival in Zweibrücken, Pirmasens, Blieskastel und dem jeweiligen Umland − startet turnusgemäß im September in Bitsch. Was alles läuft, wird erst später bekannt gegeben, aber eins ist schon klar: Am 11. September gibt es in Zweibrücken einen Vortrag mit Musik zum Thema „Die vier Jahreszeiten im Klimawandel“. Der Astrophysiker Harald Lesch − bekannt aus den ZDF-Sendungen „Leschs Kosmos“ und „Terra X“ − unternimmt dann eine ungewöhnliche Reise durch Raum und Zeit, von der Entstehung der Erde und ihrer Jahreszeiten bis zum aktuellen Klimawandel, begleitet vom Violinisten Martin Walch und dem Merlin Ensemble aus Wien, das Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ spielt.

„Dr. Fischer aus Genf oder Die Bombenparty“.
»Dr. Fischer aus Genf oder Die Bombenparty«.
Chako Habekost
Chako Habekost
„In 80 Tagen um die Welt“.
»In 80 Tagen um die Welt«.
Harald Lesch
Harald Lesch
Musical „Anouk“
Musical »Anouk«
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