Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Dachverband schafft Einmal-Lizenz wieder ab

Wer außerhalb von Punktspielen an Turnieren teilnehmen will, braucht seit zwei Jahren eine kostenpflichtige Lizenz.
Wer außerhalb von Punktspielen an Turnieren teilnehmen will, braucht seit zwei Jahren eine kostenpflichtige Lizenz.

Ein Ärgernis ist für viele Amateur-Tischtennisspieler die am 1. Juli 2024 eingeführte Turnierlizenz. Nun gibt es nicht nur ein erstes Resümee, sondern auch Veränderungen.

Geärgert hatten sich viele Tischtennisspieler nicht nur wegen des organisatorischen Mehraufwands für die Turnierlizenz, sondern auch, weil sie zur Kasse gebeten werden, was der Tischtennis-Dachverband erst im Nachgang kommunizierte. „Ab 1. Juli 2024 darf bei genehmigungspflichtigen Individual-Turnieren wie offene Turniere, Kreismeisterschaften, Turnierserien, Ranglistenturniere, Deutsche Meisterschaften nur starten, wer im Besitz einer gültigen Turnierlizenz ist. Dies gilt für alle Aktiven, vom Amateur auf unterster Ebene bis zum Profi. Wer nur an Punktspielen mit der Mannschaft für seinen oder ihren Verein teilnimmt, benötigt keine Lizenz“, so stellt der DTTB dar, was er beim Bundestag 2021 beschlossen hatte.

Für den Erwerb fast aller Lizenzarten benötigen Spieler ein freigeschaltetes Konto auf der Internetplattform bei myTischtennis.de. Zu erwerben gibt es die Turnierlizenz für den Erwachsenen-Individualspieltrieb, die 4,99 Euro kostet. Daneben existierten gleich vier weitere Lizenzen, nämlich die Einmal-Veranstaltungslizenz (2,99 Euro) die für ein- oder mehrtägige Turniere galt, jedoch nur für einen Wettbewerb. Dazu noch die Turnierlizenz für den Senioren-Individualspielbetrieb, die eingeschränkte (kostenlose) Turnierlizenz für den Nachwuchs-Individualspielbetrieb, mit denen Vereine ihre Akteure anmelden können und die (uneingeschränkte) Turnierlizenz für den Nachwuchs-Individualspielbetrieb (kostenlos). Zu den Lizenzen gab es dann obendrauf zum Teil noch allerhand Gratiszugaben wie Einkaufsgutscheine, Tischtennisfachzeitschriften oder auch Wettkampfbälle. Die Turnierlizenz gilt immer bis zum Ende eines Halbjahres. Mit dieser Turnierlizenz will der DTTB versicherungsrechtliche Lücken und Haftungsfragen klären.

„Hauptargument entfällt“

Die Folgen der Einführung waren zunächst leicht abnehmende Teilnehmerzahlen bei Verbandsturnieren, was sogar dazu führte, dass es schwieriger wurde, überhaupt die notwendige Anzahl an Spielern in die Hallen zu bringen. „Insgesamt sahen die Spieler das sehr kritisch, und die Vereine haben zum Teil nur abgewunken. Unsere Vereine sind über den Sportbund umfangreich versichert. Damit entfällt für unseren Bereich eines der Hauptargumente für die Turnierlizenz“, erklärte der Vizepräsident des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes (PTTV), Peter Baumann, schon kurz nach der Einführung der Turnierlizenz.

Es habe durch die Einführung auch gravierende Änderungen gegeben. „Die Spieler müssen sich jetzt alle ausnahmslos bei myTischtennis zu einem Turnier anmelden. Lediglich die Jugendlichen können von den Vereinen über deren Zugang selbst gemeldet werden. Mailanmeldungen werden damit in Zukunft nicht mehr akzeptiert“, so Baumann weiter. Während Verbandsoberligaspieler Markus Letzelter (SG Waldfischbach) schon damals der Mehrwert fehlte, er sich dennoch eine Turnierlizenz kaufte, sah der in Rieschweiler-Mühlbach wohnende Timo Schultz (TTC Nünschweiler) mehr die finanzielle Seite für die Verbände und eben auch den organisatorischen Aufwand für die Teilnehmenden.

„Geldmacherei“

Abgeschafft wird nach Beschluss des DTTB-Bundesrates des DTTB nun zum 1. Juli 2026 die Einmal-Veranstaltungslizenz. Diese sei nach Angaben des Dachverbandes ein Hemmschuh in der Praxis; besonders, wenn Aktive sich für weiterführende Turniere qualifizieren. Nur etwa 2000 solcher Lizenzen wurden bundesweit jährlich genutzt. Auch der DTTB-Bundestag soll sich mit dem Thema befassen, um das Thema Turnierlizenz einfacher zu machen, beispielsweise auch mit der Frage der Gültigkeit über die Jahresgrenze hinweg.

„Für mich ist das Geldmacherei und nicht notwendig“, sagt der Bezirkssportwart des hiesigen Tischtennisbezirks Westpfalz Süd, Sebastian Kranitz, dazu. Er vermutet, dass die Turniere des DTTB mit den Einnahmen der Turnierlizenz finanziert werden sollen. Er sehe jedoch, dass der Erwerb der Turnierlizenz nicht teuer sei, insbesondere der Jugendbereich sei kostenfrei. „Im Aktivenbereich würde ich sagen, dass es nicht mehr oder weniger Spieler gibt, die Turniere gespielt haben. Es wird bestimmt ein, zwei Leute geben, die deswegen kein Turnier gespielt haben. Aber die Teilnehmerzahlen haben sich nicht positiv oder negativ verändert“, fasst Kranitz zusammen und sieht dahingehende anfängliche Bedenken ausgeräumt.

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