Zweibrücker Landtagskandidat
„Braunen Idioten nicht nachrennen“
Der Liebe wegen zog er vor acht Jahren von Wiesbaden nach Zweibrücken. Seither engagiert er sich politisch in seiner Wahlheimat. Aaron Schmidt hat sich vor allem ein Anliegen auf die Fahne geschrieben: Den Kampf gegen rechte Umtriebe.
Aaron Schmidt, 46 Jahre alt, engagiert sich in der „Partei“, die lange als Satiretruppe galt. Deshalb muss man bei der einen oder anderen Forderung schon mal nachdenken oder nachhaken. So fordert Aaron Schmidt zum Beispiel einen McCash für Zweibrücken. Damit ist eine Hütte gemeint, an der Selbstständige, Künstler und alle, die wirtschaftlich unter den Corona-Beschränkungen leiden, vorbeifahren und umgehend ihre Überbrückungshilfen erhalten – in bar.
Das ist tatsächlich ernst gemeint. Aaron Schmidt erzählt, dass er viele Leute kennt, gerade Gastronomen und Kulturveranstalter, die bisher keinen Cent gesehen haben. Und wann sorgt Aaron Schmidt dafür, dass es in Zweibrücken einen solchen McCash gibt? „Sofort, wenn ich gewählt werde.“
Die Chance, dass er es in den Landtag schafft, ist nicht hoch. „Aber nur wenn die Leute wollen, dass alles so bleibt, wie es ist“, argumentiert Aaron Schmidt. Die PARTEI sitzt im Europaparlament und in Gemeinde- und Stadträten, so wie in Zweibrücken. „Warum nicht auch im Landtag?“, fragt Aaron Schmidt.
Als Beruf gibt er „pädagogischer Fußabstreifer“ an, denn er arbeitet als Integrationskraft in der Canadaschule Zweibrücken. Aaron Schmidt war in Wiesbaden als Filialleiter bei Jack Wolfskin tätig und betrieb später zusammen mit seiner Ex-Frau einen Goldschmiedeladen.
In Zweibrücken hat sich Schmidt zuletzt dafür eingesetzt, dass sich niemand mit den Rechten gemein macht. Er habe Verständnis für den Protest gegen die Corona-Maßnahmen, „aber dafür muss man doch nicht den braunen Idioten nachlaufen“, so Schmidt. Die Zweibrücker Freiheitsfahrt sei vom Querdenker Wolfgang Greulich angestoßen worden, der mit der Freiheitsfahrerei Geld verdiene. Schmidt hält einen kurzen, aber noch härteren Lockdown für erforderlich, um Corona zu besiegen. Die Hilfen müssten sofort fließen. Die derzeitige Lockerungsdebatte sei unsinnig. Sie werde nur geführt, weil Wahlen anstehen.