Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Bilder von Brigitte Peifer beim Kunstverein Dahn

„Zeugen“ hat Brigitte Peifer dieses Bild in Mischtechnik betitelt.
»Zeugen« hat Brigitte Peifer dieses Bild in Mischtechnik betitelt.

„Farben sind Nahrung für die Seele und die Sinne“, sagt Brigitte Peifer über ihre Bilder. Zu sehen sind sie im Rahmen der Präsentation „Zeitspuren“ beim Kunstverein Dahn.

In den Arbeiten der Künstlerin Brigitte Pfeifer bilden die Töne eine fast harmonische Einheit miteinander. Sie hinterlassen Spuren in der Wahrnehmung des Betrachters, wirken auf das limbische System und können Emotionen auslösen. Gleichzeitig, und das ist der Malerin wichtig, will sie mit ihren Bildern versuchen, „Momente einzufangen und Eindrücke festzuhalten“. Denn Momente sind flüchtig, die Zeit lässt sich nicht festhalten – „und doch hinterlässt sie Spuren, die uns prägen“, sagt Brigitte Peifer. Das Erlebte, etwa wenn sie einen Spaziergang durch die Natur macht, wirkt nach und hinterlässt bei ihr Zeichen auf der Leinwand. So wird jeder Pinselstrich, jede Farbschicht Teil eines Prozesses, ist eine Spur eines gelebten Augenblicks.

Am Anfang, erzählt sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ, stehe eine Idee, die ihr beim Anblick beispielsweise von Blättern, Ästen oder einem Stück Himmel komme. Anhand einer Skizze entwickle sich die Bildkomposition weiter. Entscheidend sei dabei ihre Stimmung, die Wahl der Farben und des Untergrundes.

Outfits zu den Bildern

Ihr bevorzugtes Thema ist die abstrakte Landschaft, meist mit Acrylfarben auf Holz oder Leinwand gebannt. Auffallend dabei die kräftigen Farben und ihre starken Kontraste. Sehr oft wählt sie ihre „Lieblingsfarben“ wie Blau-, Grün- und Erdtöne. Das zeigt sich auch in ihren Outfits: „Ich ziehe mich gerne passend zu meinen Bildern an“, verrät Brigitte Peifer.

Ihre Kompositionen sind häufig waagerecht strukturiert. „Diese horizontale Ausrichtung“, so die studierte Innenarchitektin, „verweist auf Landschaftsräume, auf Horizonte, Erdschichten, Wasserlinien oder atmosphärische Übergänge.“ Das soll Ruhe und Weite schaffen, gleichzeitig aber Spannung erzeugen. Sie bekennt aber auch, dass sich nicht selten der Schaffungsprozess „verselbstständigt“. Doch das nimmt die Künstlerin gerne in Kauf und bekennt: „Dadurch erschließen sich neue eigene Welten“. Spuren des Unvorhergesehenen, Überlagerungen oder unerwartete Farbbegegnungen seien Bestandteil ihrer Arbeiten.

Abstand ist wichtig

Manchmal brauche sie auch etwas Abstand. „Dann sehe ich, was ich anders oder besser machen kann.“ Denn ein Gemälde sei erst fertig, „wenn ich damit zufrieden bin“. Berücksichtigen will die Künstlerin dabei auch, dass dem Betrachter viel Raum bleibt für seine eigenen Empfindungen und Gefühle.

Deshalb sind Farben für sie mehr als ein gestalterisches Mittel: „Sie sind Atmosphäre, Stimmung und ein Resonanzraum für unsere Gefühle.“ Brigitte Peifer geht sogar soweit zu behaupten, dass sie Nahrung für Seele und Sinne sind.

Die Fläche verlassen

In ihren Arbeiten dominieren Mischtechniken, dabei variiert sie zwischen Acryl- und Lackfarben, verwendet aber auch Bunt- und Bleistifte sowie Kohle, Rötel und Ölkreiden. Um Strukturen zu erzielen kommen Sand, Papier und Strukturpasten zum Einsatz. Diese Materialien, so die Künstlerin, „brechen die glatten Flächen des Untergrundes auf, schaffen Erhebungen, Vertiefungen, Widerstände“. Als Malwerkzeuge stehen ihr Pinsel, Spachtel, Messer, Schwämme oder Farbrollen zur Verfügung. Jedes Utensil hinterlasse eine andere Handschrift.

Brigitte Peifer, gebürtig aus Hannover, kam nach Stationen unter anderem in Saudi-Arabien durch ihren Mann in die Pfalz, lebt heute in Höhfröschen. Sie hatte zuvor ab 1973 ein Designstudium an der Fachhochschule Hannover, Fachrichtung Innenarchitektur absolviert und vier Jahre später als graduierte Designerin abgeschlossen. Nach Tätigkeiten in Möbelhäusern begann sie sich intensiv mit der Malerei zu beschäftigen und besuchte verschiedene Weiterbildungskursen in künstlerischen Techniken.

Brigitte Peifer, deren Hobby das Töpfern ist, stellte ihre Werke bereits in Trier, Kaiserslautern, Rhodt unter Rietburg und 2013 auch beim Kunstverein in Dahn aus. Wie Vorsitzender Bernd Koch bei der Vernissage stolz vermerkte, hatte sie sich außerdem viele Jahre im Vorstand des Vereins engagiert. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von dem Duo Jürgen Schieler (Saxophon) und Peter Antes (Klavier) aus Höheinöd.

Ausstellung

„Zeitspuren“ mit Werken von Brigitte Peifer ist noch bis 29. März beim Kunstverein Dahn im Alten Rathaus, Marktstraße 7, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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