Interview
Bienen-Boom vorbei, Interesse bleibt: Was der Imker-Grundkurs in Zweibrücken bietet
Seit zehn Jahren imkert Frank Werner, den viele Zweibrücker nur als „Udo“ aus seinem Headshop in der Alten Ixheimer Straße kennen. Am 1. März wurde er zum Vorsitzenden des Imkervereins Zweibrücken und Umgebung gewählt und geht gleich in die Vollen. Zum ersten Mal seit drei Jahren bietet er einen Grundkurs für angehende Imker an. Mario Moschel war beim ersten Treffen im Lehrstand.
Wie viele Mitglieder hat denn der Imkerverein?
Der Imkerverein hatte bisher 115 Mitglieder und seit Mittwoch fünf mehr. Den Imkerverein Zweibrücken und Umgebung gibt es bereits seit 1862, er ist somit einer der ältesten noch bestehenden Vereine in Zweibrücken, wenn nicht sogar der älteste.
Sie bieten einen Grundkurs für angehende Imker an, der einmal im Monat samstags im Imkerheim mit Lehrbienenstand bis in den September hinein stattfindet.
Ja, unsere vier Teilnehmer sind alle Anfänger, und wir bringen ihnen die Grundlagen der Imkerei bei, damit sie mit Begleitung mit dem faszinierenden Hobby Imkern beginnen können.
Was sind die Inhalte?
Der Kurs hat einen Theorieteil und einen praktischen Teil. Jetzt ist die Theorie dran, die Bienen fliegen noch nicht, es ist noch zu kalt. Von den Kursteilnehmern hat noch keiner Bienenvölker. Es sind eigentlich sechs Teilnehmer, aber eine ist krank, einer hat Geburtstag. Die angehenden Imker lernen, wie sie mit ihren Bienen umgehen müssen, damit es denen gut geht. Bei schlechtem Wetter machen wir hauptsächlich Theorie. Wir machen die Kurse zu dritt als Betreuer, ich bin Kursleiter, aber Tanja kümmert sich um den Lehrbienenstand und Albrecht hat seit 40 Jahren Bienen, er ist der „Godfather of Bees“.
Sind sechs Teilnehmer viel oder wenig?
Das ist in Ordnung. Der Bienen-Boom ist ja vorbei. Vor ein paar Jahren war das Thema in der Öffentlichkeit sehr präsent, da hat sich auf einmal jeder für Bienen interessiert. Die Leute sind von dem Thema mittlerweile auch gesättigt. Wenn die Leute aber mitbekommen, dass wir wieder einen Kurs anbieten, werden es im kommenden Jahr vielleicht mehr.
Wie ist die Bienen-Situation im Moment?
Die Varroa-Milbe ist seit 1980 ein Thema, die wurde eingeschleppt. Ohne Behandlung kann kein Bienenvolk überleben. Neu ist die Asiatische Hornisse, die uns Schwierigkeiten macht. Zurzeit ist es noch grenzwertig, aber es gibt bei den Bienen schon Verluste. Im Saarland war es schlimm im vergangenen Jahr. In Zweibrücken waren es 2025 zwischen 13 und 15 Nester, die entfernt wurden. Die Dunkelziffer ist höher. Die verbreiten sich schnell. Bei uns im Verein hatten wir, glaube ich, noch keine Verluste durch Hornissen.
Gibt es ein nennenswertes Bienensterben?
Die Bienen werden ja von den Imkern betreut. Wenn die das richtig machen, sterben die Völker nicht. Aber die Wildbienen, die keine Unterstützung haben, sind viel mehr gefährdet. Die sind sehr wichtig und haben teilweise eine hohe Bestäubungsleistung oder gehen nur auf bestimmte Pflanzen. Wenn es die Pflanzen nicht mehr gibt, gibt es die Bienen nicht mehr und umgekehrt.
Wie viele Völker haben Sie?
Ich habe zurzeit zwölf Völker, die stehen auf meinem Grundstück, dem Bienengarten, aber einzeln, nicht in einer Reihe.
Wie ist die Honigernte?
2025 war ein sehr gutes Honigjahr. Mein Standort ist auch gut. Hier am Lehrbienenstand des Imkervereins am Wildrosengarten war der Honigertrag auch sehr gut. Ich bin zufrieden.
Was reizt neue Imker an der Imkerei?
Ich bin selbst seit zehn Jahren Imker. Ich habe mir ein Grundstück gekauft, da war ein Bienenvolk mit dabei. Ich wusste erst gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Dann bin ich zum Imkerverein, bin gut betreut worden und bin dabei geblieben. Wenn man mit einem Volk zu tun hat, ist das wie ein Wunder, wie das alles zusammenhängt und funktioniert. Wie dieser Superorganismus funktioniert, ist schon faszinierend. Eine Königin kann beispielsweise bis zu 2000 Eier am Tag legen. Wie die Arbeiterbienen leben, was die Drohnen machen: Wenn man dafür empfänglich ist, ist das wie ein Virus. Das pusht dich, und du lernst jeden Tag was dazu.
Wann war der letzte Imker-Grundkurs in Zweibrücken?
Der war 2023, danach gab es zwei Jahre lang sogenannte Imker-Patenschaften für einzelne Interessenten. Der Verein ist gut aufgestellt. Wir machen Imkerfest, Familienfest, Weihnachtsfeier, beteiligen uns an anderen Gelegenheiten, beispielsweise mit dem Nabu zusammen.