Pferdesport
Berufung: Barbara Köhler-Lydorf ist jetzt Landestrainerin der Voltigierer
Die Stelle der rheinland-pfälzischen Landestrainerin Voltigieren war seit dem Frühsommer vakant. Silke Theisen, seit November 2013 im Amt, hatte sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Das Kleinbundenbacher Voltigier-Urgestein Leo Laschet fragte daraufhin bei Barbara Köhler-Lydorf an, ob sie sich vorstellen könne, Landestrainerin zu werden. Die 38-jährige Leiterin der Abteilung Physiotherapie am Zweibrücker Krankenhaus nahm Kontakt zu Johanna Ziegler und Sophie Kuhn auf, Ziegler ist Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Fachbeirats, Kuhn vertritt darin den Regionalverband Pfalz. „Nach einem ersten Brainstorming konnte ich mir das vorstellen“, erzählt Köhler-Lydorf.
Rüdiger Lydorf, ihr Ehemann und Trainer der Handball-Frauen der SG Zweibrücken, bestärkte sie darin. Schließlich sagte sie zu. Köhler-Lydorf wird den Handballerinnen der SG weiterhin als Physiotherapeutin zur Verfügung stehen, „das lässt sich gut miteinander vereinbaren“, sagt sie. Seit Anfang November ist sie offiziell Landestrainerin Voltigieren des Pferdesportverbands Rheinland-Pfalz.
„Natürlich werde ich kritisch beäugt, das ist ja auch menschlich. Der eine oder andere hätte es sich anders gewünscht“, blickt sie auf die Diskussionen zurück, die vor ihrer Ernennung geführt wurden. „Neue Besen kehren gut, sie haben aber auch mal Gegenwind“, kommentiert sie das. „Man tritt immer in Fußstapfen. Wenn man so ein Amt antritt, dann bedeutet das immer eine Veränderung“, erklärt sie.
Lange, erfolgreiche Voltigierkarriere
Barbara Köhler-Lydorf blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Voltigiererin zurück. In mehr als 20 Jahren gewann sie im Einzel mehrere Pfalz- und Landesmeistertitel, war international mit dem Team Mainz-Laubenheim erfolgreich und wurde mit dem goldenen Voltigierabzeichen ausgezeichnet. „Ich habe in der Zeit einige Landestrainer-Modelle erlebt und weiß, was ich an denen hatte. Ich habe die Arbeit mit dem Kader sehr schätzen gelernt“, sagt sie.
Sie wolle ihre persönlichen Erfahrungen in das Landestraineramt einbringen. „Ich möchte die Sportler dort abholen, wo sie stehen, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, damit sie ihre beste Leistung im Zirkel abrufen können“, nennt sie ihr Ziel. „Ich kann noch nicht richtig abschätzen, was die Aktiven von mir erwarten. Da bin ich noch in der Findungsphase“, räumt sie ein. Für Anfang Dezember lädt sie zu einem Online-Kadertreffen ein, „ich will die Stimmung der Athleten auffassen und Vorschläge entgegen nehmen“, sagt sie.
Veranstaltungen ins Landgestüt holen
Köhler-Lydorf trainierte schon während ihrer aktiven Karriere Einzelvoltigierer und Gruppen im Verein Pferdesportgemeinschaft Voltigieren Zweibrücken, den ihre Mutter Ruth Köhler gegründet und bis zu ihrem überraschenden Tod im Juli geführt hatte. Die PSG war Anfang des Jahres ins Landgestüt Zweibrücken zurückgekehrt. „Das war unser Glück. Wenn wir nicht ins Landgestüt zurückgegangen wären, hätte ich aufgehört“, sagt sie. Als Landestrainerin werde sie versuchen, die eine oder andere Voltigierveranstaltung ins Landgestüt zu holen, „damit es erhalten bleibt“. Der Erhalt der Einrichtung sei das Anliegen aller Vereine, die im Gestüt zu finden sind.