St. Ingbert/Wolfstein Bergmannsmaler Fritz Zolnhofer vor 125 Jahren geboren

Der St. Ingberter OB Ulli Meyer mit dem Fritz-Zolnhofer-Gemälde „Bergleute auf der Schicht“ von 1922.
Der St. Ingberter OB Ulli Meyer mit dem Fritz-Zolnhofer-Gemälde »Bergleute auf der Schicht« von 1922.

Am 13. Januar wäre er 125 Jahre alt geworden, der als Maler der Bergmänner und Hüttenarbeiter bekannt gewordene Maler Fritz Zolnhofer (1896-1965). Er wurde in der Pfalz geboren, in Wolfstein, verbrachte jedoch die meiste Zeit Lebens im Saarland, vor allem in St. Ingbert. Dort erinnerte am Dienstag OB Ulli Meyer an ihn.

„Mit Fritz Zolnhofer haben wir einen Maler, auf den die Stadt mit Recht stolz sein kann. St. Ingbert ist mit der Bergbautradition eng verbunden, und diese Verbundenheit zu den Bergleuten und ihrer Arbeit spiegelt sich in den Werken von Fritz Zolnhofer“, so Meyer. Die Stadt besitzt 16 Werke von Zolnhofer – und sie war die erste, die ihn ehrte: 1935 mit dem Albert-Weisgeber-Preis.

Zolnhofer kam als Vierjähriger nach dem Tod seiner Eltern nach Schnappach, damals ein Stadtteil von St. Ingbert (seit 1974 von Sulzbach), wo er bei seiner Großmutter aufwuchs. Bevor er sich der Kunstmalerei widmete, machte er 1913 eine Lehre als Maler und Anstreicher. Dann verließ er St. Ingbert und studierte erst an der Kunstakademie in Stuttgart nach dem Krieg, wo er Soldat war, dann ab 1920 an der Münchner Kunstakademie.

Zum Maler der Berg- und Hüttenarbeiter wurde er erst, als er nach diversen Reisen durch Europa 1931 ins Saarland zurückkehrte. Das Leben der Bergleute, der Gruben und Kohlehalden, prägte das Land und bald Zolnhofers Gemälde und Zeichnungen. Unzählige Male malte er die zur Schicht gehenden oder von der Schicht heimkehrenden Bergleute. Die Bilder sind meist grau-braun-dunkel, die Gesichter der Menschen ernst. Sie erzählen viel von harten körperlichen Arbeit. Das gilt auch für die Hüttenarbeiter, die er malte.

Was weniger bekannt ist: Neben dem Leben im saarländischen Industrierevier beschäftigte sich der nun in Saarbrücken lebende Maler auch mit der Landschaftsmalerei, mit Stillleben und Porträts in einem ganz anderen Stil. Es entstanden Werke, die mehr von Expressionismus und Surrealismus geprägt sind. Er gestaltete auch Briefmarken, Wohltätigkeitsmarken, für die Volkshilfe des 1931 unter Völkerbundregierung stehenden Saargebiets.

Zolnhofer förderte auch junge Künstler wie den er aus Schnappach stammenden Maler Fritz Berberich (1909-1990). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Zolnhofer 1946 Gründungsmitglied der (heute noch bestehenden) Künstlergruppe „Pfälzischen Sezession“ und beteiligte sich rege an deren Gruppenausstellungen. Das machte seine Bergmann- sund Hüttenarbeiter-Bilder über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. 1961 erhielt Zolnhofer den Kunstpreises des Saarlandes. Seit 2001 ist nach ihm der Kunstpreis der Stadt Sulzbach benannt. Gut sichtbar ist sein großes Bergarbeiter-Mosaik an der St. Ingberter Willi-Graf-Schule und das farbige Bleiglasfenster am St. Ingberter Seniorenzentrum Mathildenstift. Gut drei Dutzend Arbeiten an Gebäuden entstanden im Saarland, die meisten in St. Ingbert, Sulzbach und St. Wendel. Nach seinem Tod wurden seine Arbeiten oft im Zusammenhang mit denen von Fritz Berberich ausgestellt, zuletzt 2019 im Saarbrücker Kulturbahnhof. Die Stadt Wolfstein besitzt ein Landschaftsgemälde von Zolnhofer, so Bürgermeister Herwart Dilly.

Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Saarbrücken-Burbach.