Zweibrücken Aus für Bistro in der Hallplatz-Galerie: Wie es weitergehen soll
„Nach reiflicher Überlegung haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, das Bistro Capino dauerhaft zu schließen“, kündigt Hans Prager, Geschäftsführer des Rotkreuz-Kreisverbandes Südwestpfalz, das baldige Aus für die Gastro-Einrichtung in der Zweibrücker Hallplatz-Galerie an. Betreiber des Bistros ist die DRK Sozialdienst Südwestpfalz gGmbH, eine Tochtergesellschaft des DRK-Kreisverbandes. Diese, so Prager auf Nachfrage, werde das Capino voraussichtlich am Wochenende vor Montag, 15. September, ausräumen. „Bis dahin wollen wir an der Verkaufstheke unsere noch vorhandenen Lebensmittel aufbrauchen.“
Der Kreisgeschäftsführer bekennt, dass der Schritt „alles andere als leicht gefallen“ sei. Schließlich entfalle damit auch das bisherige Frühstücks- und Mittagsangebot in der Galerie. Im Herbst 2024 hatte das DRK wegen gestiegener Eigenkosten bereits sein Ausliefern von Essen auf Rädern in Zweibrücken und Umgebung eingestellt. Damals wollte Hans Prager versuchen, die bis dato mit Mittagsmahlzeiten belieferten Kunden mit Warmhalte-Gefäßen auszustatten. Diese „Henkelmänner“ hätten sie dann im Capino in der Hallplatz-Galerie mit dem Tagesgericht befüllen lassen und mit nach Hause nehmen können. „Leider gab es für dieses Angebot überhaupt keine Nachfrage“, erzählt Prager rückblickend. „Denn wer auf Essen auf Rädern angewiesen ist, der muss frei Haus beliefert werden. Der kann ja gar nicht in die Stadt zum Bistro Capino kommen.“
Fleischkäs gibt’s bald im Backshop
Dass dieses von vielen Gästen als beliebter Treffpunkt geschätzt wurde, wisse man beim DRK. „Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der akute Personalmangel haben es zuletzt unmöglich gemacht, die gewohnte Qualität und Vielfalt in verlässlicher Weise aufrechtzuerhalten“, gibt Hans Prager zu bedenken. Einerseits seien die Eigenkosten beim Wareneinkauf stark gestiegen, andererseits sei der Zuspruch der Kundschaft massiv zurückgegangen. Der Geschäftsführer verspricht aber, sämtliches Personal aus dem Capino weiter zu beschäftigen: Das Rote Kreuz werde es übernehmen und anderweitig einsetzen. „Die beiden beeinträchtigten Bistro-Mitarbeiter sind künftig im Foyer der Galerie im direkt gegenüberliegenden Backshop ,Brotkörbchen’ tätig.“
Auch dieser wird vom DRK betrieben. Prager berichtet, dass das „Brotkörbchen“ sein Sortiment jetzt um Getränke, belegte Brötchen und kleine Snacks erweitern werde. „Dort kommt dann auch die große Kaffeemaschine aus dem Capino hin, und unseren Fleischkäse gibt’s in Zukunft im Backshop.“ Dort werde der Fleischkäsweck das einzige warme Speisenangebot sein.
Doch noch eine Zukunft für die Gastro-Theke?
Die Schließung des Bistros Capino sei unumgänglich, um handlungsfähig zu bleiben, erklärt der DRK-Chef. Denn auf diese Weise stabilisiere der Kreisverband die finanzielle Situation seines Engagements in der Hallplatz-Galerie und könne dort die ebenfalls vom Roten Kreuz betriebene Poststelle und den Backshop dauerhaft weiterführen. Diese beiden Einrichtungen stünden also nicht zur Debatte. „Natürlich hatte der Backshop zwischendurch einen Umsatzeinbruch, weil direkt davor ewig lang eine Baustelle war“, erinnert sich Prager, dass viele Passanten das „Brotkörbchen“ hinter dem monatelang aufgeschlagenen Baustellenzelt gar nicht mehr hätten sehen können.
„Dass das Bistro Capino zumacht, ist sehr schade“, sagt Adrian Gholami, Projektmanager bei der Berliner Immobilienfirma Mimco Asset Management, der die Hallplatz-Galerie gehört. Sein Unternehmen sei aber nicht Vermieter des Capino: Nach Gholamis Worten ist die Bistro-Theke Teil des Bereichs, den die Heinrich-Kimmle-Stiftung für ihren Cap-Supermarkt angemietet hat. Das Bistro sei dort also sozusagen Untermieter.
Marco Dobrani, Vorstand der Stiftung, bestätigt dies auf Anfrage. Vor wenigen Tagen sei die Kimmle-Stiftung „kurzfristig darüber in Kenntnis gesetzt“ worden. Zum Ende des Monats September habe das DRK die Kündigung für den Gastrobereich eingereicht. „Wir möchten die Fläche gerne neu vermieten“, versichert Dobrani, dass bei der Kimmle-Stiftung die Suche nach einem neuen Betreiber der Bistro-Ecke bereits begonnen habe.