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Donnerstag, 03. Mai 2018 Drucken

Zweibrücken

Zweibrücken: Brüllende Löwen stören Nachtruhe

Anwohner sammeln Unterschriften gegen Lärm und Gestank von der Wiese hinter dem Landgestüt

Von Sigrid Sebald

Gestern standen noch einige Zirkuswagen auf der freien Fläche zwischen Gestüt und Festhalle; im Hintergrund Wohnhäuser in der Gabelsbergerstraße.

Gestern standen noch einige Zirkuswagen auf der freien Fläche zwischen Gestüt und Festhalle; im Hintergrund Wohnhäuser in der Gabelsbergerstraße. ( Foto: Moschel)

Die künftige Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern, da droht dem Landgestüt neuer Ärger: Anwohner beschweren sich über Lärm und Gestank, ausgehend von der Wiese zwischen Gestüt und Festhalle. Zuletzt habe das Gebrüll von Zirkuslöwen die Nachruhe gestört, schreibt Beschwerdeführer Ralf Hudlet, der in der Gabelsbergerstraße knapp 20 Unterstützer-Unterschriften gesammelt hat.

Dass das Gestüt mitten in der Stadt liegt, ist eine Zweibrücker Besonderheit – die aber laut Hudlet für die Anwohner auch Nachteile mit sich bringt. Seine Beschwerde richtet sich gegen die Auswirkungen von Veranstaltungen auf der genannten Wiese. Zurzeit setzten fünf Löwen des dort gastierenden Zirkus’ der Nachtruhe der Anwohner in der Gabelsbergerstraße zu. „Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere brüllen sie in den Nächten oft und lautstark“, so Hudlet.

Dauerbeschallung bei Technoparty

 

Es gebe aber noch andere, zum Teil regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen, die die Nachbarn beeinträchtigen. So sei beim Stadtfest 2016 eine Technoparty auf der Wiese gefeiert worden. Hudlet: „Auch wenn man dieser Musikrichtung nicht gänzlich abgeneigt ist, führte die zwangsweise Dauerbeschallung zu Missbehagen. Die überlaute Musik führte zu permanenten Vibrationen in den Wohnungen. Zusätzlich wurde die Nachtruhe beeinträchtigt.“

Ärger über Misthaufen

 

Zu den wiederkehrenden Ereignissen zählten die Großveranstaltungen der Reiter und Züchter. Laut Hudlet werden dabei die Pferdeboxen und der Misthaufen stets zur Gabelsbergerstraße hin positioniert. „Die Pferde, die überwiegend eine weite Anreise hinter sich haben, sind unruhig. Sie wiehern und treten gegen die Boxen“, hat Hudlet nach eigener Aussage immer wieder beobachtet. Der Misthaufen „strahlt auch außerhalb der Nacht seine ganz persönliche Duftnote aus“. Und nach den Veranstaltungen bleibe er noch bis zu zwei Wochen auf der Wiese. Hudlet: „Nicht nur der Gestank entwickelt sich, auch haben mehrere Generationen von Fliegen genügend Zeit, im Misthaufen zu schlüpfen und uns massenweise zu belästigen.“

Unterschriftenliste soll übergeben werden

 

Hudlet schreibt, er habe die Betreibergesellschaft des Landgestüts bereits vor zwei Jahren auf die von der Wiese ausgehenden Belästigungen angesprochen. Seinem Wunsch, die Pferdeboxen oder zumindest den Misthaufen auf der andere Seite der Wiese zu platzieren, sei nicht entsprochen worden. Hudlet will deshalb in den nächsten Tagen die Unterschriftenliste an die Landgestüt GmbH überreichen. Deren Geschäftsführer sind Gestütsleiter Alexander Kölsch und Bernd Eisenmenger vom Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar. Beide waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch vom städtischen Ordnungsamt kam keine Rückmeldung, ob in der Vergangenheit Lärmbelästigungen im Landgestüt angezeigt wurden.

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