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Montag, 16. September 2019 Drucken

Zweibrücken

Zweibrücken: Böse Überraschung am neuen Kreisel

Sven Holler

Der Rohbau des Ixheimer Kreisels am Nagelwerk ist fertig. In zwei Wochen soll mit dem Straßenaufbau begonnen werden.

Der Rohbau des Ixheimer Kreisels am Nagelwerk ist fertig. In zwei Wochen soll mit dem Straßenaufbau begonnen werden. (Foto: Moschel)

Wie der Kreisel am früheren Nagelwerk einmal aussehen soll, lässt sich schon jetzt erahnen. Der Rohbau steht. Ob der ursprüngliche Plan aufgeht, dass in diesem Jahr schon die ersten Autos durch den Kreisel fahren, ist unklar. Grund: Zu Beginn der Arbeiten lauerte eine böse Überraschung im Boden.

 

„Das hatten wir bisher noch an keiner anderen Baustelle“, sagt Volker Priebe, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern, mit Blick zurück auf den Beginn der Arbeiten. Denn im Boden lauerte eine böse Überraschung. An mehreren Stellen wurden Munition und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden – unter anderem unter der Autobahnrampe. Ein unerwartetes Problem, wie Priebe sagt. Natürlich werde vor Beginn der Arbeiten das Gelände abgesucht. Das Problem im Bereich des künftigen Ixheimer Kreisels: „Durch das Eisenwerk haben wir nahezu im kompletten Baubereich metallhaltigen Boden“, so Priebe. Die Folge: Das Gelände konnte nicht wie gewohnt mit Metallsuchgeräten abgesucht werden, da die Detektoren immer ausschlugen. Stattdessen wurde Priebe zufolge die Oberfläche im Beisein des Kampfmittelräumdienstes zentimeterweise abgetragen. „Das hat mehrere Wochen gedauert“, so Priebe. Und kostete Geld. Rund 50 000 Euro werden laut stellvertretendem LBM-Chef für die Räumung fällig.

 

Arbeiten hinter dem Zeitplan

Durch die Verzögerung hinkt die Baufirma dem Zeitplan hinterher. Der sah vor, dass bis Ende des Jahres der Kreisel komplett fertig ist. Ob das noch klappt, ist unklar. „Wenn das Wetter länger hält, schaffen wir das noch. Unser Ziel bleibt, den Kreisel Ende des Jahres für den Verkehr zu öffnen“, so Priebe. Erst wenn der Verkehr dort rollt, könnte mit den nächsten Bauabschnitten begonnen werden.

Was ist der aktuelle Stand? Die Silhouette des Kreisels ist bereits erkennbar. Der Rohbau steht, so Priebe. In den kommenden zwei Wochen soll im Kreisel und den von ihm abgehenden Ästen die Entwässerung eingebaut werden, dann werde mit dem Aufbau der Straße begonnen. In dem neuen Kreisel, der einen Durchmesser von 50 Metern haben wird, werden die Landesstraße 465 aus Richtung Mittelbach sowie die Autobahnauf- und -abfahrten Ixheim und die durchs Hornbachtal führende Bundesstraße 424 münden. Der neue Kreisel kostet rund 4,3 Millionen Euro (Kreisel 2,8 Millionen, Brücke 1,1 Millionen Euro und Ausbau der Fahrbahn inklusive der Zufahrt zum Etzelweg 0,5 Millionen Euro).

 

Straße nach Mittelbach bis Frühjahr dicht

Stichwort L 465. Dort wird die Brücke über den Hornbach erneuert. Hierfür wurde die Landesstraße von und nach Mittelbach gesperrt. Priebe zufolge wird aktuell die alte Brücke abgerissen. In zwei Wochen soll mit dem Bau der neuen Brücke begonnen werden. Die schlechte Nachricht für Autofahrer: Voraussichtlich erst im Frühjahr wird die L 465 wieder für den Verkehr freigegeben. So lange wird der Verkehr aus Mittelbach noch über den Etzelweg und die Gleiwitzstraße nach Hornbach umgeleitet.

 

Winterpause auf der A8

Im Schatten der Arbeiten am Ixheimer Kreisel, in deren Verlauf die Autobahnauffahrt Zweibrücken-Ixheim voraussichtlich bis kommenden November gesperrt ist, erneuert das Autobahnamt Montabaur unmittelbar nach der Auffahrt die Hornbachtalbrücke. Wie Goran Bakovic, Abteilungsleiter Brückenbau beim Baubüro Wattenheim, mitteilte, sollen die Arbeiten in Fahrtrichtung Neunkirchen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Auch die Fahrbahn bis zur Anschlussstelle Zweibrücken-Mitte wurde erneuert. „Wir legen dann eine Winterpause ein.“ Bis Frühjahr wird die Baustelle auf der Autobahn abgeräumt und Autobahnfahrer haben freie Fahrt. Zumindest fast. Denn die Anschlussstelle Ixheim bleibt wegen den Arbeiten am Kreisel weiter dicht.

Ab kommendem Frühjahr wird die Brücke – diesmal in Fahrtrichtung Pirmasens – erneuert. Um dem größeren Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, werde nicht nur auf, sondern auch unter der rund 30 Jahre alten Brücke gearbeitet. „Dort wird eine Stahlkonstruktion, vergleichbar mit Gewindestäben, eingebaut. Diese drückt den Unterbau der Brücke zusammen und macht sie belastbarer“, so Bakovic. Die Arbeiten an der Mühltalbrücke sollen im November kommenden Jahres abgeschlossen sein.

 

|hlr

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