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Dienstag, 15. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken

Wosnitza macht Kultur, Pirmann baut

Neuer Oberbürgermeister ordnet Zuständigkeiten neu – Schulden bleiben bei Gauf – Stadtrat hat Veto-Recht

Von Georg Altherr

Es ist eines der wichtigsten Rechte des Oberbürgermeisters: Er darf entscheiden, wer im Stadtvorstand was arbeitet. Zweibrücken hat mit Marold Wosnitza einen neuen Oberbürgermeister, der nun von seinem Recht Gebrauch macht: Wosnitza übernimmt die Zuständigkeit für Kultur und Tourismus von Henno Pirmann. Im Gegenzug kümmert sich Pirmann nun um alles, was mit Bauen zu tun hat.

Ansonsten bleibt alles so, wie es unter Oberbürgermeister Kurt Pirmann war. Pirmann hatte sich nach seinem Amtsantritt am 1. Juni 2012 ein großes Ressort zusammengebaut mit doppelt so vielen Zuständigkeiten wie seine beiden Kollegen im Stadtvorstand zusammen hatten. Zudem hatte er die Verantwortung fürs Bauamt übernommen. Weil er damit den Hebel für eine schnelle Stadtentwicklung in die Hand bekommen wollte.

Marold Wosnitza übernimmt nun zwar den riesigen Aufgabenbereich, den sich Pirmann zugemutet hatte, gibt das Bauamt aber wieder ab: an Henno Pirmann, der den Bereich Bauen während Kurt Pirmanns Krankheit kommissarisch betreut hatte. Wosnitzas Argument: Henno Pirmann ist seit über einem Jahr „im Stoff“, da wäre es nicht sinnvoll, für den Rest seiner Amtszeit noch einmal umzusatteln. Henno Pirmann scheidet nämlich am Jahresende aus dem Stadtvorstand aus. Er ist dann 66 Jahre und sieben Monate alt – und seine achtjährige Amtszeit endet am Silvesterabend.

Henno Pirmann macht keinen Hehl daraus, dass er die Zuständigkeit für Kultur und Tourismus gerne behalten hätte, akzeptiert aber ohne Murren das Zugriffsrecht des neuen Oberbürgermeisters. Wosnitza hatte schon im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er deutlich mehr Besucher nach Zweibrücken holen will. Das touristische Potenzial der Stadt sei enorm, hier könne mehr getan werden. Während seiner Zeit als Professor habe er immer wieder Kollegen nach Zweibrücken eingeladen, denen die Stadt zuvor nicht bekannt gewesen sei und die sich dann sehr positiv über die Lebensqualität hier geäußert hätten. Beim Neujahrskonzert hatte sich Wosnitza den Besuchern als ein Oberbürgermeister vorgestellt, dem die Kultur sehr am Herzen liegt.

Bürgermeister Christian Gauf kann sich ab sofort auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Er hatte über ein Jahr zusätzlich das große Ressort des Oberbürgermeisters vertreten müssen. Seine wichtigste Aufgabe ist es nun, den Haushalt der Stadt im Auge zu behalten, denn er ist für alles verantwortlich, was mit Geld zu tun hat, also im Wesentlichen für die Schulden der Stadt.

Der Stadtrat hat zwar das Recht, die vom Oberbürgermeister vorgeschlagene Aufgabenverteilung abzulehnen. Der Stadtrat kann dem OB aber keine andere Aufgabenverteilung vorschreiben. Wohl auch deshalb hat der Zweibrücker Stadtrat in den jüngsten Jahrzehnten dem OB nie einen Strich durch seine Ressortverteilung gemacht. Am morgigen Mittwoch legt Wosnitza seinen Plan dem Hauptausschuss des Stadtrats vor, am 30. Januar dann dem Stadtrat selbst.

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