Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Montag, 20. Februar 2017 Drucken

Zweibrücken

Verkehrsministerin: S-Bahn fährt ab 2024

Einöd: Anke Rehlinger aus Saarbrücken nennt Zeitplan – Planung fortsetzen – Elke Eder-Hippler: „Habe verfänglichen Satz nie gesagt“

Von Gerhard Müller

 

Unmissverständlich prangte am Samstag das Motto der Feierstunde über dem Bahnhaltepunkt Einöd. Ganz links Bernhard Endres. ( Foto: Moschel)

Es könnte noch sieben Jahre dauern, bis die erste S-Bahn von Homburg nach Zweibrücken rollt. „Es passiert 2024“, sagte die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Samstag: „Ich hätte nichts dagegen, wenn’s früher wäre, will aber nichts Unrealistisches versprechen.“ Die Ministerin sprach als Gast einer Feier der Einöder SPD am örtlichen Bahnhaltepunkt. Dieser wird bei seinem Ausbau voraussichtlich ein Stück nach Norden versetzt.

 

„Die S-Bahn kommt“, feierte die SPD am Einöder Bahnhof die Einigung im Saar-Kabinett von voriger Woche. Den Ausschlag dafür, so Rehlinger, habe das Entgegenkommen aus Rheinland-Pfalz gegeben: Dessen Landesregierung habe zugesichert, 75 Prozent der Länderkosten für die S-Bahn-Verlängerung zu übernehmen. Zudem verpflichte sich Mainz, 20 Jahre lang die Hälfte der Betriebskosten zu finanzieren. „Wir machen heute aber noch keinen Spatenstich“, betonte die Saarbrücker Ministerin: „Wir treten jetzt in die vertieften Planungsphasen III und IV ein, in denen es die Kosten genauer zu ermitteln gilt.“ Am Ende werde man endgültig wissen, ob die S-Bahn einen Kosten-Nutzen-Faktor von mehr als 1 erzielt: „Nur wenn das so ist, darf gebaut werden“, nannte Rehlinger dies als Voraussetzung dafür, dass der Bund 60 Prozent der Baukosten bezahlt. „Wenn dieses Geld nicht kommt, kann weder das Saarland noch Rheinland-Pfalz das Projekt bezahlen.“ Allerdings sei ein zufriedenstellender Kosten-Nutzen-Faktor zu erwarten: „Ein früheres Gutachten hat darauf ja schon Hinweise gegeben.“ Und der parallel verlaufenden Regionalbus-Linie R 7 werde die S-Bahn nicht so viele Passagiere abspenstig machen, dass ein „Kannibalisierungs-Effekt“ zu Ungunsten des Busses befürchten sei. „Allerdings wird die Buslinie dann künftig nicht mehr vom Land getragen und finanziert, sondern geht an den Saarpfalz-Kreis über“, erklärte Anke Rehlinger.

Derweil will Einöds Ortsvorsteher und SPD-Vizechef Karl Schuberth die Hoffnung nicht aufgeben, schon früher als 2024 in die S-Bahn einsteigen zu können: „Ich kenne optimistischere Prognosen, in denen von 2021 oder 2022 die Rede ist.“ Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind gab zu, dass das Bahnprojekt in seiner Stadt „nicht unumstritten“ war: „Aber weil die Trasse unserer geplanten Umgehungsstraße B 423 vom Schienenweg nicht gestört wird und weil die Stadt für die S-Bahn kein Geld ausgeben muss, ist es doch klar, dass wir das Ganze jetzt begrüßen. Der Homburger Hauptbahnhof profitiert von steigenden Passagierzahlen. Ich danke Anke Rehlinger für ihre Ehrlichkeit – ich hoffe aber, das 2024 die hinterste Grenze der Zeitschiene ist.“

Die Homburgerin Elke Eder-Hippler, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, bat gegenüber der RHEINPFALZ um Verständnis dafür, „dass ich darauf bestehen musste, zuerst genaue Zahlen zu haben, bevor wir irgendwas versprechen konnten“. Als die SPD 2012 das saarländische Verkehrsministerium von den Grünen übernahm, „fanden wir in der Schublade einen nicht unterschriebenen Auftrag für ein S-Bahn-Gutachten“, das der bis dato zuständige Staatssekretär nicht auf den Weg gebracht habe. „Toll, wenn die Grünen jetzt plötzlich ihr Herz für die S-Bahn entdecken“, sagte Eder-Hippler ironisch. Und betonte, sie selbst sei seinerzeit von einem Reporter falsch zitiert worden: Den verfänglichen Satz „Die Zahlen können aussehen, wie sie wollen – die S-Bahn kommt nicht“ habe sie niemals gesagt.

Dass man „als einzelner Bürger also doch etwas bewegen kann“, sah der Einöder Bernhard Endres am Samstag als bewiesen an: Er selbst hatte sich jahrelang hartnäckig bei der Saarbrücker Regierung für das Schienenprojekt stark gemacht. Dass der Einöder Bahnsteig in den nächsten Jahren voraussichtlich um ein Stück nach Norden verschoben wird, erklärte Endres damit, dass der Haltepunkt derzeit zu nah an der Webenheimer Straße liege, um künftig seine zusätzlichen Aufgaben bewältigen zu können. Geplant sei nämlich, in Einöd einen Umsteigebahnhof mit zwei Gleisen anzulegen, an dem die Passagiere je nach persönlichem Ziel vom einen Zug in den anderen wechseln können.

Zweibrücken-Ticker