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Freitag, 18. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken Land

„Vauban-Carrée“: Investor aus St. Ingbert

Homburg: Stadtrat macht am Donnerstagabend den Weg frei für Grundstücksverkauf in der Talstraße – Einstimmiges Votum im Plenum

Von Gerhard Müller

Seit Jahren wird das leere Grundstück „Vauban-Carrée“ als unbefestigter Parkplatz genutzt. Links ist das Gotha-Hochhaus an der Gerberstraße zu sehen, neben dem der Investor den Bau von Wohnungen und eines Hotels plant. Rechts im Bild die Deutsche Bank: An deren Gebäudehöhe soll sich das „Vauban-Carrée“ anpassen.

Seit Jahren wird das leere Grundstück „Vauban-Carrée“ als unbefestigter Parkplatz genutzt. Links ist das Gotha-Hochhaus an der Gerberstraße zu sehen, neben dem der Investor den Bau von Wohnungen und eines Hotels plant. Rechts im Bild die Deutsche Bank: An deren Gebäudehöhe soll sich das „Vauban-Carrée“ anpassen. ( Foto: Moschel)

„Wir machen garantiert keinen öffentlichen Spatenstich, bevor klar ist, dass auch wirklich gebaut wird“, versprach Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) gestern. Einstimmig beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend den Verkauf zweier städtischer Grundstücke an der Ecke Tal-/Gerberstraße an den St. Ingberter Investor Dieter Leismann. Dieser kündigt an, auf dem brachliegenden innerstädtischen Filet-Grundstück „Vauban-Carrée“ ein Park- und Geschäftshaus zu errichten. Gegenüber, an der Gerberstraße, sollen Wohnungen und ein kleines Hotel hinzukommen.

Nach mehreren vergeblichen Anläufen soll der holprige Schotter-Parkplatz an der Talstraße gegenüber dem Saarpfalz-Center nun endlich einen Investor gefunden haben, der dort für eine „städtebaulich ansprechende Bebauung“ sorgt, wie Schneidewind gestern vor dem Stadtrat ausführte. Der bis dato letzte Versuch endete vor einigen Monaten mit dem Rückzug des Ingenieurbüros a+4 (sprich a plus 4), das eigene Pläne für eine fünfstöckige Kombination aus Park-, Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus bereits fertig ausgearbeitet hatte. Dieter Leismann, der in St. Ingbert ein Versicherungsunternehmen leitet, will diese vorliegenden Pläne nun offenbar in die Tat umsetzen. Nach Schneidewinds Worten hat Leismann noch einen Geschäftspartner mit im Boot, der sich an der Finanzierung beteilige.

Unvergessen ist die Blamage von Schneidewinds Amtsvorgänger Karlheinz Schöner (CDU): Dieser hatte im Januar 2008, wenige Tage vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister, medienwirksam den ersten Spatenstich für ein „Vauban-Carrée“-Bauvorhaben ausgeführt, das wenig später platzte. Ein ähnliches Eigentor möchte Schneidewind jetzt unbedingt vermeiden – vor allem mit Blick auf den schmerzhaften Rückzug der Deutschen Immobiliengruppe (DI), die Mitte Dezember 2018 ihr ehrgeiziges 90-Millionen-Euro-Projekt einer Einkaufsgalerie auf dem Homburger Enklerplatz abgeblasen hat. Rüdiger Schneidewind betonte gestern, er habe keineswegs den „Vauban“-Investor Leismann „aus dem Hut gezaubert, nachdem es mit dem Enklerplatz nicht geklappt“ habe: „Wir hatten schon übers ganze Jahr 2018 viele Gespräche zum Thema ,Vauban-Carrée’ geführt.“ Unter anderem habe man zwischenzeitlich mit einem anderen Interessenten verhandelt, dem das Ganze am Ende zu teuer wurde.

Der Stadtrat fällte am Donnerstagabend seine einstimmige Entscheidung über den Verkauf der beiden Grundstücke an Leismann im nichtöffentlichen Teil der Sitzung: Der Verkaufspreis wird der Öffentlichkeit zurzeit ebenso wenig mitgeteilt wie die Bausumme, die Leismann investieren möchte. Zuvor hatte bereits der Rats-Hauptausschuss einstimmig den Verkauf an Leismann empfohlen.

„Ich bin in dieser Sache durchaus optimistisch – wenn auch nicht euphorisch“, meinte OB Schneidewind gestern Abend: „Dass man da vorsichtig sein muss, habe ich inzwischen gelernt. Wir als Stadt haben unseren Beitrag geleistet – wie es weitergeht, da müssen wir ein Stück weit hoffen.“

Ähnlich sah es gestern das Stadtratsmitglied Axel Ulmcke (Freie Wähler): „Wir können zu Recht keine Euphorie verbreiten. In Homburg hat es zuletzt schon viel zu viele Ankündigungen gegeben.“ Ulmcke erneuerte seinen schon oft geäußerten Appell, den Neubau am „Vauban-Carrée“ mithilfe einer Brücke quer über die Talstraße direkt ans gegenüberliegende Saarpfalz-Center anzubinden.

Stefan Mörsdorf (CDU) erinnerte daran, dass der Stadtrat schon im Juni und Juli 2018 fraktionsübergreifend das a+4-Modell begrüßt habe: Dieses könne die Innenstadt stärken.

Uwe Rech (Linke) forderte, dass das Vorhaben „schnellstmöglich umgesetzt“ wird, und auch Yvette Stoppiera-Wiebelt (Grüne) bekundete ihre Hoffnung darauf, dass das Projekt verwirklicht wird: „Wir Grüne fordern schon seit Jahren, dass am ,Vauban-Carrée’ etwas geschieht.“

SPD-Sprecher Winfried Bohn signalisierte in der Debatte die Zustimmung seiner Fraktion zum Verkauf. Bohns Parteigenosse Gerhard Wagner bat am Donnerstag, man möge die bis 30. Juni 2021 gesetzte Frist für einen eventuellen Rücktritt des Investors „möglichst noch verkürzen“.

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