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Dienstag, 08. Januar 2019 Drucken

Zweibrücken: Kultur Regional

Süchtig nach der Musik von Jacques Offenbach

Neujahrskonzert der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz am Sonntagabend in der voll besetzten Zweibrücker Festhalle

Von Konstanze Führlbeck

Das ungemein lebendige Spiel des Orchesters zeichnete sich durch sichere Tempi sowie klare Formgebung und Konturen aus.

Das ungemein lebendige Spiel des Orchesters zeichnete sich durch sichere Tempi sowie klare Formgebung und Konturen aus. ( Foto: thof)

Werke von Jacques Offenbach und Johann Strauß standen im Mittelpunkt des Neujahrskonzertes der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Abstecher in die Welt der Oper und der Operette rundeten das Programm ab. Am Sonntagabend fesselten die Gäste aus Ludwigshafen zusammen mit den Solisten Ruth Katharina Peeck, Florian Küppers und Fabian Kelly, den Preisträgern des Meistersingerwettbewerbs in Neustadt 2018, knapp 650 Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Festhalle.

Mit lockeren Moderationen führte Dirigent Markus Huber durch das Programm und brachte die Besucher mit seinen witzigen, lebendigen Kommentaren mehr als einmal zum Schmunzeln und Lachen. „Die Menschen waren geradezu süchtig nach der Musik von Jacques Offenbach, sie haben sich fein herausgeputzt, gesungen und getanzt,“ machte Markus Huber seine Zuhörer neugierig auf die spritzige Musik des in Köln geborenen Pariser Meisters. Die Faszination, die von seiner Musik ausging, konnte man erahnen, wenn man sich von den Interpretationen der „Gaité Parisienne“ oder der Ouvertüre zur Operette „Orpheus in der Unterwelt“ mitnehmen ließ. Flott und spritzig ließ die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz diese Musik lebendig werden, die Klänge perlten voller Leichtigkeit in diesem schlank geführten, sehr flexibel agierenden Klangkörper und schienen stellenweise sogar ein bisschen zu kichern.

Das ungemein lebendige Spiel des Orchesters zeichnete sich durch sichere Tempi sowie klare Formgebung und Konturen aus, die einen markanten Gestaltungswillen des Dirigenten, eine „Handschrift“ erkennen ließen. Nach immer schneller werdenden, düsteren Spannungsmomenten schlug die Musik abrupt in einen spritzig-furiosen Tanz um, den bekannten Can Can aus der Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Immer schneller steigerten die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hier die Tempi, bis die Besucher, die mitgeklatscht hatten, aus dem Takt gerieten und aufgeben mussten.

Leicht, beweglich und spritzig waren auch die Melodien der Ouvertüre zu Offenbachs „La vie Parisienne“, die in klar abgesetzten Rhythmen voller Temperament und geschmeidigen Klängen dahinströmten. Einen Ausflug in die Welt der italienischen Opera seria unternahm Mezzosopranistin Ruth Katharina Peeck mit der Arie „Bei raggio lusinghier“ aus der Oper „Semiramide“ von Gioacchino Rossini (1792-1868). Warme, satte Klänge mit leuchtenden, mühelos fließenden Koloraturen, die in eine stimmige Gesamtinterpretation eingebettet waren, zeichneten die Interpretation der jungen Sängerin aus Heidelberg aus, die im letzten Jahr den ersten Preis beim Meistersinger-Wettbewerb in Neustadt an der Weinstraße gewann.

Wie man eine Verleumdung geschickt inszeniert, erläuterte Bassbariton Florian Küppers seinem Publikum in der Arie des Basilio „La Calunnia“ aus Rossinis bekannter komischer Oper „Der Barbier von Sevilla“. Über dem schlanken und doch sonoren Orchester, das unter der zupackenden und doch subtilen Leitung von Markus Huber feinnervig und flexibel mit dem Solisten interagierte, entfaltete der junge Solist hier einen sich zu immer größerer Intensität steigernden musikalischen Wirbelwind. Man konnte regelrecht heraushören, wie die zunächst fast nur geflüsterte Verleumdung immer weitere Kreise zog und sich schließlich fast zu einem Sturm entwickelte, der alles in seinen Sog zu ziehen drohte.

In zärtlich strömenden Klängen bezauberte Fabian Kelly mit seinem warmen lyrischen Tenor in dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ aus Franz Lehars (1870-1948) Operette „Das Land des Lächelns“ Jung und Alt. Klassiker wie die Ouvertüre zu Johann Strauß` Operette „Der Zigeunerbaron“ oder die „Tritsch Tratsch“-Polka durften natürlich bei diesem stimmungsvollen, mitreißenden Neujahrskonzert in der Zweibrücker Festhalle nicht fehlen.

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