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Samstag, 01. Juli 2017 Drucken

Zweibrücken

Kirkel wird Künstlerresidenz

Bexbach: Saarbrücker Regisseur Eugen Georg inszeniert Geschichten aus dem Ort – Mit Projekt „Kultur Plus“ gegen das Kultur-Sterben

Von Regina Wilhelm

Regisseur Eugen Georg mit seinem mobilen Theater 2015 in Saarbrücken.

Regisseur Eugen Georg mit seinem mobilen Theater 2015 in Saarbrücken. ( Foto: Pasquale D`Angiolillo)

Kirkel wird zur ersten Künstlerresidenz des Saarpfalz-Kreises. Was das genau heißt, beschrieben Simone Holt und Monika Mura vom Projekt „Kultur Plus im Saarpfalz-Kreis“ bei einem runden Tisch im Rathaus von Kirkel. Eingeladen waren Verantwortliche von kulturell engagierten Vereinen und Gruppen.

Die Künstlerresidenz ist eine von drei Säulen des Projekts „Kultur Plus im Saarpfalz-Kreis“. Dieses wiederum fußt auf einer Kooperation des Saarpfalz-Kreises mit dem Verein Saarpfalzkultur mit Sitz in Bexbach, bald St. Ingbert. Bis 2020 sind jeweils zwei Künstlerresidenzen pro Jahr in verschiedenen Städten im Saarpfalz-Kreis vorgesehen. Dafür werden ein bis maximal vier Künstler eingeladen, die mehrere Wochen vor Ort sind, mit den Einwohnern Kontakt aufnehmen und inspiriert durch sie und mit ihnen Kunst entstehen lassen. Für die erste Künstlerresidenz hat der Verein Saarpfalzkultur nach Worten der Kuratorin Simone Holt die Gemeinde Kirkel und den Regisseur und Autor Eugen Georg aus Saarbrücken ausgewählt. Ab Oktober wird er sechs Wochen lang auch in Kirkel wohnen.

Georg hat 2015 zusammen mit Schauspielern aus Syrien, Irak, Kurdistan und dem Saarland, die er bei Veranstaltungen oder auf dem Fußballplatz traf und ansprach, ein multinationales Theaterprojekt mit dem Titel „Morgen wird schöner“ erarbeitet und aufgeführt. Ehemalige Flüchtlinge stellen darin sich selbst oder Erfahrungen aus ihrer Heimat, auf der Flucht und hier in Deutschland dar. Eingebunden sind auch Eindrücke von Flüchtlingshelfern. In einem Sonderbus, der eine Stunde durch Saarbrücken gefahren ist, haben die Akteure das Stück gezeigt – mit ganz unterschiedlichen Reaktionen. In Kirkel hofft Georg auf zahlreiche Anregungen und Ideen von Menschen, die ihre Geschichte erzählen wollen. „Sie können gern selbst ihre Story spielen. Möglich ist natürlich auch, nur zu berichten und anonym zu bleiben.“ Die Erlebnisse können direkt etwas mit Kirkel zu tun haben – als Beispiel schlugen Anwesende die Verkehrsprobleme oder die sterbende Kneipenkultur vor – oder ganz persönlich sein.

Vor dem Einkaufszentrum, auf dem Marktplatz oder bei Veranstaltungen werden er und die Mitarbeiterinnen von Saarpfalzkultur Leute gezielt ansprechen. Er freue sich auf viele E-Mails, Anrufe und Briefe. Aus dem Stoff, der ihm zugetragen wird, wird Georg – nach Rücksprache mit den Erzählern – ein Stück schreiben, das im November aufgeführt werden soll. Wer nichts zum Text beitragen kann, aber Kostüme nähen, Bühnenbilder gestalten, schminken, sei ebenfalls willkommen.

Und wie sehen die beiden anderen Säulen des Projekts „Kultur Plus im Saarpfalz-Kreis“ aus? Bei der zweiten handelt es sich um ein Förderprogramm. Dies bedeute, dass sich Kulturschaffende zweimal im Jahr um Geld für ein besonderes Vorhaben bewerben können. Die aktuelle Frist läuft bis Ende September. Derzeit werden nach Worten Holts die Aktion einer Schülergruppe, die Führungen durch das Bergbaumuseum in Bexbach organisiert, unterstützt; außerdem ein gemeinsames Vorhaben von Artefix und dem Mannlich-Gymnasium Homburg, bei dem eintönige Wandflächen zum Thema „eigene Lebenswelt“ gestaltet werden.

Die dritte Säule bestreitet der Verein selbst. Die Mitarbeiter bewerten mit Akteuren die Entwicklung der Projekte, geben Tipps zu weiteren Fördermöglichkeiten und organisieren Lesungen, Workshops oder Ausstellungen.

Kontakt:

Wer sich an dem Theaterprojekt beteiligen möchte, und aus Kirkel oder Umgebung kommt, wendet sich an den Autor Eugen Georg, E-Mail ugenee@gmail.com, Simone Holt oder Monika Mura, Projektbüro „Kultur Plus im Saarpfalz-Kreis“, Saarpfalz-Park 1a, 66450 Bexbach, Telefon 06826/9331857, E-Mail info@saarpfalzkultur.de. Die beiden Mitarbeiterinnen stehen auch für Fragen zu Förderanträgen für Kulturprojekte zur Verfügung. |giw

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