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Montag, 27. November 2017 Drucken

Zweibrücken: Kultur Regional

Grüße an das Peking-Bordell

Rantanplan und das Ska Einsatz Kommando laden in der Zweibrücker Konzerthalle am Flugplatz zum Pogo

Von Thomas Füssler

Torben Meissner, Sänger und Gitarrist, ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Rantanplan.

Torben Meissner, Sänger und Gitarrist, ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Rantanplan. ( Foto: thof)

Rotzig, rockig, schnell und spaßig; bereichert um eine feine Prise Reggae. Mit dieser dynamischen Musikmischung stellt sich Rantanplan in Zweibrücken einem fachkundigen Ska-Publikum von 200 Besuchern. Die Saat der Begeisterung für die dynamische Musik legt hier seit rund 20 Jahren das mitreißende Ska Einsatz Kommando.

Sogar einen Teil zur deutschen Musikgeschichte hat Rantanplan beigetragen. Weil deren Gründungsmitglieder Reimer Bustorff und Marcus Wiebusch dort das Rüstzeug sammelten, um 2001 die Gruppe Kettcar zu gründen.

Für die Musiker des Ska Einsatz Kommandos (SEK) muss es jedenfalls ein wahr gewordener Traum sein, das Konzert von Rantanplan am Samstagabend in der Konzerthalle auf dem Flugplatz eröffnen zu dürfen. Und für den SEK-Keyboarder Christian Schwenk, der das letzte Konzert mit seinen Kollegen gab, war es ein mehr als würdiger Rahmen zur Verabschiedung. Schwenk, der bald in der Schweiz arbeiten wird, ließ es mit seiner Band mächtig krachen.

Das damit vorgegebene hohe Tempo setzt Rantanplan erwartungsgemäß fort. 23 Songs hat die Band aus Hamburg im Gepäck. Die sind nach 75 Minuten durchgespielt, weil sie eben kurz und knackig sind. Knackig sind Titel wie „Peking Bordell“. In dem scheinbar schlüpfrigen Song geht es aber weniger um die meistbegehrte käufliche Nebensache der Welt. „Peking Bordell“ prangert vielmehr die Missstände der Musikbranche an.

Das tut Rantanplan mit Zeilen, wie „über Boulevards of Broken Dreams auf Promo Worldtour unterwegs“, die sich an die einstigen Punkrockhelden von Green Day richten. Die feierten eben mit dem Song „Boulevard of Broken Dreams“ Mitte der 2000er Jahre Erfolge. Mit dem dort vertonten Mitsingkanon hat die Band nach Meinung vieler Fans die Seele von Green Day verkauft und damit großen Ärger erzeugt.

Wobei sich auch Rantanplan an populären Stilelementen der Musik bedient. Im starken Lied „Erde zuteern“ klingt die Gitarre von Sänger Torben Meissner im Zusammenspiel mit dem Schlagzeug von Marlon Fertinger nach den Police der frühen Jahre. Den Unterschied machen natürlich nicht nur hier die beiden Bläser Gero Graas und Wido Sauer aus. Beide mischen sich übrigens gerne mitten ins Publikum, was den Eindruck des dynamischen Konzerts noch verstärkt.

Toll ist auch die für den 1. FC St. Pauli vertonte „St. Pauli Perle“. Intelligent und mit Anspielungen auf Musikgeschichten angereichert ist das blitzschnelle „Wir sind nicht die Onkelz“, in dem andere Bands zitiert werden.

Rantanplan ist eine einzigartige Band, die inhaltlich auf Konventionen pfeift. Torben Meissner, der als letztes Gründungsmitglied noch dabei ist, hält seit dem Ausscheiden von Wiebusch und Bustorff an der Band fest. Sie hat treue Fans, und etliche haben den Weg nach Zweibrücken auf sich genommen. Das beweist die große Menge an Mitsingern. Erstaunlicherweise aber haben mehr Leute in der Eventhalle das Konzert des SEK verfolgt und gefeiert. Das soll nichts Schlechtes über Rantanplan aussagen. Im Gegenteil. Denn es ist vielmehr erfreulich, dass das SEK mit dem hohen Niveau der Hamburger Schritt halten konnte.

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