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Donnerstag, 16. Februar 2017 Drucken

Zweibrücken

Großes Bienensterben

Imker Markus Bärmann hat 65 Völker verloren – Verunreinigte Wachsplatten aus China könnten die Ursache sein

Imker Markus Bärmann mit einer leeren Wabe. Normalerweise müssten hier Rückstände, sogenannte Nymphenhäutchen, sichtbar sein. Hier fand keine Metamorphose statt. ( Foto: Steinmetz)

Markus Bärmann spricht von einem direkten Verlust von um die 30 000 Euro. Rechnet er die Folgeschäden hinzu, kommt der Zweibrücker Imker auf rund 80 000 Euro. Auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule oberhalb der Fasanerie hat der als „Honigbär“ bekannte Bärmann Zuchtbienenstände stehen. Gestern Morgen präsentierte er Imkerkollegen und der regionalen Presse ein trauriges Bild. Die 65 Völker sind allesamt eingegangen.

 

Das Massensterben führt Bärmann darauf zurück, dass er in den Ständen unwissentlich verunreinigte Wachsplatten verwendet hat. Solche Platten kaufen Imker für ihre Völker zu. Das synthetische Wachs stammt laut Bärmann aus China. Es weist einen – im Vergleich zu natürlichem Bienenwachs – viel zu hohen Stearin-Anteil auf. Das ist den Bienen unter Umständen zum Verhängnis geworden.

„Von diesem Wachs sind 40 Tonnen unterwegs“, sagt Bärmann. Seit er im Sommer letzten Jahres bemerkt hat, dass mit der Brut etwas nicht stimmt, hat er sich mit dem Thema „synthetische Wachsplatten“ intensiv beschäftigt. Über den sogenannten Bienenwachs-Skandal sei immer mehr bekanntgeworden, dazu gehöre auch, dass das gefälschte Wachs sogar mit Pflanzenschutzmitteln besprüht werde, um Echtheit vorzutäuschen. „Weil natürliches Wachs immer Spuren von Spritzmitteln enthält“, erklärt Markus Bärmann.

Ein Händler aus Aulendorf (Landkreis Ravensburg) habe ihm die Platten verkauft. Ihn zu belangen, sei schwierig. „Es wurde Anzeige gestellt, sie wird mittlerweile von der Staatsanwaltschaft Ravensburg bearbeitet“, sagt Bärmann. Große Hoffnungen auf Schadensersatz hat er eher nicht. Denn die Wachssituation in der Imkerei sei nicht eindeutig geregelt. „Es ist nicht genau definiert, aus was Bienenwachs bestehen darf“, sagt Bärmann und verweist auf die diesbezügliche Petition eines Imkers aus Metzingen. Die Petition solle den Bundestag dazu bringen, endlich eine klare Regelung zu schaffen.

Der Imker wartet jetzt auf das Ergebnis der tierärztlichen Untersuchung. Gestern nahm Amtstierärztin Ramona Hafner vom Veterinäramt des Landkreises Südwestpfalz einige Proben, anhand derer festgestellt werden soll, ob die Bienen zweifelsfrei an Inhaltsstoffen des gepanschten Wachses eingegangen sind.

|bun

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